In Norwegen müssen schwangere Spielerinnen künftig nicht um ihre fußballerische Zukunft bangen. Der Verband beschloss eine weltweit einzigartige Neuerung, die im Falle einer Schwangerschaft eine automatische Vertragsverlängerung zusichert.

Cecilie Redisch Kvamme (Mitte) wurde im Dezember Mutter einer Tochter. IMAGO/Bildbyran
"Das sind sehr gute Neuigkeiten", freute sich Cecilie Redisch Kvamme vom SK Brann Bergen gegenüber der norwegischen Zeitung Verdens Gang. Die 29 Jahre alte Verteidigerin war kurz vor Weihnachten Mutter einer Tochter geworden - und durfte nun erfahren, dass für Spielerinnnen wie sie im norwegischen Fußball klare Regelungen getroffen wurden.
Denn der Verband führte am Dienstag die weltweit einzigartige Neuerung ein, Spielerinnen der Toppserien - Norwegens höchster Spielklasse im Frauenfußball - ab sofort im Falle einer Schwangerschaft automatisch mit einer Vertragsverlängerung um ein Jahr abzusichern, sollte sich die Spielerin in ihrem letzten Vertragsjahr befinden.
Die ligaweite Verpflichtung tritt in Kraft, sofern die betroffene Fußballerin sich vor Ablauf ihres Vertrages in der zwölften Schwangerschaftswoche befindet. Klubs wie Meister Valerenga IF oder Rosenborg BK hatten eine entsprechende Regelung bereits vor der allgemeinen Liga-Verordnung eingeführt. Auch die AC Mailand ist in Italien seit August 2024 Vorreiter.
"Wichtiger Schritt in Richtung eines verantwortungsvollen Arbeitgebers"
"Es soll für professionelle Fußballspielerinnen in Norwegen sicher sein, schwanger zu werden", begründete Ligachefin Marianne Solheim den Schritt und betonte: "Wir möchten ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem Spielerinnen nicht zwischen dem Spitzenfußball und ihrer Lebensentscheidung wählen müssen. Als Arbeitgeber haben wir die Verantwortung, für den ganzen Menschen zu sorgen - nicht nur für den Athleten. In einer Liga mit einem niedrigen Durchschnittsalter ist es besonders wichtig, dass junge Spieler erkennen, dass es möglich ist, Beruf und Familie zu vereinbaren. Mit diesem Schritt macht die Toppserien einen wichtigen Schritt in Richtung eines modernen und verantwortungsvollen Arbeitgebers."
"Viele hören auf, bevor sie die Spitze erreichen, weil sie eine Familie gründen wollen", berichtet Kvamme, die nach der Geburt ihrer Tochter bereits zum Saisonstart in Norwegen am 23. März wieder auf dem Platz stand. "Ich finde es großartig, dass sie auf diese Weise dafür sorgen können, dass die Leute beides tun können."
kmx, SID