News: Donald Trump und 250 Jahre USA, AfD-Parteitag, Krankschreibung, Jürgen Klopp

vor 1 Tag 1

Kampf für die Demokratie

Die Vereinigten Staaten feiern heute ihren 250. Geburtstag. Am 4. Juli 1776 erklärten 13 Kolonien ihre Unabhängigkeit, sagten dem britischen König goodbye und bahnten der modernen Demokratie den Weg. Demokratien auf der ganzen Welt können deshalb heute (mit)feiern.

 Trumpistisches Tschingderassabum

Vorbereitungen für den Feiertag: Trumpistisches Tschingderassabum

Foto: Julia Demaree Nikhinson / AP

Es kann zu diesem großen Jubiläum wohl keinen unpassenderen Präsidenten im Amt geben als Donald Trump. Der macht aus dem Geburtstag der Republik ein trumpistisches Tschingderassabum.

Ungeachtet all ihrer Unterschiede und Differenzen führte der 4. Juli einst die Menschen in Amerika zusammen. Heute ist er ein Spalter-Festival.

Trump hat die »spektakulärste aller Trump-Kundgebungen« angekündigt, außerdem verspricht er die »größte Feuerwerkshow der Geschichte«. Wo sich die US-Gründerväter von einem König lossagten, versucht sich Trump wie einer zu inszenieren. Landesweit sind Proteste gegen die Regierung angekündigt.

Neben Amerika hat heute übrigens auch Horst Seehofer Geburtstag. Der Ex-Ministerpräsident, Ex-Innenminister, Ex-CSU-Chef und Ex-Merkelquälgeist wird 77. Happy Birthday an ihn – und all jene, die heute ebenfalls feiern. Vor ein paar Jahren sagte Seehofer in einem SPIEGEL-Gespräch auf die Frage, was ihn an Trump irritiere: »Alles. Lassen wir das so stehen.«

Machtkampf rechts draußen

Wenn sich die Rechtsextremen heute in Erfurt zu ihrem Bundesparteitag treffen, dann ist Aufruhr angesagt. Draußen, bei den Gegenprotesten vor der Halle. Und wohl auch drinnen.

 Aufruhr angesagt

Vorsitzende Weidel, Chrupalla (im Bundestag): Aufruhr angesagt

Foto: Markus Schreiber / AP

Thüringens Sicherheitsbehörden rechnen mit 50.000 Demonstranten gegen die AfD, Störaktionen, Blockaden. Die Liste der angemeldeten Proteste ist lang. Gewerkschaft, Linkspartei, Fridays for Future, Jusos, Omas gegen Rechts, Arbeiterwohlfahrt und andere sind am Start, sogar der ADFC.

In der Halle derweil könnten die Konflikte zwischen den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel offen zutage treten. Beide stellen sich zur Wiederwahl, beide dürften auch wiedergewählt werden. Fraglich nur, wer neben ihnen in den Bundesvorstand einzieht. Denn der Machtkampf zwischen den beiden ziehe immer weitere Kreise, erfasse die Landesverbände der Partei, so beschreibt es mein Kollege Fabian Hillebrand.

Worum geht es? Um Macht und Einfluss, um Missgunst und Rivalitäten. Gerade jetzt, vor den für die AfD so wichtigen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im September. Es wird viele Kampfkandidaturen geben – und im Hintergrund zieht Björn Höcke Strippen.

So ein Ärger mit der Krankschreibung

Dem früheren Bundestrainer Jogi Löw wird die Weisheit von der Kuh und dem Eimer zugeschrieben: Was nützt dir eine Kuh, die am Tag zehn Liter Milch gibt und am Abend den Eimer mit dem Schwanz umhaut?

 »Böse abfucken«

Kanzler Merz: »Böse abfucken«

Foto: Filip Singer / EPA

Und da sind wir bei der Koalition. Ein 34-Punkte-Reformpaket hatten Kanzler Friedrich Merz und seine Partner präsentiert, endlich funktionierte mal was bei Schwarz-Rot. Das war die Stimmung. Bis Punkt elf seine Wirkung bei den Leuten im Land entfaltet hat: Die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden, und »ab dem ersten Tag der Erkrankung« müssen die Arbeitnehmer ein ärztliches Attest vorlegen.

Krawumm. Das ist der Moment, in dem die Kuh den Eimer mit dem Schwanz umhaut.

Klein wird wohl die Wirkung dieser Maßnahme sein und groß ist die Entrüstung. Der Schaden überwiegt den Nutzen. Juso-Chef Philipp Türmer sagt es so: »Der Wegfall der telefonischen Krankenschreibung und AU ab dem ersten Tag wird die Leute böse abfucken.«

Inzwischen dämmere es den Koalitionären, »dass das weitgehend positive Echo auf ihr Reformpaket vom Ärger über die Krankschreibungspflicht überlagert zu werden droht«, beschreibt hier  ein SPIEGEL-Team um meinen Kollegen Andreas Niesmann, wie es zu dem Fiasko kommen konnte. Merz selbst hat schon versucht, die Debatte etwas einzufangen: Dass man zwar eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag brauche, aber dafür nicht am ersten Tag in die Arztpraxis gehen müsse. Die Bescheinigungen können rückwirkend ausgestellt werden.

Der Kanzler kann heute weitermachen mit den Erklärungsversuchen. Gegen 11 Uhr wird er in Düsseldorf beim Parteitag der NRW-CDU erwartet. Da trifft er dann auch auf Hendrik Wüst, den Ministerpräsidenten, der vor ein paar Wochen schon mal als Kanzlerersatz gehandelt wurde.

 Australien wechselt den Torwart

Elfmeterschießen gegen Ägypten: Australien wechselt den Torwart

Foto: DeFodi.de / DeFodi Images / IMAGO
  • Der Torwartwechsel Australiens kurz vor dem Elfmeterschießen gegen Ägypten überraschte nicht nur die Zuschauer. Und: Wer Kap Verde gegen Argentinien verpasst hat, ist selbst schuld. Alles Wichtige zum WM-Tag 24 im Liveblog .

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 »Sehnsuchtsfigur«

Klopp-Fan Watzke: »Sehnsuchtsfigur«

Foto: Bernd Thissen / dpa

… ist Hans-Joachim Watzke, Präsident von Borussia Dortmund und DFB-Vize. Denn wahrscheinlich wird er Jürgen Klopp als Bundestrainer bekommen. Endlich. Watzke, so schreibt hier  mein Kollege Peter Ahrens, »wollte Klopp schon als Nachfolger von Joachim Löw haben, er wollte ihn als Nachfolger von Hansi Flick haben«. Klopp sei seit den gemeinsamen Tagen bei Borussia Dortmund »eine Sehnsuchtsfigur« für Watzke. Na dann: viel Erfolg!

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Musiker Osbourne: Ein Urvater, der von seiner Familie getragen wird

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