Smartphone-Halterungen für Fahrräder im Test: Modelle von SKS, Contec, SP Connect und mehr

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Dieser Testbericht erschien zuletzt am 30.03.2025. Wir haben zwei neue Produkte getestet und den Artikel aktualisiert.

Ob im Urlaub oder beim Cruisen durch die Großstadt: Ein Smartphone kann helfen, die schönste oder kürzeste Route zum Ziel zu finden. Neben spezialisierten Apps wie Komoot und Strava beherrschen kostenlose Dienste wie Google Maps und Apples »Karten«-App die Routenplanung für Radfahrer.

Das aber funktioniert nur, wenn man das Smartphone im Blick hat, also am Lenker befestigen kann. Entsprechende Halterungen gibt es viele: von einfachen Silikonbändern bis zu Systemlösungen, die Halterung man dauerhaft an Lenker oder Vorbau montiert. Das Smartphone wird dann mithilfe eines speziellen Cases daran befestigt. Teils sind sogar passende Powerbanks erhältlich, die das Handy unterwegs mit Strom versorgen.

Während Silikonbänder für fast jedes Smartphone passen, sind Cases auf bestimmte Modelle zugeschnitten. Die größte Auswahl haben iPhone-Besitzer, für die viele Anbieter Cases im Programm haben. Aber auch für Samsung- und Google-Handys gibt es Angebote.

Wer ein weniger weit verbreitetes Smartphone hat, kann auf eine Universalhülle zurückgreifen. Diese sind oft als Taschen mit einer Klarsichtfolie über dem Display ausgeführt. Handys sitzen darin Taschen nicht so fest wie in maßgefertigten Cases, dafür sind solche Taschen meist wasserdicht. Aber auch hier müssen Sie auf die Größe achten: Nicht jedes Smartphone passt in jede Handytasche.

Eine dritte Variante sind Halterungen, die das Smartphone ganz ohne zusätzliche Hülle oder Tasche mit Klemmbacken arretieren.

Wasserfest?

Ob Sie eine wasserdichte Hülle benötigen, müssen Sie selbst entscheiden. Wir haben in diesem Test keine solchen Cases aufgenommen. Zum einen engen sie die Nutzbarkeit des Handys ein, weil der Touchscreen darin nur eingeschränkt, manchmal gar nicht, nutzbar ist. Telefonieren ist damit kaum möglich. Zum anderen sind viele moderne Smartphones ohnehin wasserfest. Smartphones mit den Schutzklassen IP67 und IP68 sollten bei einem Schauer ausreichend geschützt sein. Aber: Schauen Sie lieber in den technischen Daten des Smartphones nach, ob es diese Anforderung erfüllt.

Das System von SP Connect ist breit ausgebaut und bietet viele Optionen, wie etwa, das Smartphone außer am Fahrrad auch im Auto und am Motorrad zu befestigen und aufzuladen. Allerdings benötigt man für die volle Funktionalität eine entsprechende Hülle von SP Connect. Wer auf seine Lieblingshülle nicht verzichten mag, wird eher mit der Universal-Halterung Smartgrab 360 von SKS glücklich. Sie lässt sich mit fast allen Smartphones einsetzen und kann dauerhaft am Fahrradlenker verbleiben.

Diese Produkte haben wir getestet:

 Im Hoch- und Querformat nutzbar

SKS Smartgrab 360: Im Hoch- und Querformat nutzbar

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die Universalhalterung von SKS überzeugt vorrangig durch ihre einfache Handhabung. Das Smartphone wird zwischen zwei unter Federspannung stehende Backen geklemmt. Die Scherentechnik hält das Gerät sicher fest, mit etwas Übung kann man es sogar einhändig einklemmen.

Zum stabilen Sitz trägt eine weiche und geriffelte Gummierung der Backen und der Auflagefläche bei. Anders als bei vielen anderen Klemmhalterungen drücken die angeschrägten Backen nicht auf die Seitentasten des Smartphones. Ob man sein Handy mit oder ohne Hülle einspannt, spielt keine Rolle.

Die Smartgrab 360 wird über eine Rundklemme mit einer Innensechskant-Schraube am Lenker befestigt. Adapter für unterschiedliche Lenkerdurchmesser liegen bei. Die Halterung kann zudem gedreht werden, um zwischen Hoch- und Querformat zu wechseln.

