Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella liegt bei der Stichwahl um das kolumbianische Präsidentenamt knapp vorn: Er kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 49,7 Prozent. Auf seinen Gegenkandidaten, den linken Senator Iván Cepeda, entfielen 48,7 Prozent (hier die Ergebnisse der Wahlbehörde).
Am 7. August wird de la Espriella wohl den linken Amtsinhaber Gustavo Petro ablösen. Er durfte laut Verfassung nicht erneut kandidieren.
Damit vollzieht das südamerikanische Land inmitten einer Welle der Gewalt einen scharfen Rechtsruck. Der 47-jährige de la Espriella will bewaffnete Gruppen militärisch bekämpfen und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierungen. Der Rechtsaußenpolitiker, der sich selbst »Der Tiger« nennt, will ins Drogengeschäft verwickelte Guerillagruppen auch mit Luftangriffen bekämpfen. Außerdem will er im Kampf gegen die Kriminalität – ähnlich wie in El Salvador – Mega-Gefängnisse errichten.
Im Wahlkampf sagte de la Espriella der Nachrichtenagentur AFP, er werde das Militär eine 90-tägige Offensive mit Bombardierungen und Ausräucherung von Koka-Plantagen führen lassen. Dafür wolle er sich die Unterstützung der USA und Israels holen. Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt.
Trump spricht von einem »großen« Sieg
De la Espriella war in der ersten Wahlrunde vor drei Wochen mit 44 Prozent überraschend auf dem ersten Platz gelandet. Senator Cepeda kam dabei auf 41 Prozent (mehr über ihn erfahren Sie hier ).
US-Präsident Donald Trump hatte de la Espriella im Wahlkampf seine »vollständige und totale Unterstützung« zugesprochen. Nach Bekanntwerden der Ergebnisse vom Sonntag sagte de la Espriella, er habe gerade mit dem US-Präsidenten gesprochen. »Er hat seine Unterstützung, seine Anerkennung unseres Siegs zum Ausdruck gebracht.« Trump wiederum erklärte bei Truth Social , de la Espriella habe einen »großen« Sieg eingefahren.
US-Außenminister Marco Rubio schrieb bei X , er habe dem Wahlsieger de la Espriella gratuliert.
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Rund 41 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren zu dem Urnengang aufgerufen. Die Wahl fand inmitten der schlimmsten Gewaltwelle in Kolumbien seit einem Jahrzehnt statt. Zehn Jahre nach dem historischen Friedensschluss zwischen der Regierung und der einstmals mächtigen Guerillaorganisation Farc sind in Kolumbien weiterhin viele bewaffnete Gruppen aktiv. Das Spektrum reicht von Abspaltungen der früheren Farc über rechte paramilitärische Gruppierungen bis hin zu Drogenbanden.
Kolumbien war über viele Jahre hinweg der wichtigste Verbündete der USA in Südamerika. Seit dem Amtsantritt Petros verschlechterten sich die Beziehungen jedoch. Einer der Gründe waren die Angriffe des US-Militärs auf angebliche Drogenboote in der Karibik und im östlichen Pazifik, bei denen auch kolumbianische Staatsbürger getötet wurden. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein.

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