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1. Wehr will nochmal, wehr hat noch nicht?
Verteidigungsminister Pistorius beim Kommando Spezialkräfte in Calw: Es fehlen Ausbilder
Foto: Björn Trotzki / IMAGORund 75.000 junge Deutsche bekamen in den vergangenen Wochen Post von Boris Pistorius. Die Männer und Frauen sollten angeben, ob sie sich vorstellen könnten, freiwillig den neuen Wehrdienst zu absolvieren.
Gut die Hälfte der angeschriebenen Männer haben den Online-Fragebogen schon ausgefüllt. »Auf einer Skala von eins bis zehn äußerte gut jeder vierte zumindest grundsätzliches Interesse«, berichtet mein Kollege Matthias Gebauer. »Im Ministerium wird das als gute Nachricht gewertet.«
Geht es nach Pistorius, sollen schon 2026 bis zu 20.000 Rekruten antreten. Nicht nur für die, auch für die Bundeswehr wird das eine Kraftanstrengung: »Schon jetzt gelten Ausbilder in der Bundeswehr als sogenannte Mangel-Ressource«, berichtet Matthias. »Oft müssen bestimmte Trainings der aktiven Truppe abgesagt oder verschoben werden.«
Jetzt soll die Grundausbildung vereinheitlicht werden, wie aus einer internen Weisung hervorgeht. Heer, Luftwaffe, Marine, alle sollen in den ersten drei Monaten dasselbe lernen. Neu im Lehrplan: ein Drohnen-Kurs. »Damit will die Bundeswehr ihren Rückstand im Umgang mit Drohnen aufholen«, berichtet Matthias, »zudem soll die Ausbildung mit den unbemannten Fliegern den Dienst für junge Menschen attraktiver machen.«
Hier alle Hintergründe: Das erwartet junge Rekruten beim neuen Wehrdienst
2. Baerbock State of Mind
Annalena Baerbock ist wieder da. Und es fühlt sich fast an, als wäre sie nie weg gewesen. In der Talkshow von Sandra Maischberger erklärte die ehemalige Außenministerin und heute Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen kurzerhand Grönland zu EU-Gebiet. Die Insel gehört als autonomes Überseegebiet zwar zu Dänemark, aber es ist kein offizieller Teil des Staatenverbundes – sondern nur damit assoziiert; Baerbock korrigierte sich später. Aufregung, Shitstorm, Schlagzeilen (hier mehr dazu).
»Wer die Grünen-Politikerin kennt, ahnt, dass sie sich selbst am meisten über diesen Fauxpas geärgert haben muss«, sagt mein Kollege Christoph Schult. »Zumal sie in ihrer Funktion ein zentrales Anliegen hat: die Verteidigung des Systems der Vereinten Nationen, der regelbasierten Weltordnung.«
Zum ersten Mal nach ihrem Abschied als Außenministerin ist Baerbock heute im Bundestag aufgetreten, im Auswärtigen Ausschuss. Die Sitzung war vertraulich, Christoph hat dennoch einiges recherchieren können, über das Baerbock dort sprach. So soll sie gefragt worden sein, ob sie Uno-Generalsekretärin werden wolle und habe nicht eindeutig geantwortet (was einige als Indiz für ihre Ambition sehen). Sie überraschte auch mit einem Lob für einen AfD-Abgeordneten; einige Teilnehmer bewerteten das aber als Ironie.
Alle Hintergründe hier: Hinter verschlossenen Türen lobt Baerbock die AfD
Das ist wohl ein erneuter Versuch von Krisenkommunikation: Bill Gates hat sich offenbar für seine Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschuldigt. Seine Stiftung teilte das mit, zuvor hatte das »Wall Street Journal« berichtet. Er soll auch zwei Affären eingeräumt haben, eine zu einer russischen Bridgespielerin, eine zu einer russischen Nuklearphysikerin (hier mehr dazu).
Klingt nach schmuddeligem Klein-Klein. Ebenso wie das halbseidene Gerücht, dass TAFKAP mit einem Reitverbot belegt wurde: The Andrew Formerly Known As Prince darf laut Boulevardblatt »Sun«, das sich auf eine einzige anonyme Quelle beruft, nicht mehr ausreiten, weil es einen schlechten Eindruck machen könnte. Was unplausibel und plausibel zugleich klingt. Kann Andrew Mountbatten-Windsor hoch zu Ross einen noch schlechteren Eindruck machen? Andererseits muss ja auch der Palast versuchen, den Skandal krisenkommunikativ in den Griff zu bekommen.