 SKS liefert Adapterringe (unten) und Unterlegbänder (rechts im Bild) für diverse Lenkerdurchmesser mit

Anpassbar: SKS liefert Adapterringe (unten) und Unterlegbänder (rechts im Bild) für diverse Lenkerdurchmesser mit

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Testfahrten auf Kopfsteinpflaster brachten das in die Smartgrab 360 eingespannte Testhandy nicht aus der Ruhe. Allerdings reicht die 150 Gramm wiegende Halterung Vibrationen ungedämpft an das Smartphone durch, sodass es gelegentlich vibriert und schwer ablesbar ist. Ansonsten verhielt sich die Halterung im Test unauffällig.

Das gefällt an der Smartgrab 360: Sie ist komfortabel bedienbar und kann dauerhaft am Lenker bleiben.

Das weniger: Wegen ihres hohen Gewichts eignet sie sich nicht für leichte Sporträder.

Für wen sich die Smartgrab 360 eignet: Menschen, die ihr Smartphone häufig einsetzen und wieder abnehmen wollen.

 Die Backen werden mit einer Rändelschraube festgezogen

Contec Bug Pro: Die Backen werden mit einer Rändelschraube festgezogen

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Hersteller Contec setzt bei dem Universalhalter Bug Pro komplett auf Metall. Lediglich für die Backen der Klemmhalterung liegen selbstklebende Gummis bei. Die sollte man auf jeden Fall verwenden, weil sie das Smartphone zusätzlich stabilisieren. Trotzdem würde ich mein Smartphone nicht ohne schützende Hülle in den Bug Pro einspannen, da dessen Rückseite sonst dann auf dem Metall des Halters aufliegen würde und zerkratzen könnte.

Mittels einer Rändelschraube spannt man das Smartphone in der Halterung fest. Das ist deutlich umständlicher als etwa der Scherenmechanismus von SKS: Zunächst muss die Schraube gelöst werden, damit man das Smartphone einsetzen kann, dann für wieder festgedreht werden. Beim iPhone 16 Pro greifen die Backen glücklicherweise ein Stück unterhalb der Seitentasten. Das könnte bei anderen Modellen anders sein.

Der Bug Pro wird mit einem Ring und einer Innensechskantschraube am Lenker befestigt. Für kleinere Lenkerdurchmesser liegen Adapterringe bei. Ein ordentlich festgezogenes Smartphone fällt auch bei schnellen Fahrten über Kopfsteinpflaster nicht heraus. Sitzt kein Smartphone im Halter, sollte man die verstellbare Backe dennoch festziehen, sonst klappert sie beim Fahren leise vor sich hin. Ohne Smartphone wiegt der Halter 129 Gramm.

 Nur die beiden Adapterringe für dünnere Lenker (links im Bild) sind aus Kunststoff

Komplett aus Metall: Nur die beiden Adapterringe für dünnere Lenker (links im Bild) sind aus Kunststoff

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

In den Bug Pro lassen sich Smartphones mit Breiten von 55 bis 100 Millimetern einspannen, damit sind nahezu alle Modelle am Markt abgedeckt. Wer sein Gerät quer ausrichten will, kann den Spannmechanismus um 90 Grad gedreht einsetzen. Mittig lässt sich die Halterung dann aber nicht ausrichten. Für den Einsatz im Querformat sind andere Universalhalter (etwa von SKS oder Lezyne) besser geeignet.

Das gefällt an der Bug Pro: Sie ist stabil und kann dauerhaft am Lenker bleiben.

Das weniger: Im täglichen Einsatz ist sie weder bequem noch flexibel.

Für wen sich der Bug Pro eignet: Radfahrerinnen, die eine Halterung aus Metall einer aus Kunststoff vorziehen.

