Im Prozess gegen Marius Borg Høiby hat das erste mutmaßliche Opfer ausgesagt. »Ich sitze hier und zittere«, sagte die Frau laut der norwegischen Nachrichtenagentur NTB. »Ich finde das alles surreal und bin ziemlich überfordert.« Es sei unangenehm und ungerecht, in den Fall hineingezogen zu werden. Der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit ist in insgesamt 38 Punkten angeklagt – unter anderem in vier Fällen von Vergewaltigung nach norwegischem Recht.
An einem Abend im Dezember 2018 soll Høiby die Frau nach einer Party in Oslo gemeinsam mit mehreren Freunden in die Residenz des Kronprinzenpaares – das Anwesen Skaugum – eingeladen haben. Dort habe sie Alkohol getrunken, sagte die Frau dem norwegischen Fernsehen zufolge.
In dieser Nacht sei der Norweger ihr auf die Toilette gefolgt. »Wir hatten einige Sekunden lang Sex, aber dann habe ich abgebrochen«, sagte die Frau laut NRK vor Gericht. Høiby habe die Toilette verlassen, und auch sie sei kurz darauf zu den anderen Gästen zurückgekehrt. Die Zeit danach sei für sie wie ein »großes schwarzes Loch«: Das Nächste, an das sie sich erinnere, sei, wie jemand ein Taxi für sie bestellt habe. Sie habe Skaugum aber in guter Stimmung verlassen.
Die Staatsanwaltschaft führt ein Video als Beweis gegen Høiby an. Høiby soll es in dieser Nacht von dem mutmaßlichen Opfer gemacht haben. Darauf soll zu sehen sein, wie er die Frau im Geschlechtsbereich berührt. »Aufgrund dessen, wie sie in diesem Video wirkt – und ihrer Aussage – geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls schlief«, hatte Staatsanwalt Sturla Henriksbø zum Auftakt des Prozesses erklärt.
Die Aussage der Frau fand hinter verschlossenen Türen statt. Sie darf weder identifiziert noch fotografiert werden. Nur wenige norwegische Medien durften im Gerichtssaal mithören. Auch der Angeklagte musste den Raum verlassen.
Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Drogendelikte: Die Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby wiegen schwer. Worum es in dem Prozess geht und wie sich der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit zum Prozessauftakt geäußert hat, lesen Sie hier .

vor 5 Stunden
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