„Play“-App für SwiftUI-Developer: Entwickler gehen zu Apple

vor 2 Tage 1

Apple hat offenbar einen interessanten „Aqui-Hire“ vorgenommen: Das Team hinter einer preisgekrönten Entwickler-App soll nun in Cupertino tätig sein. Das geht aus einer Liste hervor, die die Europäische Kommission auf ihrer Digital-Markets-Act-Website publiziert, weil sogenannte Gatekeeper die EU-Behörden über Aufkäufe informieren müssen. Für das Jahr 2026 werden hier insgesamt fünf Unternehmen genannt, von denen vier Übernahmen durch Apple bereits bekannt waren: PromptAI und Animato, PatchFlyer (alias Color.io) sowie die wichtige israelische KI-Firma Q, die eine Sprachsteuerung durch stummes Sprechen erfunden hat. Neu ist nun das Unternehmen Rabbit 3 Times, Inc., das insbesondere durch den Gewinn eines Apple Design Awards im Jahr 2025 hervorstach. Rabbit 3 Times entwickelte eine App namens Play, die ein spielerisches Prototyping von SwiftUI-Anwendungen ermöglicht. Die Play-App wurde mittlerweile aus dem App Store entfernt.

Laut der DMA-Website hat sich Apple neben „bestimmten Assets“ des Unternehmens vor allem das Recht gesichert, Mitarbeiter von Rabbit 3 Times anzuwerben und zu beschäftigen – also eine klassische Kombination aus Aufkauf und Integration. „Play bietet iOS- und macOS-Tools zum Design, Prototyping und Erstellen von SwiftUI-Code in Echtzeit“, heißt es in der Beschreibung, die wohl von Apple selbst stammt.

Die Übernahme wurde offenbar bereits durch die Europäische Kommission genehmigt. Solche Käufe werden stets nach einer viermonatigen Frist offiziell publik gemacht. Neben Apple müssen auch andere von der EU als Gatekeeper titulierte Unternehmen melden. Dies sind Alphabet (Google), ByteDance (TikTok), Meta (Facebook, WhatsApp, Instagram), Amazon sowie Microsoft.

In Apples Beschreibung der Play-App, die den Apple Design Award für „Innovation“ erhalten hatte, wird die „mächtige, aber leicht zu navigierende“ Nutzerschnittstelle gelobt. „[Sie] hilft Designern, interaktive Prototypen zu erstellen und über Mac und iPhone hinweg zusammenzuarbeiten“. All dies werde in Echtzeit synchronisiert.

Es ist sehr gut möglich, dass der Aufkauf nun dazu führt, dass Teile von Play in Form einer eigenen SwiftUI-Prototyping-App oder schlichtweg als Teil von Xcode erneut auf den Markt kommen. Es ist ein klassischer Kauf von Funktionen, die gut in Apples Portfolio passen. Der Konzern setzt seit Jahren auf derart kleinteilige Aufkäufe, die sich einfach integrieren lassen.

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(bsc)

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