 Der blaue Hebel wird zum Lösen des Smartphones heruntergedrückt

Quad-Lock-Fahrrad-Kit: Der blaue Hebel wird zum Lösen des Smartphones heruntergedrückt

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Das System des australischen Anbieters Quad Lock bietet Cases für Smartphones von Apple, Google und Samsung an. Zudem gibt es eine Universalhalterung, die mittels Klebefolie an beliebigen Smartphone-Hüllen befestigt werden kann. Wir das Case für das Pixel 7 Pro zusammen mit der Halterung »Out Front Mount Pro« getestet, die an Lenker mit 22,2 bis 31,8 Millimeter Durchmesser passt. Es gibt von Quad Lock noch weitere Halterungen für Fahrräder, aber auch für Autos und Motorräder.

Quad Lock betont die Sicherheit: Das Case ist etwas kräftiger als die der vergleichbaren Systeme von SP Connect und Fidlock. Wer so das Case dauerhaft am Smartphone lässt, könnte es als dick empfinden.

Dafür ist die Verbindung zwischen Case und Halterung sehr stabil. Das Smartphone wird um 45 Grad versetzt auf die Halterung gedrückt und dann in Position gedreht. Dabei kann man den Bildschirm wahlweise ins Hoch- oder Querformat drehen. Das Case rastet dann hörbar ein und lässt sich nur lösen, wenn gleichzeitig mit der Drehung ein Hebel gedrückt wird. Wer das Smartphone dauerhaft im Querformat nutzt, sollte den Sicherungshebel um 90 Grad versetzen, da man sonst immer unter das Case greifen muss. Mit einem Innensechskantschlüssel ist das schnell erledigt.

 Der blaue Hebel kann gegen andere Farbvarianten getauscht werden

Flexible Systemlösung: Der blaue Hebel kann gegen andere Farbvarianten getauscht werden

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

In der Praxis sitzt das Smartphone fest in der Quad-Lock-Halterung. Bei Fahrten über Kopfsteinpflaster und im Wald hatte ich nie Angst um mein Telefon. Mich hat aber gestört, dass man das Case zum Einrasten sehr kräftig auf die Halterung drücken muss. Etwas leichter geht das, wenn man beim Einsetzen den Sicherungshebel drückt.

Quad Lock bietet auch MagSafe kompatible Cases an, in denen iPhones unterwegs induktiv aufgeladen werden können.

Das gefällt am Quad Lock Fahrrad-Kit: Das System hält das Smartphone sehr sicher und alle Komponenten wirken robust.

Das weniger: Das Einsetzen in die Halterung ist gewöhnungsbedürftig.

Für wen sich das Fahrrad-Kit von Quad Lock eignet: Mountainbiker und alle, die ihr Smartphone auf rauem Terrain sicher befestigen wollen und sich nicht am dicken Case stören.

Lezyne Smart Grip Phone Mount

 Unkomplizierte Universalhalterung

Lezyne Smart Grip Phone Mount: Unkomplizierte Universalhalterung

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die Universal-Halterung von Lezyne wirkt zunächst unspektakulär, weil man sie sie mit einem kräftigen Gummiband am Lenker befestigt. Das funktioniert mit unterschiedlichen Lenkerdurchmessern klappt gut, weil die ebenfalls gummierte halbrunde Aufnahme sehr flexibel ist. Wer eine ungewöhnliche dicke Lenkerstange hat, kann die Aufnahme entfernen und nur den Gurt einsetzen. So kann man die Halterung auch am Vorbau befestigen.

Das Smartphone wird auf die gummierte Alu-Platte aufgelegt und mit einem Gummi an allen vier Ecken festgezogen. Im Test mit einem Pixel 7 Pro funktionierte das perfekt, es ließ sich mit und ohne Hülle befestigen. Lezyne gibt an, dass sich Smartphones bis zu einer Länge von 171,9 Millimeter und einer Breite von 88,4 Millimeter einspannen lassen. Wer ein deutlich kleineres Gerät hat, kann ein beiliegendes kurzes Spanngummi nutzen, das Smartphones mit einer Minimalgröße von 115 mal 58 Millimeter hält.

 Lezyne liefert Spanngummis für unterschiedliche Smartphoneformate mit

Für Groß und Klein: Lezyne liefert Spanngummis für unterschiedliche Smartphoneformate mit

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Im Test saß ein Smartphone auch beim Überfahren der vielen Wurzelaufbrüche auf den Radwegen meiner Pendlerstrecke fest am Lenker. Praktisch: Man kann es stufenlos drehen, nachdem man es befestigt hat.

