News: Ebola-Ausbruch, WHO, Afrika, Angela Merkel, AfD, SV Elversberg, ESC

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Die Lage am Morgen Wie gefährlich ist dieser Ebola-Ausbruch?

Heute geht es um den neuen Ebola-Ausbruch in Afrika, um einen geplanten Auftritt von Ex-Kanzlerin Angela Merkel in Berlin – und um Außenseiter, die immer für eine Überraschung gut sind.

18.05.2026, 05.43 Uhr

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Ebola-Warnung in Afrika

In den vergangenen Wochen sorgte eine Infektionswelle mit dem lebensbedrohlichen Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik für Aufregung. Zum Glück kann dieser Ausbruch wohl eingedämmt werden (mehr dazu hier ). Doch nun kommt eine neue besorgniserregende Nachricht, dieses Mal aus Afrika: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Bisher soll es bereits gut hundert Tote geben.

Ebola-Krankentransport in der Demokratischen Republik Kongo

Ebola-Krankentransport in der Demokratischen Republik Kongo

Foto: Victoire Mukenge / REUTERS

Die Uno-Behörde stellte ausdrücklich klar, dass es sich nicht um einen Pandemie-Alarm handle. Doch alle zehn Nachbarländer des Kongo seien einem hohen Risiko ausgesetzt. Zugleich berichtet die WHO von einem ansteigenden Trend von Verdachts- und Todesfällen. Dieser weise darauf hin, »dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bislang entdeckt und berichtet«. Bei der Ebola-Variante, die derzeit auftritt, gibt es demnach bislang keinen Impfstoff und auch keine Therapie.

Für Deutschland gab die zuständige Gesundheitsministerin Nina Warken derweil Entwarnung: Hier sei das Risiko »als äußerst gering einzuschätzen«, sagte die CDU-Politikerin in der ARD. »Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen.« Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für »nahezu ausgeschlossen«. Hoffen wir, dass sie recht behält.

Alarmstufe blau

Was vor einigen Jahren noch wie ein schlechter Witz geklungen hätte, ist inzwischen bittere Realität: Wenige Monate vor den wichtigen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September schmieden die AfD-Vertreter in diesen Ländern konkrete Pläne für eine mögliche Machtübernahme.

Am Wochenende sickerten neue Details zu den Ideen der Extremisten durch: Mit einem als »Regierungsprogramm« bezeichneten Dokument plant die Partei in Mecklenburg-Vorpommern nach SPIEGEL-Informationen die »blaue Wende«. Vorgesehen sind demnach massive Verschärfungen in der Migrationspolitik, unter anderem mit der Bildung einer eigenen »Rückführungspolizei« (mehr dazu hier ).

 Warnung vor der AfD

SPD-Mann Dirk Wiese: Warnung vor der AfD

Foto: Kay Nietfeld / dpa

In Sachsen-Anhalt erörtert die Partei bereits die mögliche personelle Neubesetzung des Regierungs- und Verwaltungsapparats (mehr hier). AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will in der Landesverwaltung nach eigenen Angaben 150 bis 200 Posten neu besetzen – vermutlich mit loyalen Gefolgsleuten. Das ruft nun die AfD-Gegner auf den Plan: »Jedem muss klar sein, was droht, wenn die AfD an die Macht kommt«, warnt der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Bundestag, Dirk Wiese, im SPIEGEL. »Einen solch unverhohlenen Zugriff auf den Staatsapparat hat es hierzulande seit dem Ende der Naziherrschaft nicht mehr gegeben.«

Aber: Wäre ein Wahlsieg der AfD in diesen beiden Ländern wirklich möglich? Laut Umfragen lautet die Antwort derzeit: ja, nein, vielleicht. In Sachsen-Anhalt erreicht die AfD in den Umfragen momentan gut 40 Prozent, eine Alleinregierung ist dort somit zumindest denkbar. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD bei 36 Prozent. Für eine Alleinregierung reicht das nicht. Doch es ist aktuell unklar, wie in Schwerin gegen die AfD eine Regierung gebildet werden könnte. Notfalls müssten SPD und CDU eine Minderheitsregierung bilden, die von der Linken toleriert wird. Stabile Verhältnisse sehen anders aus.

