Pressefreiheit: Journalist der Deutschen Welle in der Türkei festgenommen

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Weil er angeblich den türkischen Präsidenten beleidigt haben soll, wurde ein Korrespondent der Deutschen Welle festgenommen. Die Intendantin fordert seine Freilassung.

20. Februar 2026, 1:25 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP,

 Die Intendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing, hat die sofortige Freilassung des Korrespondenten Alican Uludağ gefordert.
Die Intendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing, hat die sofortige Freilassung des Korrespondenten Alican Uludağ gefordert. © Monika Skolimowska/​dpa

Ein langjähriger Korrespondent der Deutschen Welle (DW) ist in Ankara festgenommen worden. Die türkische Staatsanwaltschaft in Istanbul wirft Alican Uludağ unter anderem vor, den Präsidenten auf sozialen Netzwerken "beleidigt" und "irreführende Informationen" verbreitet zu haben. Der Journalist befinde sich in Gewahrsam.

Die Intendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing, bezeichnete die Vorwürfe als haltlos. Sie forderte die umgehende Freilassung des Korrespondenten und warf der türkischen Regierung die Unterdrückung der Pressefreiheit vor. Uludağ sei "ein bekannter Investigativjournalist, der unter anderem zu Korruption recherchiert, sehr gut vernetzt ist und Zugang zu wichtigen Quellen hat", sagte Massing. 

Wie der Sender mitteilte, beziehen sich die Anschuldigungen auf einen Onlinepost von vor etwa eineinhalb Jahren. Darin habe Uludağ sich kritisch über Maßnahmen der türkischen Regierung geäußert, die mögliche Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) freigelassen habe. Der türkischen Regierung habe er Korruption vorgeworfen.

Uludağ ist für Berichte über Menschenrechtsverletzungen bekannt

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisierte die Festnahme. Diese sei "Teil der gerichtlichen Schikanen gegen seriöse Journalisten" in der Türkei. Uludağ könnte "mit seinen Recherchen die Regierenden verärgert haben", sagte RSF-Vertreter Erol Önderoglu.

Uludağ ist Gerichtsreporter und berichtet für die Deutsche Welle unter anderem über Menschenrechtsverletzungen. Nach Angaben des Senders wurde er ins Präsidium der Istanbuler Provinzpolizei gebracht, die höchste Polizeibehörde der Stadt. Am Freitag soll Uludağ demnach dem Haftrichter vorgeführt werden.

In der Türkei wurden in der Vergangenheit immer wieder Journalisten festgenommen. Von 2017 bis 2018 befand sich etwa der deutsche Journalist Deniz Yücel in türkischer Haft.

Im Januar wurde bereits ein Journalist der Deutschen Welle in Niger festgenommen. Die nigrischen Behörden warfen dem DW-Mitarbeiter Gazali Abdou wegen eines Berichts über Geflüchtete vor, die öffentliche Ordnung zu stören.

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