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1. Spahn bleibt Spahn
Jens erst recht! Unionsfraktionschef Spahn betont: »Ich bin und bleibe Fraktionsvorsitzender der Unionsfraktion«, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Am Montag hatte bereits Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz dementiert, dass er beim Personal umbauen will. »Ich habe mit Jens Spahn eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Bundestagsfraktion«, sagte Merz (hier mehr). Sie reagieren damit auf einen SPIEGEL-Bericht, wonach der Kanzler womöglich eine Personalrochade plant .
Als noch Angela Merkel regierte, galt die Regel, dass es für ihre Leute besonders eng wurde, wenn die Kanzlerin ihnen öffentlich ihr Vertrauen aussprach. Ungefähr so blicken viele Beobachter auf die Treue-Schwüre von Merz für Spahn: Da legt sich jemand mit Verve ins Zeug für einen, dem er eigentlich nicht über den Weg trauen kann, wie mein Kollege Konstantin von Hammerstein vor einigen Tagen berichtete.
Hier alle Hintergründe: Immer Ärger mit dem Personal
2. Regieren durch Spektakel
Donald Trump beherrscht die Schlagzeilen, man kommt kaum noch hinterher. Er veröffentlicht Kurznachrichten, die ihm Frankreichs Präsident Macron und Nato-Generalsekretär Rutte geschickt haben. Er provoziert, indem er Karten von Kanada und Grönland in US-Farben veröffentlicht. Er kündigt ein Grönland-Treffen in Davos an. Und, und, und . Meine Kollegin Nicola Abé nennt es »Regieren durch Spektakel«. Seit Trump vor genau einem Jahr zum zweiten Mal vereidigt wurde, »flutet er die Welt mit breaking news«. (Hier ihr Leitartikel. )
Im Trump-Tsunami den Überblick zu behalten und sich nicht verrückt machen zu lassen, ist nicht leicht. Mein Kollege Steffen Lüdke hat versucht, die Lage im Gespräch mit dem Außenminister Spaniens zu sortieren. José Manuel Albares sagt: »Die gesamte internationale Ordnung steht infrage.« Er rät, nicht den ganzen Tag die Äußerungen von Dritten zu kommentieren, sondern zu handeln und die Grönländer zu unterstützen. Er plädiert unter anderem für eine europäische Armee. Und warnt: Wenn sich die Methode Trump durchsetzt, sei kein Land mehr sicher. (Hier das ganze Interview .)
Nicht nur in Grönland, auch in Kanada und Panama werden die Leute sehr genau verfolgen, was Trump in Davos von sich gibt. So oder so: Es werden breaking news.
Lesen Sie hier mehr: So beurteilen die Amerikaner Trump und seine Politik
3. Mit den Zweien sieht man besser
Sieht man auch nicht alle Tage: Dem ZDF scheint ein kleiner PR-Coup gelungen zu sein. Heute gab es Berichte, wonach die Popstar-Zwillinge Bill und Tom Kaulitz das einstige Samstagabend-Flaggschiff »Wetten, dass..?« wieder flott machen sollen. Demnach läuft die erste Show mit neuem Moderatoren-Duo am 5. Dezember. Der Sender bestätigt das noch nicht, verspricht aber »bald ein Update«. (Hier mehr dazu.)
Wenn der Blick ins Archiv und die YouTube-Suche nicht trügen, traten die Kaulitz-Brüder im Jahr 2009 als Gäste bei »Wetten, dass..?« auf, saßen mit Thomas Gottschalk zwischen Bully Herbig und dem Ehepaar von und zu Guttenberg. Thomas Gottschalk fragte Bill Kaulitz zu dessen Irokesenschnitt: »Bist Du gewachsen oder hast Du nur noch mehr toupiert?« Eine halbe Ewigkeit her. (Hier bei YouTube .)
Schlagzeilen machte die Show damals weniger wegen des beeindruckend-ausdauernden Gekreisches der Tokio-Hotel-Fans oder wegen des Gummistiefel-Schnüfflers, der Frauen an ihrem Schuhgeruch erkannte, sondern wegen der neuen Co-Moderatorin Michelle Hunziker. Die TV-Kritiker sabberten nach ihrer Premiere, wie »sexy und charmant« das »Wett-Groupie« sich »blendend-blond« präsentierte. Sie tippten Sätze wie: »Das Outfit betont mehr die Beine als das Dekolleté.« Viele Retroromantiker sehnen sich nach der Heimeligkeit des TV-Lagerfeuers. Manches war aber ganz schön schmierig.
