Das Entwicklerteam hinter der Social-Gaming-Plattform "Roblox" hat ein neues Werbeformat angekündigt, das Spielern Anreize zum Zuschauen geben soll. Sogenannte Rewarded Video Ads sind Werbevideos, die man sich freiwillig anschauen kann. Der Clou: Hält man die volle Länge des Videos durch, kann man mit Ingame-Vorzügen belohnt werden.
Das neue Werbeformat hat das "Roblox"-Team in einem Blog-Eintrag angekündigt. Die Verantwortung für die Implementierung der Rewarded Video Ads liegt dabei beim Entwickler des jeweiligen "Roblox"-Spiels. "Roblox" ist eine Art kreative Entwicklungsplattform, die sich aus zahlreichen Spiele-Creations von professionellen Entwicklern und aus der Community zusammensetzt. Das neue Werbeformat ist ein Weg für diese Entwickler, mit ihren Produkten Geld zu verdienen.
Rewarded Video Ads können laut dem "Roblox"-Team bis zu 30 Sekunden lang sein und werden im Vollbildmodus dargestellt. Wer sie durchschaut, bekommt maßgeschneiderte Ingame-Benefits, für die ebenfalls die Entwickler des jeweiligen "Roblox"-Spiels verantwortlich sind. Frühe Tests hätten ergeben, dass über 80 Prozent der Spieler diese Art von Werbung komplett anschaut.
Bei besonders vorteilhaften Belohnungen sei diese Zahl sogar auf 90 Prozent gewachsen, schreibt das "Roblox"-Team. Als Beispiel für solche Rewards nennt es Power-Ups oder Ingame-Währung.
Zielgruppe Gen Z
"Roblox"-Spiele werden täglich von über 80 Millionen Menschen gespielt. Dutzende Millionen Nutzer rechnet das "Roblox"-Team der Gen Z zu, die als Hauptzielgruppe der Rewarded Video Ads genannt wird. "Wir bauen weiterhin Barrieren für Marken und Agenturen ab, die schnell das enorme Potenzial von immersiven Spieleplattformen wie 'Roblox' erkennen, auf denen die Generation Z zunehmend ihre Zeit verbringt", kommentiert "Roblox"-Werbemanagerin Stephanie Latham die Ankündigung. Für die Ausspielung der Werbevideos arbeitet das "Roblox"-Team mit Google zusammen. Um Werbung sehen zu können, müssen Nutzer über 13 Jahre alt sein.
"Roblox" stand in den vergangenen Jahren wiederholt in der Kritik, vor allem wegen seines Umgangs mit jungen Menschen. In "Roblox" seien Kinder gewalttätigen Inhalten, Pornografie und Beleidigungen ausgesetzt, schrieb im vergangenen Jahr etwa die Aktienanalyse-Firma Hindenburg Research. Zudem wurden Kinder auf der Plattform mit Rechtsextremismus konfrontiert. "Roblox" war außerdem mehrfach Ziel von Malware-Angriffen.
(dahe)