Nahost: Israel hebt kriegsbedingte Einschränkungen an Grenze zu Libanon auf

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Nach einer neuen Waffenruhe mit der Hisbollah beurteilt Israel die Sicherheitslage an seiner nördlichen Grenze neu. Die Armee soll aber den Südlibanon besetzt halten.

Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, dpa, 22. Juni 2026, 1:58 Uhr

 Frauen in Israel blicken über die Grenze in den Libanon. Die israelische Regierung hebt Einschränkungen in der Region auf, die wegen des Konflikts mit der Hisbollah-Miliz eingeführt worden waren.
Frauen in Israel blicken über die Grenze in den Libanon. Die israelische Regierung hebt Einschränkungen in der Region auf, die wegen des Konflikts mit der Hisbollah-Miliz eingeführt worden waren. © Gil Eliyahu/​REUTERS

Israel hat angekündigt, alle wegen des Krieges mit der Hisbollah-Miliz erlassenen Einschränkungen in seinen nördlichen Grenzregionen aufzuheben. Ab diesem Montag um 5 Uhr Ortszeit würden »alle Beschränkungen im Gebiet der Konfrontationslinie aufgehoben«, teilte die israelische Armee mit. Die Anpassung der Vorschriften für die Bevölkerung sei nach einer Lagebeurteilung beschlossen worden.

Laut Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird das israelische Militär die eingerichtete Zone im Südlibanon entlang der israelischen Grenze weiterhin besetzen. Die Streitkräfte würden dort »so lange wie nötig« bleiben. »Wir haben eine Sicherheitszone im Libanon eingerichtet, und wir werden sie so lange aufrechterhalten, wie es zum Schutz unseres Volkes notwendig ist«, sagte Netanjahu in Jerusalem.

Hisbollah -Chef Naim Qassem sagte, Israel werde nicht im Libanon bleiben. Seine Miliz werde auf jede Verletzung der Waffenruhe von israelischer Seite reagieren.

Waffenruhe war zuvor brüchig

Nachdem Israel und die USA im Februar den Iran angegriffen hatten, stellte sich die Hisbollah im Libanon Anfang März an die Seite ihrer iranischen Schutzmacht und attackierte Israel. Israel reagierte mit Gegenschlägen und startete die Bodenoffensive im Südlibanon. Dort hält die Armee seitdem weite Teile besetzt. Israel strebt nach eigenen Angaben einen Friedensvertrag und eine Entwaffnung der Hisbollah an, die im Libanon eine Art Staat im Staate bildet. Der Iran fordert bei seinen Verhandlungen mit den USA, Israel solle sich aus dem Südlibanon zurückziehen.

Die anhaltenden Kämpfe im Libanon zwischen der Hisbollah und Israel haben für Verstimmungen zwischen den USA und dem Iran gesorgt, da das kürzlich geschlossene Rahmenabkommen zwischen den beiden Ländern auch ein Ende der militärischen Konflikte im Libanon vorsieht. Israel und die Hisbollah werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die dort geltende Waffenruhe vor. Iran und die USA verhandeln derzeit in der Schweiz über ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Irankriegs

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