Ein Nachteil: Parkt man das Fahrrad und will die Halterung nicht mitnehmen, kann sie ohne Werkzeug entfernt werden. Fährt man ohne Smartphone, flattert das Spanngummi im Fahrtwind. Verloren geht es aber nicht.

Das gefällt am Smart Grip Phone Mount von Lezyne: Es hält nahezu alle Smartphones sicher und vibrationsarm fest, lässt sich an vielen Lenkern befestigen.

Das weniger: Sie sollte beim Parken abgenommen werden, da sie leicht gestohlen werden kann.

Für wen sich der Lezyne Smart Grip Phone Mount eignet: Menschen, die eine Halterung suchen, die flexibel mit unterschiedlichen Fahrrädern und Smartphones nutzbar ist.

Hama Universal Fahrradhalterung für Smartphones

 Bei der Hama-Halterung wird das Smartphone geklemmt und eingespannt

Doppelte Sicherung: Bei der Hama-Halterung wird das Smartphone geklemmt und eingespannt

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die Universal-Halterung von Hama setzt auf eine doppelte Sicherung: Das Smartphone wird zwischen zwei gepolsterte Klemmbacken gesetzt, die sich um bis zu 110 Millimeter auseinanderziehen lassen. Das dürfte auch für sehr große Smartphones reichen. Drückt man die Klemmbacken zusammen, halten sie das Smartphone fest. Gelöst werden sie per Tastendruck. Ich kenne solche Backen von meiner Handyhalterung im Auto.

Hama weist ausdrücklich darauf hin, dass das Smartphone nicht allein durch die Klemmbacken gehalten werden darf, sondern zusätzlich mit einem Silikonband werden sollte. Letzteres ist in der Mitte fixiert, aber asymmetrisch, so schaut das Smartphone entweder oben oder unten weiter heraus und die Klemmbacken sitzen nicht mittig. Meist ist das gut, weil die Backen dann nicht auf die Tasten des Handys drücken.

Die Halterung selbst wird über eine gerundete Klemme am Lenker fixiert und ist groß genug für Lenker mit einem Durchmesser von bis zu 37 Millimetern. Zwischen der Klemme und der eigentlichen Halterung sitzt ein Kugelgelenk, mit dem man das Smartphone horizontal ausrichten sowie ins Hoch- oder Querformat drehen kann.

 Flexibel, aber etwas wuchtig

Hama Universal Fahrradhalterung: Flexibel, aber etwas wuchtig

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Der komplexe Aufbau bewirkt, dass das Smartphone rund sieben Zentimeter oberhalb des Lenkers sitzt, so haben eine Leuchte oder Klingel darunter ausreichend Platz. Allerdings wirken so große Kräfte auf das Kugelgelenk und die Klemme. Auf holprigen Wegen musste ich die beiden Schrauben mehrmals kräftig nachziehen.

Das gefällt an der Universal-Fahrradhalterung von Hama: Sie eignet sich für alle Smartphones und für fast alle Lenkertypen.

Das weniger: Sie ist groß, mit 166 Gramm eher schwer, kann verrutschen und werkzeuglos entfernt werden.

Für wen sich die Universal Fahrradhalterung eignet: Alle, die eine flexible Halterung mit doppelter Sicherung haben wollen.

 Flexibles Band

Finn: Flexibles Band

Foto: Markus Linden

Finn besteht aus einem Silikonband, das um den Lenker geschwungen und an den vier Ecken des Smartphones eingehakt wird. Der Mechanismus ist ziemlich clever und man sollte sich die Anleitung anschauen, bevor man das Band montiert. Im Ergebnis liegt der Rücken des Smartphones auf dem dicken Teil des Silikons auf, der Vibrationen dämpft. Die Spannung des elastischen Materials lässt das Gerät sicher sitzen. Bei Fahrten über Kopfsteinpflaster hat sich das Handy in dieser Aufhängung leicht verschoben, blieb aber am Lenker haften.

