Nach wie vor leben die etwa zwei Millionen Bewohner des Gazastreifens unter katastrophalen Bedingungen. Das beklagen Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen. Zudem setzt die israelische Armee nahezu täglich ihre tödlichen Angriffe fort, trotz der im Oktober vereinbarten Waffenruhe fort, sagt SZ-Redakteur Leonard Scharfenberg, der gerade aus Tel Aviv berichtet. Mehr als 830 Menschen seien seither getötet worden, darunter viele Zivilisten.
Zwar würden Vertreter der Hamas und Israels in Ägypten indirekt miteinander verhandeln, Fortschritte aber würden dort keine erzielt. Beiden Seiten würde der Status Quo reichen, allerdings zu Lasten der Zivilbevölkerung. Von der zweiten Phase des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump sei man weit entfernt. So habe die Hamas keinerlei Interesse an ihrer eigenen Entwaffnung, da dies ihre politische Macht und Identität gefährde. Und Israels Premier Benjamin Netanyahu befindet sich bereits mitten im Wahlkampf für die von ihm ausgerufenen Neuwahlen im Oktober. Zudem ist Israel gleichzeitig in Konflikte mit Iran und Libanon verwickelt. Auch der Wiederaufbau im Gazsstreifen sei praktisch noch gar nicht angelaufen. Weniger als ein Prozent der Trümmer seien bisher beseitigt und es mangele an Baumaschinen und Material.
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