Schwangerschaftsabbruch: Oberstes Gericht erlaubt Versand von Pille zum Schwangerschaftsabbruch

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Der Versand von Mifepriston, einem Medikament zum Schwangerschaftsabbruch, ist vorerst doch erlaubt. Der Supreme Court hob die Beschränkung eines Berufungsgerichtes auf.

Aktualisiert am 4. Mai 2026, 23:53 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, dpa, AP,

 Eine Packung des Medikaments Mifepriston
Eine Packung des Medikaments Mifepriston © Evelyn Hockstein/​Reuters

Der Oberste Gerichtshof in den USA hat den Versand des Medikaments Mifepriston vorerst wieder erlaubt, das zum Schwangerschaftsabbruch verwendet wird. Damit gab das Gericht dem Einspruch des Herstellers Danco Laboratories statt. Zuvor hatte ein Bundesgericht den Versand des Medikaments per Post nach telemedizinischer Verschreibung stark eingeschränkt.

Die Anordnung des Obersten Gerichtshofs bleibt eine Woche in Kraft. Dann prüft das Gericht die Angelegenheit erneut.

Im Jahr 2022 war das seit rund fünf Jahrzehnten landesweit geltende Recht auf Schwangerschaftsabbrüche durch den Supreme Court aufgehoben worden. Seitdem liegt die Zuständigkeit bei den einzelnen Bundesstaaten, von denen rund 20 das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche abgeschafft oder deutlich eingeschränkt haben. So gewann die seit 2023 erlaubte telemedizinische Verschreibung von Mifepriston und der Postversand des Medikaments an Bedeutung. Dagegen klagte der konservativ regierte Bundesstaat Louisiana. Dieser sieht in der bisherigen Praxis das nahezu umfassende Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen in dem Bundesstaat untergraben.

Mehr als 60 Prozent aller Abbrüche in den USA mit Mifepriston

Als Reaktion auf die Verbote oder Einschränkungen von Schwangerschaftsabbrüchen hatten viele demokratisch regierte Bundesstaaten Gesetze erlassen, die rechtlichen Schutz für jene bieten sollen, die die Medikamente per Telemedizin an Patientinnen in Bundesstaaten verschreiben, wo Abbrüche verboten sind.

In den USA kommt Mifepriston seit Jahren zumeist in Kombination mit dem Medikament Misoprostol bei Schwangerschaftsabbrüchen zur Anwendung. Mehr als 60 Prozent aller Abbrüche in den Vereinigten Staaten werden mit diesen Medikamenten durchgeführt. In Deutschland wird das Präparat unter dem Namen Mifegyne verbreitet.

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