Netflix, Amazon Prime, Disney+: Neue Filme und Serien im Juni 2026

vor 1 Stunde 1

Kinoerfolge, die endlich im Netz zu sehen sind, TV-Klassiker, die eine neue Staffel bekommen: Jeden Monat fassen wir zusammen, welche Serien und Filme neu bei Netflix und Co. sowie in den Mediatheken zu sehen sind. Der Streamingfahrplan.

Worauf wir uns im Juni freuen

»Proud« (HBO Max)

Erst vor wenigen Wochen erkannte das Rathaus in der polnischen Hauptstadt Warschau erstmals eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft an. Ein historischer Moment und ein Wendepunkt in dem traditionell katholisch geprägten Land. »Das Thema polarisiert weiter unsere Gesellschaft«, sagt Schauspieler Ignacy Liss dem Magazin Variety . Schwule Lebensrealitäten in einer Serie abbilden, das ist in Polen (noch) keine Selbstverständlichkeit. Die neue HBO-Produktion, so hofft es Liss, könne Raum für neue Dialoge öffnen.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

{$dispatch('toggle')}, 250);">

Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In »Proud« spielt Liss einen jungen schwulen Mann in Warschau. Filip ist unbedarft und glaubt, die Welt liegt ihm zu Füßen. Bis er durch einen Schicksalsschlag plötzlich Verantwortung übernehmen muss. »Das tief bewegende Porträt eines jungen Mannes, der am Rande des Abgrunds steht«, urteilte die Jury des Serienfestivals  in Lille, »zart, ehrlich und mitreißend.« Zu sehen ist »Proud« ab 12. Juni auf HBO Max.

»House of the Dragon«
Staffel 3 ab 22. Juni auf HBO Max

»Avatar – Der Herr der Elemente«
Staffel 2 ab 25.06. auf Netflix

»The Bear«
Staffel 5 ab 26. Juni auf Disney+

Zwölf Stunden US-Geschichte von Ken Burns

Während »Proud« Geschichte schreibt, verfilmt Ken Burns sie. Wie kaum ein anderer hat der Dokumentarfilmer die Historie der USA ergründet. Viele seiner Filme sind preisgekrönt. Da in diesem Jahr die amerikanische Unabhängigkeit ihren 250. Geburtstag feiert, hat sich der mittlerweile 72-Jährige in einem mehr als zwölf Stunden langen Magnum Opus die amerikanische Revolution vorgeknöpft. Das Land verstehe seine eigene Geschichte nicht, erzählt Burns im SPIEGEL-Interview . Vielleicht kann »Die amerikanische Revolution: Geburtsstunde der USA« das ändern. Die ganze Serie ist ab 22. Juni in der Arte-Mediathek zu sehen.

Kapitulation des britischen Generals Lord Cornwallis nach der Schlacht von Yorktown (1781)

Kapitulation des britischen Generals Lord Cornwallis nach der Schlacht von Yorktown (1781)

Foto: Alamy / Arte

Zu ernst? Einen etwas unkonventionelleren Blick auf die US-Geschichte liefert die neue Serie der Obamas. Comedian Larry David parodiert in kurzen Sketchen historische Momente. »Leben, Larry und das Streben nach Unglück: Ein nervöser Blick auf die amerikanische Geschichte« läuft ab 27. Juni auf HBO Max.

»Sorry, Baby« (MUBI)

Anders als Ken Burns oder Larry David kannte Eva Viktor bis 2025 kaum jemand. Die 31-Jährige brachte sich im Lockdown das Filmemachen bei und drehte das berührende #MeToo-Drama »Sorry, Baby«, das 2025 auf dem Sundance-Festival Premiere feierte und jetzt im Streaming anläuft.