 Finn fixiert auch große Smartphones

Simpel: Finn fixiert auch große Smartphones

Foto: Markus Linden

Hersteller Bike Citizens gibt an, dass sich mit seinem Produkt Smartphones jeder Art an Fahrradlenkern anbringen lassen. Bei einer Kombination aus einem großen Smartphone und mit einem dicken Lenker kommt es aber doch an seine Grenzen. Das Material muss dafür dermaßen stark gespannt werden, dass es zu reißen droht. Auch stellt sich die Frage, wie gut das jeweilige Smartphone dieser Zugbelastung standhält. Wer einen dünnen Lenker und/oder ein kleines Smartphone hat, wird Finn aber verwenden können. Unklar bleibt, wie schnell das Silikon altert und womöglich spröde wird.

Das gefällt an Finn: Das Band hält fast jedes Smartphone sicher fest, ist klein, leicht und günstig. Man kann es immer dabeihaben.

Das weniger: Das Anbringen des Smartphones ist aufwendig. Eine zusätzliche Sicherung, falls das Material versagt, ist nicht vorgesehen.

Für wen sich Finn eignet: Wer sich nur kurz ein Fahrrad von einem Freund oder einer Freundin ausleiht, kann man damit sein Smartphone als Navigationshilfe an den Lenker klemmen. Ins Urlaubsgepäck gehört Finn auch.

 Leistungsstark

SKS-Powerbank: Leistungsstark

Foto: Markus Linden

Die Compit-Serie von SKS umfasst drei Halterungen zur Montage an Lenker, Vorbau oder per Klettband und wird vondrei daran anklickbaren Universal- und Spezial-Cases ergänzt. SKS deckt damit nahezu alle iPhone-Modelle bis zur Generation 15 sowie viele Samsung-Handys ab. Allerdings wird SKS das System nicht mehr weiterentwickeln. Für neuere Smartphones wird es keine neuen Cases mehr geben.

Wir den Adapter zur Lenkermontage zusammen mit einer Hülle für das iPhone 14 Pro sowie der Powerbank »+com/Charger«, die im Set mit der Halterung erhältlich ist, getestet.

Der Adapter wird mittig auf den Lenker montiert. Zwei Schellen links und rechts lassen sich an verschiedene Lenkerdurchmesser anpassen. Die Montage mit Innensechskant-Schrauben ist umständlich, dafür sitzt der Adapter anschließend fest und sicher. Die Adapterplatte lässt sich nach vorn und hinten neigen, will man den Winkel später ändern, muss man zwei der sechs Schrauben lösen.

Das Smartphone samt Hülle wird um 45 Grad versetzt auf den Adapter gesetzt und in die Senkrechte gedreht. Wahlweise lässt es sich horizontal positionieren.

Die Hülle ist wegen des integrierten Adapters dicker als übliche Smartphone-Cases. Trotzdem passt das iPhone noch gut in die Hosentasche. Störend ist nur, dass die Knöpfe für Laut/Leiser schwergängig sind. Im Lieferumfang befindet sich ein schmales Sicherungsband, das unten am Case eingefädelt werden kann. Beim Fahren mit dem Mountainbike habe ich es zwar genutzt, aber auch bei wilden Fahrten saß das Smartphone sicher am Lenker.

 Case und Akku funktionieren vertikal und horizontal

SKS Compit+: Case und Akku funktionieren vertikal und horizontal

Foto: Markus Linden

Um das System mit der Powerbank zu verbinden, kann diese optional zwischen Case und Lenkeradapter eingesetzt werden. Da sie Handys auch kabellos betanken kann, muss man sie bei Bedarf lediglich per Schalter aktivieren. Im Test hat sie ein iPhone 14 Pro 1,5-mal aufgeladen. Nutzt man ein Kabel (USB-C oder USB-A), holt man zwei iPhone-Ladungen aus der Powerbank heraus, beim kabellosen Aufladen geht prinzipbedingt Energie verloren.

Das gefällt am Compit-System: Der Adapter und das Case sitzen stabil am Lenker, das Case kann einfach aufgesetzt werden. Die Integration der Powerbank ist klasse.

Das weniger: Die Tasten des iPhones sind im Case schwer bedienbar. Wer einen Regenschutz benötigt, muss die Universaltasche von SKS kaufen, mit der das induktive Aufladen per Powerbank nicht funktioniert.

Für wen sich das Compit-System von SKS eignet: Es ist perfekt für alle Touren- und Sportradler, die mal mit, mal ohne Powerbank fahren wollen und Wert auf einen stabilen Sitz am Lenker legen.

