Nedejlkovics Auftritt macht Appetit auf mehr

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Der fünfte Einzug ins DFB-Pokalfinale ist RB Leipzig nicht gelungen. Dennoch können die Sachsen aus dem verlorenen Halbfinale beim VfB Stuttgart für den restlichen Saisonverlauf auch Positives mitnehmen. Unter anderem die Leistung von Kosta Nedeljkovic bei dessen erstem Spiel von Beginn an.

Nach der schmerzhaften Niederlage gab es für Zsolt Löw am Mittwochabend immerhin Zuspruch vom prominentesten Mitglied der RB-Entscheider-Riege.

Jürgen Klopp, seit Januar dieses Jahres "Head of Global Soccer" bei Red Bull und in seiner Geburtsstadt Tribünengast beim Leipziger Halbfinal-Gastspiel, war nach dem geplatzten Traum vom fünften Pokalfinale in die Kabine der RB-Mannschaft gekommen. "Er hat uns ermutigt. Er hat gesagt, er hat ganz klar gesehen, was wir wollten, er hat ganz klare Änderungen erkannt", berichtete Löw von dem kurzen Austausch mit dem neuen Zugpferd des Red-Bull-Fußballkonzerns.

Bei aller Enttäuschung über das Ausscheiden war es den Leipziger Verantwortlichen ein Bedürfnis, auch die positiven Aspekte des Abends in Stuttgart herauszustellen. Auch, weil es für Löw und sein Team ohne Unterbrechung in der Bundesliga weitergeht und Selbstvertrauen wichtig ist, um das basale Ziel - die Qualifikation für die Champions League - noch zu erreichen.

Grund zur Zuversicht hatten Kapitän Willi Orban und seine Kollegen beim VfB durchaus geliefert. Die Leipziger Mannschaft wirkte agil und geradlinig wie zuvor lange nicht mehr, gerade nach der starken Anfangsphase der Schwaben hatte RB in der 1. Halbzeit das Spiel teils klar bestimmt.

Zu den erfreulichen Erkenntnissen des Abends in Stuttgart zählte auch die Vorstellung von Kosta Nedeljkovic. Der 19 Jahre junge Serbe, den RB im Januar vom englischen Premier-League-Klub Aston Villa ausgeliehen hatte, durfte für die RB zum ersten Mal von Beginn an spielen.

Bisher hatte Nedeljkovic in der Liga lediglich vier Teil- beziehungsweise Kurzeinsätze zu verzeichnen. Doch da Interimscoach Löw in Stuttgart wieder auf eine Vierer-Abwehrkette umstellte, brauchte er einen Rechtsverteidiger mit der entsprechenden Positions-Gewohnheit - also das Profil Nedeljkpovic.

Durch seine Unbekümmertheit wollten wir mehr Energie in die Mannschaft bringen.

Der 1,84 Meter große Abwehrspieler zahlte das Vertrauen von Löw mit einer ordentlichen Darbietung zurück. "Für sein junges Alter hat er eine gute Leistung gebracht", resümiert Löw, "er war jetzt nicht der entscheidende Mann, aber er war sehr aktiv und sehr agil. Das haben wir von ihm erwartet."

Nedeljkovic gelang zwar nicht alles, so waren etwa seine Hereingaben und Flanken noch ausbaufähig. Doch der unter anderem in der Jugend von Roter Stern Belgrad ausgebildete Verteidiger suchte über rechts ständig die Offensive und harmonierte speziell in der 1. Halbzeit gut mit Ridle Baku, der vor ihm die halbrechte Zehnerposition im Leipziger 4-2-2-2-System besetzte.

"Durch seine Unbekümmertheit wollten wir mehr Energie in die Mannschaft bringen", beschreibt Löw die Gedankenspiele mit Nedeljkovic, "ich glaube, dass ist uns gelungen. Ich freue mich für den Jungen." Ganz und gar, da der Teenager im Kerngeschäft des Verteidigers stabil agierte und etwa 83 Prozent seiner Zweikämpfe gewann.

Kaufoption soll gezogen werden

Ob Nedeljkovic am Samstag im Liga-Heimspiel der Sachsen gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr, LIVE! auf kicker) erneut zur Startelf zählen wird, ist noch offen. Eigenwerbung hat er in Stuttgart auf jeden Fall betrieben, auch wenn er nicht fehlerfrei blieb.

Mit der Gesamtentwicklung des serbischen Talentes, das bereits sechs A-Länderspiele für sein Heimatland bestritten hat, sind die führenden Köpfe in Leipzig jedenfalls so zufrieden, dass sie gedenken, die Kaufoption für den sprintstarken und spielintelligenten Nedeljkovic zu ziehen.

Andreas Hunzinger

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