In ihrem Spielfilmdebüt ist Viktor selbst als Agnes zu sehen, eine junge Literaturprofessorin, die mit den Folgen eines sexuellen Übergriffs kämpft. Dabei geht es Viktor nicht um die gesellschaftliche Dimension, um den Täter oder die Tat an sich. Sondern darum, was es mit einer intelligenten, kreativen und lebenslustigen Frau macht, wenn ihr der Boden unter den Füßen weggerissen wird. Wie Bruchstücke fügt »Sorry, Baby« langsam verschiedene Momente und Rückblicke zu einem größeren Bild zusammen. Manchmal ist das düster, manchmal zärtlich, manchmal voller Humor und melancholischer Leichtigkeit. »Ihr Film über eine verletzte Seele ist schmerzhaft intim und absurd komisch«, schreibt SPIEGEL-Redakteur Oliver Kaever. Seine ganze Rezension lesen Sie hier . »Sorry, Baby« ist ab 18. Juni auf MUBI zu sehen.

Szene aus »Sorry, Baby«

Szene aus »Sorry, Baby«

Foto: Philip Keith / DCM

»The Hack« (Arte-Mediathek)

Das britische Boulevardblatt »News of the World« des Medienmoguls Rupert Murdoch hörte zwischen 2002 und 2011 Mailboxen von Prominenten, Politikern und Bürgern ab. Auch das Handy eines entführten Mädchens. Der Guardian-Reporter Nick Davies deckte den Abhörskandal auf. Der Fall schlug Wellen. Auch der SPIEGEL berichtete damals. Nun hat Jack Thorne (»Adolescence«) eine True-Crime-Serie aus dem Skandal gemacht. Ex-Doctor-Who David Tennant spielt Nick Davies. Ob sich ein Abhörskandal als Serie spannend erzählen lässt, zeigt sich ab Juni in der Arte-Mediathek.

Szene aus »The Hack«

Szene aus »The Hack«

Foto: ITV / Arte

Was im Juni anläuft – die Übersicht

Was sich aktuell lohnt (und was nicht)

»Off Campus« (Prime Video)

Amazon Prime wirft gerade nur so mit BookTok-Adaptionen um sich. Und nachdem die queere Hockeyserie »Heated Rivalry« (HBO Max) der Überraschungserfolg des Jahres war, war eine Eishockey-Romanze des Streamers absehbar.

In »Off Campus« heißt der durchtrainierte Hauptdarsteller Garrett Graham (Belmont Cameli). Im Tausch gegen Philosophie-Nachhilfe gibt er vor, seine Mitschülerin Hannah (Ella Bright) zu daten. Den Rest können Sie sich denken. Die glatt polierte Lovestory ist anders als ein Eishockeyspiel sehr erwartbar, kommt allerdings nicht an »Heated Rivalry« heran. Unterhaltsam ist es trotzdem. »Off Campus« ist seit Mai auf Prime Video zu sehen.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

{$dispatch('toggle')}, 250);">

Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

»Stardust Hotel« (ARD)

Unerwartet charmant ist eine neue Sci-Fi-Serie in der ARD-Mediathek. Schauplatz des kleinen Kammerspiels »Stardust Hotel« ist das gleichnamige, schlecht besuchte Grand Hotel im All. Die Erde ist längst unbewohnbar und die Menschheit im Weltraum verstreut. Ins »Stardust Hotel« verirrt sich kaum jemand. Herumtreiberin Nia (Vanessa Loibl) erbt den Laden und möchte mit einem schnellen Verkauf ihre Schulden tilgen. Zwischen ihr und einer schnellen Lösung stehen die kauzige Belegschaft des Hauses, die Liebe und andere kuriose Verwicklungen. Letztere machen den Charme und die gelungene Merkwürdigkeit der Serie aus. »Stardust Hotel« ist seit Mai in der ARD-Mediathek abrufbar.