Thule Smartphone Bike Mount

 Bei Thule wird das Smartphone mit Klemmen und einem Silikonband fixiert

Doppelte Sicherung: Bei Thule wird das Smartphone mit Klemmen und einem Silikonband fixiert

Foto: Markus Linden

Der Smartphone-Halter von Thule ist wie das Modell von Hama konstruiert: Ähnlich wie bei vielen Modellen für Autos wird das Smartphone links und rechts von zwei federgestützten Backen eingeklemmt, hier aber zusätzlich mit Silikonband fixiert. Diese doppelte Sicherung sorgt dafür, dass es gut am Lenker sitzt und kaum wackelt. Selbst bei einem Ausflug über Kopfsteinpflaster ließ sich der Bildschirm gut ablesen und das Handy verrutschte nicht.

Die Konstruktion erleichtert das Einspannen. Anders als bei Finn sitzt das Smartphone schon an der richtigen Stelle, bevor man die Silikonbänder spannt. Doch auch hier gilt: Bei Smartphones mit schmalen Rändern werden Teile des Bildschirms von den Bändern verdeckt. Die Backenklemme kann zusammen mit dem Silikonband vom Halter gelöst werden, dann bleibt – wie auch bei den Cases – nur der Adapter am Lenker. Er wird mit vier Schrauben befestigt. Adapterringe für verschiedene Lenkerdurchmesser liefert Thule mit.

Sinnvoll ist die abnehmbare Klemmhalterung nur, wenn man das Rad nur kurz abstellen und das Smartphone eingeklemmt mitnehmen will – etwa in ein Café am Wegesrand. Um das Handy normal verwenden zu können, muss man es lösen und die Halterung verstauen. Meist dürfte es besser sein, Backenklemme und Silikonband am Fahrrad zu lassen und das Smartphone solo mitzunehmen.

 Klemme und Lenkeradapter lassen sich voneinander trennen

Thule Smartphone Bike Mount: Klemme und Lenkeradapter lassen sich voneinander trennen

Foto: Markus Linden

Thules Halter nimmt Smartphones bis zu einer Größe von 8,9 mal 17 cm auf. Das recht große Google Pixel 7 Pro ließ sich zumindest gut einspannen, ebenso das etwas kleinere iPhone 14 Pro.

Das gefällt am Thule Smartphone Bike Mount: Mobiltelefone verschiedener Größe lassen sich mit und ohne Case sicher einspannen und flexibel in vertikaler oder horizontaler Ausrichtung nutzen.

Das weniger: Beim Google Pixel 7 Pro drücken die Backen immer auf die mittig angebrachten Laut-/Leiser-Tasten. Es bleibt dann auf jeden Fall stumm.

Für wen sich der Thule Smartphone Bike Mount eignet: Radler, die Smartphones ohne ein spezielles Case nutzen zu müssen sicher einspannen wollen.

Fidlock Vacuum Phone Case

 Magnete und Unterdruck halten das Smartphone fest

Fidlock-Case: Magnete und Unterdruck halten das Smartphone fest

Foto: Markus Linden

Das System von Fidlock basiert auf einer Kombination aus einem Saugnapf und Magneten. Wenn Sie jetzt skeptisch werden: Das war der Tester zunächst auch. Aber es zeigt sich, dass das Konzept aufgeht. An der Smartphone-Hülle befinden sich der magnetische Gegenpol zum getesteten »Handle Base Flex«-Adapter sowie eine glatte Fläche, passend zu dessen Saugnapf.

Um das Smartphone einzusetzen, genügt eine Annäherung auf rund einen Zentimeter, dann schnappt das System ein, saugt das Case an und es sitzt fest. Auch bei einer Fahrt über Kopfsteinpflaster blieb das Gerät damit sicher an seinem Platz und ließ sich in feinen Stufen beliebig drehen, da die Fixierung über geriffelte Ringe hergestellt wird. Dabei schafft es Fidlock, das Smartphone-Case sehr dünn zu halten. Zum Abnehmen wird ein Hebel betätigt, der den Unterdruck löst.

