Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt gegen den Ex-Mann von Collien Fernandes. Nach der Auswertung der Berichterstattung des SPIEGEL könne ein Anfangsverdacht gegen Christian Ulmen bejaht werden, teilte die Behörde mit.
Collien Fernandes hatte im November 2024 bei der Berliner Polizei Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Es ging in der Sache um die Fälschung von Onlineprofilen. Im weiteren Verlauf übernahm schließlich die Staatsanwaltschaft Itzehoe das Verfahren. Dort wurden die Ermittlungen allerdings schließlich eingestellt. Weil Ermittlungsansätze gefehlt haben sollen, wie die Staatsanwaltschaft gegenüber dem SPIEGEL noch Anfang März behauptete.
Vorwurf der Nachstellung
Nun hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wieder aufgenommen. Dieser Schritt sei nach Prüfung der Veröffentlichung des SPIEGEL erfolgt, teilte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow mit. »Das bedeutet, dass sich bei uns weitere Prüfungen in der Sache anschließen.« Ermittelt werde wegen des Vorwurfs der Nachstellung; ob weitere Straftaten in Betracht kämen, werde geprüft.
Der Sachverhalt der Strafanzeige müsse konkret geklärt werden, so Müller-Rakow. »Das kann Auswirkungen auf die rechtliche Würdigung haben.« Die Frage, ob die Ermittler Collien Fernandes nun kontaktieren würden, beantwortete der Sprecher inhaltlich nicht. »Weitere Auskünfte kann ich jetzt aus ermittlungstechnischen Gründen nicht geben.«
In der vorigen Woche berichtete der SPIEGEL erstmals über Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner Ulmen. Sie beschuldigt ihn unter anderem, auf sozialen Medien täuschend echt aussehende Fakeprofile von ihr erstellt und darüber »Hunderte von Männern« kontaktiert zu haben.
Ulmen soll sich als Fernandes ausgegeben und mit einigen Männern sexuelle Gespräche geführt sowie erotische Bilder und Videos verschickt haben. Das Material sollte offenbar den Eindruck erwecken, als handele es sich um authentische Aufnahmen.
Anzeige in Spanien
Fernandes hatte Ende vergangenen Jahres in Spanien Anzeige gegen ihren Ex-Mann erstattet. Im Raum steht die Frage, ob das Verfahren in der Verantwortung der spanischen Behörden bleibt oder ob sich bald auch deutsche Behörden darum kümmern müssen.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung hinsichtlich aller Vorwürfe. Der SPIEGEL hat ihm einen umfangreichen Fragenkatalog zu den Vorwürfen geschickt. Er selbst äußerte sich nicht dazu.
Ulmens Anwälte boten dem SPIEGEL ein Hintergrundgespräch an, das vor der Veröffentlichung des Artikels stattfand. Die Juristen gingen dabei auf einen Teil der Vorwürfe gegen Ulmen ein – zuvor hatten sie es allerdings zur Bedingung gemacht, dass nicht über ihre Einlassungen berichtet werden darf.
Die Anwälte, die Ulmen seit der SPIEGEL-Veröffentlichung in der vergangenen Woche vertreten, sprechen im Zusammenhang mit den Vorwürfen unspezifisch von »unwahren Tatsachen«.

vor 2 Stunden
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