Irankrieg: "Trump kann die Europäer für ihr deutliches Nein bestrafen"

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Joachim Krause ist Fachmann für Atomrüstung und war langjähriger Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel.

DIE ZEIT: Israel und die USA greifen seit Ende Februar den Iran an. Einer der vielen Gründe für den Krieg, so ist in beiden Ländern zu hören, sei das militärische Nuklearprogramm des Iran. Hätte es aktuell einen Militärschlag gebraucht, um die atomare Aufrüstung zu stoppen?

Joachim Krause: Ich denke nicht. Der Iran hat sein Anreicherungsprogramm immer hoch- und dann wieder zurückgefahren und nie mit letzter Konsequenz zu Ende geführt. Die Iraner haben durchaus das Wissen für den Bau einer Kernwaffe und die technischen Möglichkeiten. Nach den Luftschlägen Israels und der USA im vergangenen Jahr sind etwa 400 bis 450 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran 235 vermutlich unter vielen Tonnen Stein begraben. Dieses Uran ist noch nicht atomwaffentauglich, es muss auf 90 Prozent angereichert werden. Die entsprechenden Anreicherungsanlagen sollen nach Einschätzung der US-Nachrichtendienste aber zerstört sein. Das iranische Atomprogramm war also schon vor dem Kriegsbeginn Ende Februar um Jahre zurückgeworfen.

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