Denn all die Details offenbaren ein großes Ganze, ein System von Abhängigkeiten und Gefälligkeiten, das hoffentlich Stück für Stück aufgeklärt wird. Mein Kollege Christoph Giesen, unser Korrespondent in London, hat jetzt mit dem wohl relevantesten Andrew-Biografen darüber gesprochen, wie ein Schweigekartell den Ex-Prinzen lange schützte. Und darüber, ob die Affäre für den König gefährlich werden könnte: »Charles versuchte lange Zeit, die Angelegenheit herunterzuspielen«, sagt der Biograf.
Lesen Sie hier das ganze Interview: »Wie schamlos Andrew vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben hat – oft binnen Sekunden«
Was heute sonst noch wichtig ist
Bundestag bremst Pistorius beim Kauf von Drohnen: Die Bundeswehr sollte für mehr als vier Milliarden Euro Kampfdrohnen erhalten. Nun deckelt der Bundestag das Programm auf zwei Milliarden Euro. Die Parlamentarier misstrauen den Plänen von Pistorius .
Warum Merz in China so fleißig taktiert: Zwei Tage China und zurück: Friedrich Merz ist als Handlungsreisender für die deutsche Industrie unterwegs. Dabei vermeidet er möglichst alles, was die mächtigen Gastgeber in Peking verärgern könnte .
Weimer kündigt Sondersitzung über die Zukunft der Berlinale ein: Der Skandal-Auftritt eines Preisträgers könnte Folgen für die Berlinale haben. Das Aufsichtsgremium soll am Donnerstag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen. Laut Medienberichten droht Festival-Chefin Tuttle das Aus.
Meine Lieblingsgeschichte heute: Gast but not Least
Trump bei seiner Ansprache im US-Kapitol in Washington, D.C.
[M] DER SPIEGEL; Foto: Kenny Holston / AFP
Sag mir, welche Gäste du hast, und ich sag dir, wer du bist: Bei Donald Trumps Rede zur Lage der Nation tummelte sich Maga-Prominenz, Olympiasieger, Veteranen, Opfer von Terroranschlägen. Hinter seiner Gästeliste steckt Kalkül. Meine Kollegin Ella Knigge und meine Kollegen Niklas Marienhagen und Janko Tietz haben es aufgeschlüsselt.
Hier finden Sie das Ergebnis: Scrollen Sie sich hier durch Trumps Publikum
Was heute weniger wichtig ist
Schauspielstar Kate Hudson
Foto: Chris Pizzello / Invision / APSchluss ohne Szene: US-Schauspielerin Kate Hudson, 46, reagiert nach eigenen Angaben klar und kurz auf Abfuhren. »Wenn ein Mann sagt, dass er es nicht will, dass er kein Interesse hat – dann bin ich weg«, sagte sie in der »Howard Stern Show«. »Ich erinnere mich, dass einmal ein Mann mit mir Schluss gemacht hat und sagte: ›Ich glaube einfach, ich kann das nicht mehr‹, und ich sagte: ›Okay‹. Und er sagte: ›Nun, willst du darüber reden?‹ Und ich meinte: ›Nein. Nicht wirklich.‹«
Mini-Hohlspiegel
Aus der Tageszeitung für das Weserbergland »Dewezet«: »Die Idee: neue Fahrstühle, beziehungsweise Fahrstühle, die Platz genug für Rollstühle und Kindergärten böten.«
Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel.
Cartoon des Tages
Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons.
Klaus Stuttmann
Drei Vorschläge: Sie könnten …
… etwas gucken, nämlich die Serie »Starfleet Academy«, von der bei Paramount+ an jedem Mittwoch eine neue Folge erscheint. Nach anfänglicher Skepsis habe ich mich entschieden: Die Geschichte über Sternenflotten-Rekruten wird »The Next Generation« und »Deep Space Nine« nicht verdrängen von der Liste meiner liebsten »Star Trek«-Serien, aber sie macht Spaß.
… etwas kochen, vielleicht »beinahe spanischen Paprikareis mit Rauchmandeln und Feta«, ein Rezept meines Effilee-Kollegen Stevan Paul: »Alles andere als original, dafür originell, schnell und superlecker.« (Hier das Rezept. )
… etwas lesen, vielleicht den blutigen Thriller »Minnesota« von Jo Nesbø. Mein Kollege Marcus Müntefering findet: Es ist der »Roman der Stunde«. (Hier die Rezension. )
Ich wünsche Ihnen einen unterhaltsamen Abend. Herzlich Ihr
Ihr Oliver Trenkamp, Blattmacher in der Chefredaktion

vor 2 Stunden
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