Das Bundesdigitalministerium (BMDS) stellt eine KI-Software namens SPARK Workflow zur Verfügung, die Verwaltungsverfahren in Ländern und Kommunen deutlich beschleunigen soll. Das Tool stehe ab sofort vollständig bereit, teilte das Ministerium mit. Erste Module waren bereits im April 2026 als Open Source veröffentlicht worden. Umfangreiche Anträge, Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen damit nun schneller bearbeitet werden können.
Genehmigungszeiten bei großen Infrastrukturprojekten würden durch die Software halbiert, hieß es in der Ministeriumsmitteilung. Worauf diese Behauptung fußt, blieb allerdings unklar. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) jedenfalls sprach von einem bedeutenden Fortschritt und einem wichtigen Beitrag zur Staatsmodernisierung. SPARK soll dabei Teil des Deutschland-Stacks sein, der der hiesigen Verwaltung einen verbindlichen Rahmen schaffen und den Digitalwildwuchs in Bund, Ländern und Kommunen ausmerzen soll.
Auch wenn das BMDS von einem KI-Tool spricht – ein Basismodell bekommt man damit nicht. Das müssen die betreibenden Behörden dann selbst über ein LLM-Gateway mit OpenAI-kompatiblen Schnittstellen einbinden. Vielmehr handelt es sich bei SPARK um eine Art containerisierter Orchestrierungsschicht für die KI-gestützten Verarbeitungsschritte. Das kann man dann in einer Kubernetes-Infrastruktur betreiben. Der Produktsteckbrief führt quelloffene Sprachmodelle wie Qwen, gpt-oss und Gemma für den Betrieb mit Spark auf.
Computer sagt nein
Laut BMDS ist Spark in Modulen entlang der Verfahrensschritte eines Planungs- und Genehmigungsverfahrens aufgebaut. Das umfasst etwa das Einlesen und Strukturieren der Antragsunterlagen, die dafür von gängigen Dokumentenformaten in Markdown umgewandelt werden, sowie die Extraktion relevanter Informationen daraus. Ebenfalls soll das Tool die formale und materielle Vollständigkeitsprüfung sowie die rechtliche Prüfung leisten und mögliche Bescheidentwürfe formulieren.
Das BMDS spricht dabei von einem Assistenzsystem, alle fachlichen Entscheidungen würden weiter von den Behördenmitarbeitern getroffen. Ebenfalls weist das Ministerium darauf hin, dass jede Behörde selbst für den operativen Einsatz datenschutzrechtlich verantwortlich bleibt.
SPARK ist quelloffen und steht unter EUPL-1.2-Lizenz sowie den Lizenzen verwendeter Bausteine. Ein Repository mit weiteren Informationen zum Tool findet sich auf Open Code.
(axk)









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