Schusswaffen aus 3D‑Druckern: New York will schärferes gegen Ghost Guns vorgehen

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Vor dem Hintergrund des Mordes an UnitedHealthcare‑CEO Brian Thompson und weiterer Fälle von Gewalt mit 3D‑gedruckten Waffen verschärft der Bundesstaat New York sein Vorgehen gegen 3D‑gedruckte Waffen und sogenannte Ghost Guns. Gouverneurin Kathy Hochul kündigte im Rahmen ihrer State of the State-Agenda 2026 ein Bündel neuer, bundesweit einmaliger Maßnahmen an, mit denen auf die wachsende Bedrohung durch illegal hergestellte Schusswaffen und deren unrechtmäßigen Besitz reagiert werden soll.

Hintergrund ist unter anderem der Mord an UnitedHealthcare‑CEO Brian Thompson im Dezember 2024. Der mutmaßliche Täter soll dabei eine 3D‑gedruckte Waffe und einen ebenfalls selbst hergestellten Schalldämpfer benutzt haben. Der Fall hatte die politische Debatte um frei verfügbare Baupläne und heimische Waffenproduktion erneut verschärft.

Künftig will New York die unlizenzierte Herstellung von 3D‑gedruckten Waffen sowie den Besitz, Verkauf und die Weitergabe entsprechender digitaler Baupläne (CAD-Dateien) unter Strafe stellen. Zudem sollen laut Plänen alle von Polizei und Behörden sichergestellten 3D‑gedruckten Waffen verpflichtend an eine zentrale Datenbank, „Criminal Gun Clearinghouse database“, der dortigen Polizei gemeldet werden.

Damit ist erstmals in den USA eine Regulierung von Herstellern von 3D‑Druckern geplant: Die Geräte sollen mit Technik ausgestattet werden, die den Druck von Waffen und wesentlichen Waffenteilen blockiert. Zusätzlich sollen Waffenhersteller verpflichtet werden, Pistolen so zu konstruieren, dass sie sich nicht mit einfachen Zusatzteilen oder Umbauten in vollautomatische Waffen umwandeln lassen. Manhattans Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg, der bereits zuvor 3D‑Druck-Unternehmen aufgefordert hatte, Waffenbaupläne aus dem Netz zu entfernen, begrüßte die Pläne.

Zwar ließen sich Ghost Guns damit nicht vollständig verhindern, so Bragg, doch das Ziel sei, den Zugang zu Bauplänen zu erschweren und die Verbreitung illegaler Waffen einzudämmen. Die neuen Maßnahmen sollen nach Angaben der Gouverneurin dazu beitragen, die zuletzt stark gesunkene Zahl von Schusswaffendelikten in New York auch angesichts neuer technischer Entwicklungen weiter zu senken.

Bereits 2022 hatte die US‑Regierung auf Bundesebene versucht, die Verbreitung sogenannter Ghost Guns einzudämmen, indem sie die rechtliche Definition von Schusswaffen ausweitete und auch Bausätze sowie zentrale Einzelteile mit Seriennummern und Hintergrundprüfungen belegte. Ziel war es, privat hergestellte und nicht nachverfolgbare Waffen besser zu kontrollieren. Trotz dieser Neuregelung nahm die Zahl illegaler, selbst gebauter Schusswaffen in den folgenden Jahren weiter zu.

Die geplanten Verschärfungen zielen damit nicht nur auf einzelne Straftaten ab, sondern auf eine wachsende Szene, in der immer ausgereiftere Baupläne für funktionsfähige Schusswaffen und Zubehör im Umlauf sind. Als Beispiel wird häufig das unter dem Namen „Urutau“ bekannte 3D‑Druck‑Design genannt, das unter anderem laut GNET als besonders leistungsfähiges und vollständig zu Hause herstellbares Waffen‑ beziehungsweise Zubehörmodell gilt. Das zeigt, wie gering die Hürden inzwischen geworden sind, ohne Registrierung, Seriennummer oder Hintergrundprüfung an einsatzfähige, illegale Waffen zu gelangen.

(mack)

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