Raspi-Hersteller legt Verkaufszahlen und Kosten offen

vor 1 Tag 1

Ein Vorteil des Börsengangs der Raspberry Pi Holding Plc: Der Hersteller veröffentlicht erstmals detaillierte Jahreszahlen zu seinen beliebten Einplatinencomputern und Mikrocontrollern. Ziemlich genau sieben Millionen Raspberry Pis und Compute Modules hat die Raspi Plc im Jahr 2024 verkauft. 1,9 Millionen davon gehörten zur Generation Raspberry Pi 5.

Verglichen mit 2023 ging der Verkauf um gut fünf Prozent zurück – laut Firmenchef Eben Upton wegen einer Inventurkorrektur im Sommer 2024. Durchschnittlich brachte jeder Raspi-Einplatinencomputer und jedes Compute Module einen Bruttogewinn von 7,40 US-Dollar ein. Davon gehen noch Steuern und Vertriebskosten ab. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 40,60 US-Dollar.

Der Hersteller betont, dass der Raspberry Pi 5 teurer zu produzieren ist als die vorherigen Generationen. Zusatzkosten von 5 US-Dollar pro Board für die anfangs teureren BCM2712-Chips von Broadcom sollen allerdings nur die ersten zwei Millionen Exemplare betroffen haben.

Die Mikrocontroller-Sparte wuchs derweil erheblich: Im Jahr 2024 verkaufte die Raspi Plc 5,7 Millionen Stück von RP2350 und RP2040. Das sind 84 Prozent mehr als noch 2023. Insgesamt 1,3 Millionen Mikrocontroller wanderten auf die eigenen Pico-Boards. Der Rest ging an Partner, die eigene Produkte mit den kleinen Chips herstellen.

Den Bruttogewinn für Mikrocontroller gibt die Raspi Plc nur insgesamt mit drei Millionen US-Dollar an. Auf die Stückzahlen heruntergebrochen müsste ein einzelner um die 53 US-Cent eingebracht haben. 2023 war diese Sparte noch ein Verlustgeschäft mit -2,2 Millionen US-Dollar. Mit Zubehör wie der KI-Kamera und USB-Hubs machte der Hersteller pro Stück durchschnittlich 1,20 US-Dollar Bruttogewinn.

Upton glaubt, dass die Mikrocontroller-Sparte im Jahr 2025 erstmals höhere Stückzahlen erreichen könnte als die großen Raspi-Boards.

Der Jahresumsatz der Raspberry Pi Holding Plc lag 2024 bei 259,5 Millionen US-Dollar – minimal unter dem Vorjahr. Der betriebliche Gewinn ist mit 17,6 Millionen US-Dollar (-53 Prozent) regelrecht eingebrochen. Daran sind unter anderem Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen und einmalige Ausgaben schuld. Die sogenannte angepasste EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation) sieht mit 26,5 Millionen US-Dollar gesünder aus (2023: 37,6 Millionen).

Die Raspi-Mutter Raspberry Pi Foundation hat mit dem Börsengang 180 Millionen US-Dollar eingenommen, die sie unter anderem für gemeinnützige Projekte in Großbritannien verwendet. In die Raspi Plc flossen 40 Millionen US-Dollar frisches Kapital. Die Raspi Foundation und der eng angebundene Ezrah Charitable Trust halten zusammen 50,02 Prozent Anteile an der Plc, also die Mehrheit.

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(mma)

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