SatiReshow „Die Anstalt“: Liminski: ZDF-Ausladung von „Danger Dan“ nachvollziehbar

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Wer sich noch nicht im ZDF-Stream mit der Jubiläumsausgabe der Satireshow „Die Anstalt“ bekannt gemacht hat, kann dies heute, am Dienstag, um 22.15 Uhr tun. In der „AntifAnstalt“ betitelten Episode warnen die Moderatoren Maike Kühl, Max Uthoff und Claus von Wagner vor einem Erstarken der Rechtsextremen und sprechen sich für ein Verbot der AfD aus, sie sehen Deutschland am Abgrund, in einer Situation wie 1933 und rufen zum Widerstand auf.

In dem Lied „Keine Angst“ des Musikers Daniel Pongratz alias Danger Dan schließt dieser Widerstand auch Gewalt ein oder zumindest nicht aus, weshalb die Geschäftsleitung des ZDF seinen Auftritt in der „Anstalt“ kurzfristig absagte. Das missfällt, wie man in der Sendung sehen kann, den Machern selbstverständlich. Es missfällt auch der Gewerkschaft Verdi, die vor der Ausstrahlung mitteilte, der ZDF-Intendant Norbert Himmler beschädige „das Vertrauen der Beschäftigten und freien Mitarbeitenden in die redaktionelle Unabhängigkeit und den Rückhalt durch die Senderleitung“. „Hier wurde eine wichtige Chance vertan, über Haltung zu sprechen und eine inhaltliche Debatte anzustoßen“, sagte Nina Bernhardt, Vorsitzende der Verdi-Sendervertretung im ZDF. „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss auch schwierige, zugespitzte und unbequeme Inhalte aushalten. Unsere Aufgabe ist es, aufzuklären, gesellschaftliche Debatten anzuregen und unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen.“

„Ob das Lied ausgestrahlt werden sollte oder nicht, entscheidet die Redaktion und niemand sonst“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Mika Beuster. „Ein Durchregieren des Intendanten in redaktionelle Belange verstößt gegen die innere Pressefreiheit.“

Die „Intervention“ oblag indes nicht dem Intendanten, sondern dem ZDF-Hauptredaktionsleiter Show, Oliver Heidemann. Man habe sich „die Entscheidung nicht leicht gemacht, Danger Dan aus der ‚Anstalt‘ wieder auszuladen. Aber das Lied kann als Aufruf zu Gewalt verstanden werden“, sagte Heidemann. Und ein solcher Aufruf stehe im Gegensatz zu den Programmrichtlinien. Dass die Entscheidung kurzfristig fiel, bedauere man.

„Programmhoheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“

Nach Ansicht des NRW-Medienministers Nathanael Liminski (CDU), der Mitglied des ZDF-Fernsehrats ist, hat der Sender mit der Absage an Pongratz richtig gehandelt. Es falle „in die Programmhoheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, zu entscheiden, was gesendet wird und was nicht – maßgeblich sind dabei die Programmrichtlinien“, sagte Liminski der F.A.Z.

„Der Liedtext ruft zu Aktionen mindestens am Rande der Legalität auf und zeigt eine Nähe zu teilweise verurteilten Extremisten.“ Vor diesem Hintergrund sei es „nachvollziehbar, dass das ZDF eine Verletzung seiner Programmrichtlinien geprüft hat“. Der ZDF-Intendant Norbert Himmler habe den Fernsehrat in einem Schreiben über den Vorgang und das Ergebnis dieser Prüfung informiert.

„Der Fernsehrat“, so Liminski, „sollte sich auch angesichts der breiten öffentlichen Diskussion mit diesem Fall beschäftigen.“ Neben der inhaltlichen Bewertung müsse es um den Ablauf der Prüfung und des Verfahrens gehen. Er begrüße „den offenen Umgang des Senders mit dem Thema“. Dass man nicht nur im Kulturmagazin „Aspekte“, sondern auch in den Nachrichtensendungen darüber berichte, stelle eine Transparenz her, wie er sie seit Jahren vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk fordere.

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