Merkel meldet sich zu Wort, schon wieder

Wer geglaubt hat, Angela Merkel werde sich nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft in die Uckermark zurückziehen und nur noch Kartoffelsuppe kochen, wird in diesen Tagen wieder einmal eines Besseren belehrt. Ein solches Leben wäre ihr wohl etwas zu langweilig: Die frühere Regierungschefin ist quietschfidel und meldet sich weiterhin gern zu Wort. Heute wird Merkel bei der Eröffnung der Medienkonferenz re:publica 26 als Gesprächsgast auf einer Veranstaltung des WDR erwartet. Der Titel der Diskussionsrunde lautet: »Trotz allem: Hoffnung Europa?«

Ex-Kanzlerin Angela Merkel (beim CDU-Parteitag im Februar)

Ex-Kanzlerin Angela Merkel (beim CDU-Parteitag im Februar)

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Unter dieser allgemeinen Überschrift lässt sich über vieles reden, weshalb wir gespannt sein dürfen, ob Merkel zum aktuellen Weltgeschehen einige interessante Kommentare abgeben wird: Iran, Donald Trump, Ukraine, China, und, und, und.

Mit Kritik an ihrem Nachfolger Friedrich Merz hält sich Merkel bei solchen Auftritten üblicherweise zurück. Das ist anständig und entspricht einer bundesdeutschen Tradition, an die sich die meisten Ex-Kanzler in der Regel halten. Alles andere wäre sowieso falsch: Schließlich müssen die meisten Kanzler in ihrer Amtszeit oft auch solche Probleme lösen, die die Vorgänger entweder verursacht oder ungelöst übergeben haben. Das ist bei Merz und Merkel nicht viel anders.

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ESC-Siegerin Dara aus Bulgarien

ESC-Siegerin Dara aus Bulgarien

Foto: Stoyan Nenov / REUTERS

…sind die sogenannten Außenseiter. Das vergangene Wochenende hat einmal mehr gezeigt, dass sie immer wieder für Überraschungen gut sind. Beim Eurovision Song Contest, diesem recht bizarren Glimmer-Glamour-Relikt aus den Fünfzigerjahren, siegte erstmals Bulgarien. Die Sängerin Dara gewann mit ihrem Song »Bangaranga« (mehr dazu hier ). Sie selbst sagte anschließend: »Ich dachte gar nicht ans Gewinnen.«

Und dann das noch: In der Zweiten Bundesliga sorgte der Außenseiter SV Elversberg (die heißen wirklich so) für eine Sensation. Die Mannschaft aus dem schönen saarländischen Örtchen Spiesen-Elversberg schaffte den Aufstieg und ist jetzt Erstligist. Es gibt sie also noch, die Märchen, die wahr werden.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Ölpreis steigt nach Angriff auf Kraftwerk in Emiraten, Drohnen über Saudi-Arabien abgefangen: Die Drohnenattacke auf ein AKW in den Emiraten verlief zwar glimpflich, trotzdem reagieren die Märkte besorgt auf die Ereignisse des Wochenendes. Und: Unter anderem im Libanon gab es tödliche Angriffe. Der Überblick.

  • Amnesty sieht weltweit massiven Anstieg von Hinrichtungen: Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty sind im vergangenen Jahr so viele Hinrichtungen durchgeführt worden wie seit Jahrzehnten nicht. Hinzu komme eine hohe Dunkelziffer.

  • Tierschützer fordern nach Ausbruch von Tiger ein Durchgreifen der Bundesregierung: Ein Tiger entkommt in Sachsen aus einem privaten Gehege, verletzt einen Mann schwer und wird von der Polizei getötet: Nach dem dramatischen Fall bei Leipzig sieht die Tierrechtsorganisation Peta den Gesetzgeber in der Pflicht.

Heute bei SPIEGEL Extra: Mir wurde gekündigt – und jetzt?

[M] Lea Rossa / DER SPIEGEL; Foto: domin_domin / E+ / Getty Images

Nach 14 Jahren wird die Abteilung geschlossen, und plötzlich ist die Kündigung da. Ist es zu spät, jetzt noch eine Abfindung zu verhandeln? Was Sie beachten sollten .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihr Roland Nelles, Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros

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