 Lässt sich jederzeit in kleinen Stufen drehen

Vakuum Phone Case: Lässt sich jederzeit in kleinen Stufen drehen

Foto: Markus Linden

Es gibt Hüllen für viele iPhone- und einige Samsung-Modelle. Bei iPhones funktioniert Apples magnetisches System MagSafe damit leider nicht. Wer ein gänzlich anderes Modell hat, kann Fidlocks Universalhalterung verwenden, die auf ein beliebiges Smartphone-Case geklebt wird. Deren Magnetring ist ebenfalls dünn, aber nicht so unauffällig integriert wie in den Cases von Fidlock. Eine wasserdichte, transparente Hülle mit Magnetring gibt es ebenfalls. Das Sortiment umfasst zudem Halterungen für die Windschutzscheibe oder die Lüftergitter im Auto sowie ein kleines Stativ.

Das gefällt am Vacuum Phone Case: Es sieht aus wie eine normale Hülle, lässt sich sekundenschnell ans Fahrrad heften und sitzt sicher.

Das weniger: Eine Powerbank gibt es für das Fidlock-System nicht. Induktives Laden klappt mit der Hülle nicht.

Für wen sich das Fidlock-Vacuum-System eignet: Alle, die das Smartphone häufig ansetzen und abnehmen – das ist bei keinem System so einfach wie hier.

 Optional mit Powerbank zum induktiven Laden

SP Connect-System: Optional mit Powerbank zum induktiven Laden

Foto: Markus Linden

SP Connect hat ein umfassendes System von Handyhüllen und Adaptern zur Befestigung von Smartphones an Fahrrädern, Motorrädern und Autos im Angebot. Dazu gehören auch Cases für nahezu alle iPhones, viele Samsung-, neuere Google- und einige Xiaomi-Handys. Hinzu kommen Universal-Cases mit Klemmfunktion sowie Halterungen zum Aufkleben auf Standard-Cases.

Wir haben Casees für das iPhone 16 Pro und das Pixel 7 Pro sowie den Universal-Lenker-Adapter »Universal Bike Mount« getestet. Letzterer hat den Vorteil, dass er sich mit per Drehrad an verschiedene Lenkerumfänge anpassen lässt und der Anstellwinkel frei einstellbar ist. Zum Test haben wir auch die Powerbank »Wireless Powerbank SPC+« antreten lassen.

Das Case wird um 90 Grad versetzt auf den Adapter gesetzt und in Position gedreht. Man muss die 90 Grad beim Aufsetzen exakt treffen, das gelingt nicht immer auf Anhieb. Ein spontanes Drehen von der vertikalen in eine horizontale Position ist nicht vorgesehen. Dazu muss der Adapter mit einem Innensechskant-Werkzeug verstellt werden.

 Die Komponenten werden versetzt aufgelegt und durch Eindrehen verbunden

SP- Connect-System: Die Komponenten werden versetzt aufgelegt und durch Eindrehen verbunden

Foto: Markus Linden

Das Case für das Pixel 7 Pro sieht Googles Original sehr ähnlich, die integrierte SPC+-Schnittstelle trägt kaum auf. Nebenbei macht das es das Google-Handy zu Apples magnetischer Haltefunktion MagSafe kompatibel.

Das Smartphone sitzt sicher auf dem Adapter. Der schwingt bei Erschütterungen zwar leicht, aber das ist womöglich besser für das Telefon als eine zu starre Verbindung. Auch bei rauer Streckenführung bleibt der Bildschirm ablesbar. Die Powerbank kann man – ähnlich wie bei dem System von SKS – zwischen Handy und Halterung klemmen. Sie lädt das Smartphone kabellos auf und hat eine USB-C-Schnittstelle. Das Test-iPhone ließ sich damit auf etwa 80 Prozent und per Kabel komplett aufladen.

Das gefällt am SP Connect-System: Es ist das umfangreichste System im Test. So viel Zubehör gibt es sonst nirgends. Die Cases sind hochwertig und schick, die Halterung kräftig. Auch die Powerbank gefällt.

Das weniger: Ein spontanes Drehen von der vertikalen in die horizontale Ausrichtung ist nicht vorgesehen.

Für wen sich SP Connect eignet: Radfahrer, die das Smartphone häufiger wechseln oder mehrere Fahrräder oder Fahrzeuge haben.

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests

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