Meine Kollegin Vicky Bargel findet, die Kaulitz-Brüder seien beim ZDF richtig. Sie kommentiert: »Nichts ist offiziell, freuen sollte man sich dennoch. Denn für den Samstagabend gäbe es keine bessere Wahl.«
Lesen Sie hier ihren Kommentar: Hurra, es werden Zwillinge!
Mein Lieblingsgespräch heute: Was Vermögen vermögen
»Wir haben den Adel vor über 100 Jahren abgeschafft. Heute leben wir wieder im Feudalismus«, sagt Martyna Linartas. Sie forscht zu Vermögen und Ungleichheit. Im Gespräch mit meinem Kollegen Florian Diekmann und meiner Kollegin Katharina Hölter erklärt die Berliner Politologin, warum Leistung in Deutschland aus ihrer Sicht nichts mehr zählt – und welche Rolle dabei Superreiche spielen.
Hier das ganze Gespräch: »Bei Vermögen sprechen wir von einer Ungleichheit, die wir uns kaum vorstellen können .«
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Was heute weniger wichtig ist
Social Distancing: Brooklyn Beckham, 26, Sohn von Ex-Fußballstar David Beckham, 50, und Ex-Spice-Girl Victoria Beckham, 51, will sich nicht mit seiner Familie versöhnen, wie er auf Instagram kundtat. Vor einigen Wochen erst blockierte er seine Angehörigen dort. Jetzt bricht er öffentlich mit ihnen: »Meine Eltern haben unermüdlich versucht, meine Beziehung zu ruinieren, schon vor meiner Hochzeit.«
Mini-Hohlspiegel
Bunte.de über den ehemaligen Finanzminister Christian Lindner und die Moderatorin und Reporterin Franca Lehfeld: »Der einstige Politiker und die Journalistin haben im Jahr 2022 geheiratet. Am 6. April 2025 versiegelten sie ihr Familienglück mit einer Tochter.«
Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel.
Cartoon des Tages
Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons.
Foto: Klaus Stuttmann
Könnten Sie die ersten Folgen der neuen Serie »Starfleet Academy« gucken, die seit einigen Tagen bei Paramount+ streambar sind. Im »Star Trek«-Universum läuft es anders als bei »Wetten, dass…?«, auch wenn beides mal im ZDF zu sehen war: Auf den diversen Raumschiffen und Stationen gab es seit der Enterprise mehrere Generationenwechsel. Schon lange sind die Generationen Elstner und Gottschalk mit Kirk, Picard, Sisko und Janeway abgetreten (bevor der innere Data Ihnen eine Lesermail diktiert: Ja, Picard feierte wie Gottschalk ein kleines Zwischen-Comeback – hier mehr ). Die Kommandos gab in den vergangenen Jahren mit Captain Burnham eine Frau, die nur wenig älter ist als die Kaulitz-Brüder.
Jetzt wird es noch jünger: In ferner Zukunft will die Sternenflotte wieder Kadetten ausbilden. Die Trekkies der Gottschalk-Generation müssen sich allerdings in Gelassenheit üben, die Space-Sprösslinge erfüllen überraschend viele Gen-Z-Klischees: Der Klingone hadert mit blutiger Kriegsarbeit und trägt seine Empfindsamkeit zur Schau. Die in gesellschaftlichen Dingen ungeübte Hologramm-Kadettin wünscht sich kaum etwas mehr als Freunde. Das hochbegabte menschliche Problemkind will von einer Offizierskarriere nichts wissen und lieber nach der eigenen Mutter suchen.
Ein Spiel mit Vorurteilen? Der Versuch, neue Zielgruppen für »Star Trek« zu begeistern? Fast egal. Burnham-Fans werden die Serie mit mehr Freude verfolgen als Kirk- und Picard-Ultras. Aber für uns gibt es ja noch »Strange New Worlds«.
Und irgendwann läuft in der Pilotfolge immerhin eine Coverversion von Scott McKenzies »San Francisco«. There's a whole generation. With a new explanation.
Ihnen einen unterhaltsamen Abend. Herzlich
Ihr Oliver Trenkamp, Blattmacher in der Chefredaktion

vor 2 Stunden
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