Der Außenminister ist beunruhigt über die Äußerungen des US-Präsidenten zu einem möglichen Nato-Austritt. Zugleich sagt Wadephul, das Bündnis sei stärker als je zuvor.
Aktualisiert am 3. April 2026, 2:24 Uhr
Angesichts neuer Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Nato-Austritt zeigt sich Außenminister Johann Wadephul beunruhigt. "Natürlich besorgen mich solche Aussagen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zugleich gab er sich zuversichtlich, dass ein solcher Schritt der Amerikaner abzuwenden sei: "Ich denke, dass unser klares Bekenntnis und unser entschiedenes Eintreten für das Bündnis die USA davon überzeugen werden, diese Erfolgsstory gemeinsam weiterzuschreiben."
Der US-Präsident und US-Außenminister Marco Rubio hatten diese Woche erneut die Nato-Mitgliedschaft der USA infrage gestellt. Vor drei Tagen sagte Trump der britischen Zeitung The Telegraph, es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Krieges überdacht werden müsse. Trump ist verärgert darüber, dass mehrere Nato-Mitglieder den Krieg der USA und Israels gegen den Iran nicht unterstützen.
Wadephul sagte, die Nato sei "für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland genau wie für die Sicherheit aller Bündnispartner von enormer Wichtigkeit". Zudem sei das Bündnis stärker als je zuvor. "Wir haben mit Schweden und Finnland zwei Mitglieder mehr. Und wir Europäer haben uns dazu verpflichtet, fünf Prozent unserer Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben. Wir sollten all das nicht infrage stellen, sondern auf unseren Erfolgen aufbauen."
Austritt nicht im Alleingang
Der Außenminster wies darauf hin, dass Trump einen Nato-Austritt auch nicht im Alleingang entscheiden kann. "Er bräuchte dafür die Zustimmung mindestens im Senat." Trump hatte zuletzt für seine Äußerungen überparteilichen Gegenwind aus dem US-Senat bekommen. In einer gemeinsamen Erklärung schrieben der Demokrat Chris Coons und der Republikaner Mitch McConnell, US-Amerikaner seien sicherer, wenn die Nato stark sei. "Der Senat wird das Bündnis weiterhin unterstützen, da es Amerika, Europa und der Welt Frieden und Schutz bietet."
Am Donnerstag hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten zur Nato kritisiert. Während eines Besuchs in Seoul warf Macron Trump vor, das Bündnis mit seinen Zweifeln zu schwächen. Wer ein Bündnis eingehe, müsse seinen Verpflichtungen gerecht werden, sagte Macron. Es wäre sinnvoller, wenn Trump weniger redete und sich stattdessen für einen gerechten Frieden einsetzte.
In der kommenden Woche reist Nato-Generalsekretär Mark Rutte nach Washington, D.C., um mit Trump zu sprechen. Er dürfte sich während des Treffens um Entspannung in dem Streit über den Irankrieg bemühen.

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