Nordkorea: Südkoreas Geheimdienst sieht Kim Jong Uns Tochter als Nachfolgerin

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Der südkoreanische Geheimdienst NIS sieht in der Tochter von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un dessen politische Nachfolgerin. »Dies ist kein Urteil, das auf einfachen Indizien beruht, sondern auf Geheimdienstinformationen«, sagte NIS-Direktor Lee Jong Seok, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtet . Lee machte die Bemerkungen demnach während eines parlamentarischen Briefings.

Zuletzt war Kim Jong Uns Tochter gehäuft bei Besuchen der Armee zu sehen. Mitte März veröffentlichte Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA Fotos, auf denen das Mädchen an der Seite seines Vaters augenscheinlich auf einem militärischen Ausbildungsstützpunkt einen Panzer steuert.

Nach Einschätzung von NIS sollte der Auftritt Zweifel an den militärischen Fähigkeiten und der Eignung von Kims Tochter als weibliche Führungsfigur zerstreuen. Bislang wurde das patriarchal geprägte Nordkorea ausschließlich von Männern regiert – zuerst von Staatsgründer Kim Il Sung, dann von dessen Sohn Kim Jong Il und nun von Enkel Kim Jong Un.

Offiziell ist bislang nur wenig über sie bekannt. Weder ihr Alter noch ihr Name wurden von den nordkoreanischen Staatsmedien bestätigt. Laut Ex-Basketballprofi Dennis Rodman, der Kim 2013 in Nordkorea persönlich getroffen hat, soll die Tochter mit Vornamen Ju Ae heißen. Ihr Alter wird auf ungefähr 13 oder 14 Jahre geschätzt.

Schon im März hatten Aufnahmen, die Kim Jong Uns Tochter auf dem Schießstand einer Munitionsfabrik zeigen, für Spekulationen gesorgt: Der 42 Jahre alte Diktator bringe sie als Favoritin für seine Nachfolge ins Spiel, hieß es. Die Einschätzungen sind jedoch umstritten. Einige Experten gehen davon aus, dass Kim Jong Un neben seiner Tochter möglicherweise noch weitere Kinder hat, darunter auch einen Sohn, der der Öffentlichkeit zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert werden könnte.

Schwester zählt zu engsten Vertrauten

Auch seine Schwester, Kim Yo Jong, zählt zu den engsten Vertrauten ihres Bruders und ist eine der einflussreichsten Frauen in Pjöngjang. In einem Streit über von Südkorea ausgehende Drohnenflüge über nordkoreanisches Territorium hatte sie sich in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Stellungnahme lobend über den südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung geäußert. Dieser hatte sein Bedauern wegen der Drohnenflüge ausgedrückt und erklärt, sie seien ohne Genehmigung der Regierung durchgeführt worden.

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