Zwei Diktatoren, ein Gewehr – durchgeladen! Nordkoreas »Oberster Führer« Kim Jong Un empfängt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Mit im Gepäck: Pralinen, Schnaps und eine Waffe. Aber der Reihe nach: Was ist passiert?
Vor ein paar Tagen reist Lukaschenko nach Pjöngjang, die Hauptstadt Nordkoreas. Dort bereitet ihm sein Amtskollege Kim Jong Un einen herzlichen Empfang: Blumen, fahnenschwenkende Kinder und eine Motorradeskorte, die auf den ersten Blick etwas roboterhaft wirkt.
Weiter geht es auf dem Kim-Il-Sung-Platz: Stramm stehende Soldaten, prachtvolle, weiße Pferde. Aber etwas fehlt. Ach ja, Musik. Das macht gleich andere Stimmung, oder? Dieses Musikstück heißt übrigens »Lied der Freude« und ist die offizielle Einzugsmusik der nordkoreanischen Führer. Es wird aber auch immer dann herausgeholt, wenn hoher Besuch erwartet wird – wie jetzt bei Lukaschenko.
Ein bisschen Heiterkeit, ein bisschen Hymnen lauschen, ein bisschen Parade bestaunen. Wie sieht die Zwischenbilanz des Diktatorenduos aus? Winke-Winke und Daumen hoch – macht offenbar Spaß.
Die andächtige Stimmung darf aber auch nicht zu kurz kommen. Ein prunkvoller Kranz ist vorbereitet. Lukaschenko muss nur noch das Band richten, natürlich auch Blumen vor den Statuen der verstorbenen Kims niederlegen und sich noch schnell ins Gästebuch eintragen. Schöne Unterschrift! Ob da wohl jemand einen Kalligrafiekurs besucht hat?
Weder Gast noch Gastgeber stehen mit leeren Händen da. Hmm, eine Vase mit dem Abbild des Herrschers – was gibt es Schöneres? Auch ein Schwert und eine Münze wechseln den Besitzer und natürlich das anfänglich bereits bestaunte Gewehr.
Aber: Kein Amtsbesuch ohne Inhalt – oder zumindest dem Anschein davon. Die Herrscher der beiden Länder unterzeichneten bei dem Treffen in Nordkorea einen Freundschafts- und Kooperationsvertrag. Einzelheiten sind dazu bisher nicht bekannt. Es liegt aber nahe, dass Nordkorea und Belarus, die beide enge Verbündete von Wladimir Putin sind, auch ihre Beziehungen stärken wollen.
Und wie lässt man einen so erfolgreichen Besuch ausklingen? Mit einem gemeinsamen Essen, ein paar netten Worten, ein bisschen Eiskunstlauf und zünftiger Musik zu Ehren der beiden Machthaber – wie schön.

vor 2 Stunden
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