Wie kamen die Drogen in sein Handgepäck? Diese Frage stellt sich Jeremy O. Harris, 36, Theaterautor und als Schauspieler für seine Rolle in der Serie »Emily in Paris« einem internationalen Publikum bekannt, anscheinend bis heute. Am 16. November war er in Japan am Flughafen von Okinawa festgenommen worden. In seinem Kulturbeutel hatte die Polizei MDMA, also Ecstasy, gefunden. Harris kam in Untersuchungshaft, Anfang Dezember wurde er wieder entlassen, ohne dass Anklage erhoben worden war. In Japan gelten sehr strenge Drogengesetze, bei einer Verurteilung wären offenbar mehrere Jahre Gefängnisstrafe möglich gewesen.
Der mit einem Tony Award nominierte Autor konnte nun in einem Gastbeitrag für die »Vanity Fair« seine Sicht des Vorfalls schildern: die Irritation, die in Ungläubigkeit und dann in Angst umgeschlagen sei, die Hilflosigkeit. In dem Moment, in dem das MDMA gefunden worden sei, »setzte mein Herz aus«, schreibt er. Er habe noch nicht genau gewusst, »was es war, nur was es nicht war: meins«.
Nach 15 Tagen Haft sei schließlich der erste Vertreter einer US-Botschaft zu Besuch gekommen, nach 23 Tagen wurde Harris entlassen. Wie hat er die Zeit in Haft verbracht? Viele Romane habe er gelesen und Tagebuch geschrieben, sagt er. Doch auch wenn seine Schuld nicht bewiesen werden konnte: Wirklich straffrei sei er nicht davongekommen. »Wie in einer sadistischen griechischen Sage wurde mir zwar meine Freiheit gewährt, aber auf absehbare Zeit bin ich dazu verurteilt, eine Flut von Fragen zu beantworten.«
Nur auf eine Frage – wie die Substanz in seine Tasche gekommen war – hat Harris noch immer keine Antwort.

vor 2 Stunden
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