Rente: Walter Riester kritisiert neue Altersvorsorge

vor 2 Stunden 1

Es gibt nur wenige Lebende in Deutschland, deren Name konkret mit einer politischen Reform verbunden ist. Da ist der ehemalige VW-Manager Peter Hartz. Und natürlich Ex-Arbeitsminister Walter Riester. Als SPD-Minister schuf Riester eine neue Form der privaten Altersabsicherung, die umgangssprachlich direkt nach ihm benannt wurde. Das »Riestern« war den Deutschen dadurch, ähnlich wie »hartzen«, zeitweise auch als Verb präsent. Nun aber soll die Riester-Rente abgelöst werden.

Ihr Namensgeber hat die neue Altersvorsorge der schwarz-roten Bundesregierung prompt kritisiert. Die Koalition hätte die Einzahlung verpflichtend machen sollen, sagte Riester der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«.

Unzufrieden mit Freiwilligkeit des neuen Modells

»Eine obligatorische private Altersvorsorge würde die Vertriebskosten senken«, so der 82-Jährige, der längst selbst im politischen Ruhestand ist. Außerdem konkurriere Sparen fürs Alter mit aktuellen Konsumwünschen und Verpflichtungen. Ohne privates Sparen drohe einigen aber die Altersarmut, da die gesetzliche Rente für sie nicht ausreiche.

Ähnliche Kritik hatten auch die Grünen geäußert. Sie schlugen einen staatlichen Vorsorgefonds vor, in den alle Bürger automatisch einzahlen, wenn sie ihn nicht aktiv abwählen.

Zahl der privaten Verträge seit Jahren rückläufig

Riester hatte als Arbeitsminister 2001/2002 das heute nach ihm benannte System der privaten Altersvorsorge mit staatlicher Förderung ausgearbeitet. In dem aktuellen Interview kritisierte er auch den Verzicht auf eine verpflichtende Beitragsgarantie. In der Ansparphase dürfe den Sparern kein Geld verloren gehen, warnte der frühere Gewerkschaftsfunktionär und SPD-Politiker.

Bei der Riester-Rente ist geregelt, dass 100 Prozent der eingezahlten Beiträge garantiert auch ausgezahlt werden müssen. Das wird mit für die niedrigen Renditen vieler Verträge verantwortlich gemacht. Seit 2018 ist die Gesamtzahl der privaten Altersvorsorgeverträge vor diesem Hintergrund rückläufig.

Gesamten Artikel lesen