Szene aus »Stardust Hotel«

Szene aus »Stardust Hotel«

Foto: Christine Schroeder / SWR

»Star City« (Apple TV)

Ebenfalls ins Weltall entführt »Star City« auf Apple TV. Da hört es mit den Gemeinsamkeiten aber schon auf. Denn im Ableger von »For All Mankind« befinden wir uns mitten im Wettlauf ums All vor sechzig Jahren. Allerdings in einer fiktiven Vergangenheit. Schon »For All Mankind« fragte, was wohl auf US-Seite los gewesen wäre, hätte die Sowjetunion das Rennen gewonnen. »Star City« blickt nun auf die andere Seite des eisernen Vorhangs.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

{$dispatch('toggle')}, 250);">

Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Schauplatz ist eine abgeriegelte Siedlung nahe Moskau, gedreht wurde in einer Plattenbausiedlung in Vilnius. Hier werden das Weltraumprogramm der UdSSR geplant, Kosmonauten ausgebildet – und vom KGB überwacht. In einem Look, der an die Miniserie »Chernobyl« erinnert, entspinnt sich ein düsterer Spionagethriller, der viel lohnenswerter ist als die Ursprungsserie. »Star City« ist seit Mai auf Apple TV+ zu sehen.

Schauspielerin Alice Englert in »Star City«

Schauspielerin Alice Englert in »Star City«

Foto: Apple TV+

»Spider-Noir« (Prime Video)

Eine Mischung aus Humphrey Bogart und Bugs Bunny soll sich Nicolas Cage für seine Hauptrolle in »Spider Noir« vorgenommen haben. Wider Erwarten ist die Serie weder eine typische Marvel-Serie noch typisch Nicolas Cage. Der Hollywoodstar mimt einen abgehalfterten Ex-Superhelden, der nach einem Unfall das Heldentum aufgegeben hat und im New York der Dreißigerjahre als Privatdetektiv rauchend in Kneipen sitzt.

Nicolas Cage in »Spider-Noir«

Nicolas Cage in »Spider-Noir«

Foto: Prime

Das ist kein Serienmeisterwerk. Aber doch eine gelungene Hommage an alte Noir-Klassiker und Gangsterfilme wie »Die Spur des Falken«, »Scarface« oder Orson Welles' »Im Zeichen des Bösen«. Fragt man SPIEGEL-Redakteur Andreas Borcholte , funktioniert das nicht trotz, sondern wegen Nicolas Cage: »Sein ehrfürchtiger, immer wieder aber auch selbstironisch gebrochener Ernst trägt die ganze Serie.« Das macht Spaß – und direkt Lust auf einen alten Bogart-Klassiker. »Spider-Noir« gibt es seit Mai bei Prime Video. »Die Spur des Falken« mit Humphrey Bogart können Sie bei allen großen Anbietern leihen und kaufen.

Streamingtipp aus dem Archiv

Birdwatching und die »Listers«-Doku

Können Sie sich noch daran erinnern, als es zum Trend wurde, mit seinem Smartphone via Augmented Reality Pokémon einzufangen? Alles sehr 2021. Heute trifft man in öffentlichen Parks und Wäldern stattdessen junge Menschen, die versuchen, einen Gartenrotschwanz von einem Hausrotschwanz zu unterscheiden. Denn: Birding ist hip .

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

{$dispatch('toggle')}, 250);">

Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Lange als Hobby für die letzten Lebensjahre verschrien, wollen nun immer mehr Hobby-Birder ein »Big Year« machen – also in einem Jahr so viele Vögel wie möglich beobachten. Die Inspiration dafür kommt unter anderem von einem Überraschungserfolg: der Doku »Listers: A Glimpse Into Extreme Birdwatching«. Der Film begleitet zwei Brüder, die durch die USA reisen, um Vogelarten zu beobachten. Zwischen atemberaubenden Naturaufnahmen und Kiffereskapaden zeigt er, wie viel Bedeutung und Sinn Menschen aus ihren Hobbys ziehen – und wie sehr Apps ebendiese Hobbys gamifizieren, etwas Kontemplatives wie Vogelbeobachten zur Challenge oder zum Wettbewerb machen.

Gesamten Artikel lesen