Dario Fossi, Trainer des VfB Oldenburg, kann im Kampf um den Klassenerhalt mittlerweile nahezu aus dem Vollen schöpfen. Nick Otto zahlte am vergangenen Wochenende bei seinem Startelf-Debüt das Vertrauen zurück.

Leidenszeit zu Ende: Nick Otto ist nach monatelangem Ausfall wieder für Oldenburg am Ball. Fabian Speckmann
Mit seinem Treffer zum 2:1 in der 48. Minute machte Nick Otto den Sonntag für sich perfekt. Beim 4:2-Sieg bei Holstein Kiel II stand der 25-Jährige erstmals in der Startelf des VfB Oldenburg, nachdem er sich im Sommer bei einem Vorbereitungsturnier den Knöchel gebrochen hatte. "Das war meine schwierigste Zeit im Fußball", erzählt Otto im Gespräch mit dem kicker. "Ich hatte es noch nie, dass ich ein halbes Jahr nicht Fußball spielen konnte." Die Reha in Wolfsburg nutzte er, um an Muskelmasse zuzulegen. Jetzt bringt er 83 statt 80 Kilogramm auf die Waage. Seit Beginn des Jahres ist Otto, dessen Zukunft über den Sommer hinaus offen ist, nun wieder fit. "Nick kann stolz auf sich sein. Es ist nicht selbstverständlich, nach einer langen Verletzung so zurückzukommen", lobt Trainer Dario Fossi.
Auf seinen ersten Startelf-Einsatz musste Otto allerdings ein wenig warten. Vor allem, weil der Trainer nach den brachialen Verletzungssorgen in der Hinrunde mittlerweile die Qual der Wahl besitzt. "Momentan schaue ich auf die Bank und sehe überall Startelfspieler", sagt Fossi, der im Rahmen der Winter-Vorbereitung extrem darauf geachtet hat, die Belastung zu dosieren und den Spielern Pausen zu gönnen. Von den Langzeitverletzten fehlt einzig Kapitän Christopher Buchtmann (Kreuzbandriss) noch. Nachdem Willem Hoffrogge sich gegen den Hamburger SV II eine Gehirnerschütterung zugezogen hat, wird er sicherheitshalber auch am Freitagabend im Heimspiel gegen Weiche Flensburg noch geschont.
Fossi wird vor der Partie bei seiner mittlerweile seit zwölf Spielen ungeschlagenen Mannschaft wieder einige knifflige Entscheidungen treffen müssen. Dies gilt auch für die Personalie Otto, denn mit Adem Podrimaj kehrt nach seiner Gelbsperre ein weiterer Sechser zurück. Dass der VfB im vergangenen Sommer Otto als Sechser vorstellte, war indes eine Überraschung. Schließlich war dieser im Nordwesten durch seine Zeit beim SSV Jeddeloh II vor allem als Innenverteidiger bekannt. "Am Anfang hätte ich gesagt, dass ich 60:40 zur Innenverteidigung tendiere. Aber die Sechs macht mir mittlerweile auch richtig Spaß", erzählt Otto. Auch Fossi hatte Otto eher als Innenverteidiger verortet. "Wir mussten nach Nicks Verletzung erstmal schauen, ob die Sechser-Position für ihn passt und haben schnell gemerkt, dass das funktionieren kann."
Boccaccio erstmals in der Startelf
Otto ist allerdings nicht der einzige Akteur, der in Kiel Eigenwerbung betreiben konnte. Unter Fossi stand auch Julian Boccaccio erstmals in der Startelf. Er erzielte in der 41. Minute das 1:1 und eroberte vor Rafael Brands Treffer zum 3:1 den Ball (59.). Auch Linus Schäfer setzte mit seinem Traumtor aus der Distanz ein Ausrufezeichen (74.). Gegen die Flensburger wird nicht allein das 13. ungeschlagene Spiel in Serie, sondern der zweite Sieg in Serie angepeilt. Dieser wäre der nächste wichtige Schritt in Richtung Klassenerhalt, der mittlerweile womöglich sogar mit einer Platzierung vor dem Erzrivalen Meppen gelingen könnte.
Karsten Lübben