„Sorry, Sandy“ – John Carmack bedauert das Ende des „Quake”-Teams

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Am Montag dieser Woche wurde der Spiele-Meileinstein „Quake“ 30 Jahre alt. Entsprechend würdigten viele seiner Erfinder das Jubiläum auch in sozialen Medien. Dazu gehört auch der Designer Sandy Petersen, der bei id Software vor allem maßgeblich an den meisten Levels von „Doom II“ und alleinverantwortlich an der vierten Episode von „Quake“ beteiligt war.

In einem kurzen Thread mit dem Titel „Wie Quake id Software ruiniert hat“ beschrieb er auf der Plattform X, warum das Kernteam der Quake-Macher um John Carmack und John Romero zerbrach. Schon lange ist bekannt, dass während der Entwicklung des Spiels zwischen diesen beiden ein Machtkampf tobte, den Romero verlor: Er wurde mit einer Abfindung aus der Firma gedrängt, und gründete darauf sein eigenes Studio „Ion Storm“. Auch zahlreiche andere Mitarbeiter, darunter Sandy Peterson, der Designer American McGee und das Assembler-Genie Mike Abrash schieden kurz nach „Quake“ aus der Firma aus.

Peterson zufolge waren alle „ausgebrannt“, als „Quake“ endlich fertig war, sogar „geistig gebrochen“ sei das Team gewesen. Man habe schlicht zu hart gearbeitet. John Carmack persönlich macht Peterson in seinem Thread aber keinen Vorwurf. Dem Designer zufolge sei das Ergebnis das alles aber wert gewesen. Nur, so seine Theorie: Das, was id Software damals war, sei durch die harte Arbeit unter extremen Bedingungen kaputtgegangen.

Nach einigen Stunden antwortete John Carmack, dem bisher durch seinen angeblich diktatorischen Führungsstil die Hauptschuld am Ende des klassischen id-Teams gegeben wird, auf Petersens Thread. Er schreibt auf X wörtlich von „seinen Fehlern“, zu denen vor allem der falsche Ansatz gehöre: „Quake“ sei „technisch zu ambitioniert“ gewesen. Er wollte damals unbedingt einen perfekten Multiplayer-Shooter in einer voll polygonalen Umgebung machen. Besser wäre es, so Carmack, aber gewesen, erst eine erweiterte Doom-Engine für Multiplayer per LAN und Internet, und dann ein neues, voll dreidimensionales Spiel zu entwickeln.

„Ich habe alle zu sehr unter Druck gesetzt“ gibt Carmack unumwunden zu. Wenn man ständig Menschen zu „dauerhafter Startup-Intensität“ dränge, würden sie darunter leiden. Es habe das auch an sich selbst zu dieser Zeit bemerkt. Als Management-Lektion führt er auch dann, dass etablierte Firmen – id war zu dieser Zeit schon millionenschwer – „mehr Lockerheit“ bräuchten. Zudem, und da spielt Carmack auf Romero an, ohne ihn namentlich zu nennen, sei die Firmenstruktur mit den Anteilen der Gründer falsch gewesen, und habe die falschen Anreize gesetzt. Hier ist zu betonen, dass die beiden Johns sich schon lange wieder versöhnt haben und unter anderem auf der diesjährigen QuakeCon miteinander auftreten werden.

Carmack schließt seinen Post mit einem schlichten „Sorry, Sandy“. Petersen hat diese Entschuldigung ganz offensichtlich auch völlig verdient, denn er tritt nie in der der Rolle des verbitterten Ex-Angestellten auf. In seinem Thread betont er auch, dass alle, die id damals verließen, in der Spielebranche weiter erfolgreich waren. Schon in einem vor sechs Jahren veröffentlichen Video zu den Umständen bei id während der Entwicklung von Quake stellte er klar, dass er Carmack schätze und ihm keine persönlichen Vorwürfe mache. Neben dem exzentrischen Code-Guru hat es Peterson zufolge bei id damals auch andere Mitarbeiter gegeben, welche die Arbeit ihrer Kollegen regelrecht sabotierten. So ganz zu Ende erzählt scheint die Geschichte um das Team hinter Quake also noch nicht.

(nie)

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