Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
UN-Chef Guterres zu „Solidaritätsbesuch“ in Libanon
Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman
Revolutionsgarde: Werden die Straße von Hormus geschlossen halten
USA: Noch keine Schiffs-Eskorte durch Straße von Hormus möglich
Irans neuer oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer
USA versprechen Belohnung für Informationen über iranische Führung
Die USA setzen eine Belohnung von bis zu 10 Millionen US-Dollar (8,7 Millionen Euro) für Informationen über Irans Führung, darunter das neue Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei, aus. Es geht unter anderem um mehrere einflussreiche Führungspersonen rund um die iranische Revolutionsgarde, der Elitestreitmacht Irans, wie das US-Außenministerium mitteilte. Die USA wirft der Revolutionsgarde vor, weltweit terroristische Akte zu planen und durchzuführen.
Modschtaba Chamenei ist der Sohn von Ayatollah Ali Chamenei. Der langjährige Religionsführer war am 28. Februar zu Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran getötet worden. Modschtaba Chamenei überlebte den Angriff.
Nicht alle gesuchten Personen sind mit Foto und Name hinterlegt - offenbar ist in den US-Behörden nicht bei allen Positionen bekannt, wer nach den Angriffen auf Irans Führungsriege nachgerückt ist.
Sechs US-Soldaten bei Flugzeugabsturz getötet
Das US-Militär hat den Absturz eines US-Tankflugzeugs vom Typ KC-135 im Westen des Iraks gemeldet. Alle sechs Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugs sind Angaben des US-Militärs zufolge ums Leben gekommen. Ermittlungen zu dem Vorfall dauerten an. Zunächst war von vier Toten die Rede gewesen.
„Der Vorfall hat sich in verbündetem Luftraum ereignet“, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit. Er sei weder auf feindlichen Beschuss noch auf Beschuss von Verbündeten zurückzuführen, hieß es. Nach Angaben von Centcom waren zwei Flugzeuge an dem Vorfall beteiligt. Eines sei sicher gelandet, das andere vom Typ KC-135 sei im Westen des Iraks abgestürzt.
Eine vom Iran unterstützte Milizengruppe hat nach eigenen Angaben das Tankflugzeug des US-Militärs vom Typ KC-135 im Westirak abgeschossen. Der Islamische Widerstand im Irak, eine Dachorganisation bewaffneter Gruppen, teilt mit, der Abschuss sei „zur Verteidigung der Souveränität und des Luftraums unseres Landes“ erfolgt.
Iran lässt indische LPG-Tanker durch Straße von Hormus
Iran lässt zwei indische Flüssiggastanker (LPG) durch die blockierte Straße von Hormus passieren. Die Shivalik habe die Meerenge bereits unter Geleitschutz der indischen Marine durchquert, das Schwesterschiff Nanda Devi solle in den kommenden Stunden folgen, berichten vier Insider. Iran hatte erklärt, keine Lieferungen für die USA oder deren Verbündete durchzulassen, Indien hat jedoch Ausnahmen erwirkt. Premierminister Narendra Modi hatte nach eigenen Angaben mit dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian über den Transport von Gütern und Energieträgern aus der Golfregion gesprochen. Indien leidet derzeit unter der schwersten Gaskrise seit Jahrzehnten.
Iran weist Trumps Behauptungen über Marine zurück
Iran hat Darstellungen von US-Präsident Donald Trump über den Zustand der iranischen Marine und Luftstreitkräfte scharf zurückgewiesen. „Die USA behaupten, die iranische Marine sei zerstört (...) Dann sei die Frage erlaubt, warum die Straße von Hormus immer noch geschlossen ist und kein Tanker sie durchqueren kann“, sagte Mohammed Akbarsadeh, stellvertretender Kommandeur der Marine der Revolutionsgarde, laut der Nachrichtenagentur IRNA. Trump hatte auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, die iranische Marine sei verschwunden, die Luftwaffe existiere nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werde vernichtet.
Der iranische Machtapparat hat sich bislang als widerstandsfähig erwiesen und schlägt immer wieder zurück, was den USA und ihren Verbündeten sowie der Weltwirtschaft zunehmend zusetzt. Die iranische Revolutionsgarde hält etwa an einer Blockade der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus fest.
UN-Chef Guterres zu „Solidaritätsbesuch“ in Libanon
UN-Generalsekretär António Guterres ist überraschend zu einem „Solidaritätsbesuch“ nach Libanon gereist. „Ich bin gerade in Beirut gelandet für einen Solidaritätsbesuch bei den Menschen in Libanon“, teilte Guterres mit. Die Menschen in Libanon hätten sich „diesen Krieg nicht ausgesucht“, sagte der UN-Chef. „Sie sind da reingezogen worden.“
Die proiranische Schiitenmiliz Hisbollah hatte nach den US-israelischen Angriffen auf Iran damit begonnen, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern. Israel reagiert seitdem mit umfangreichen Luftangriffen. Hunderte Zivilisten in Libanon seien seitdem schon ums Leben gekommen, mehr als 800 000 Menschen seien innerhalb des Landes geflohen, sagte Guterres.
Der UN-Chef rief die Weltgemeinschaft auf, zusätzlich mehr als 300 Millionen Dollar (etwa 260 Millionen Euro) zur Unterstützung der humanitären Hilfe für die Menschen in Libanon zu spenden. „Die UN und ich werden keine Mühe scheuen, uns für eine friedliche Zukunft einzusetzen, die Libanon und diese Region so sehr verdienen.“
Merz mahnt überzeugenden Plan für Ende des Iran-Kriegs an
Bundeskanzler Friedrich Merz hat von den USA und Israel eine Strategie für eine Beendigung des Kriegs mit Iran angemahnt. Mit jedem Kriegstag stellten sich mehr Fragen, als Antworten gegeben würden, sagte der CDU-Vorsitzende im norwegischen Bardufoss in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Regierungschefs von Norwegen und Kanada, Jonas Gahr Støre und Mark Carney. „Vor allem wird immer deutlicher: Es braucht einen überzeugenden Plan“, sagte Merz.
„Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg“, betonte Merz am Rande des Militärmanövers „Cold Response“ von 14 Nato-Staaten in der norwegischen Arktis. „Ein Zerfall der territorialen Integrität, der Staatlichkeit und der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit Irans hätte schwerwiegende Folgen auch für uns. Deswegen brauchen wir jetzt eine Perspektive für eine Friedensordnung.“
Der Kanzler versicherte zugleich, dass die Bundesregierung wichtige Ziele der Vereinigten Staaten und Israels teile. Iran dürfe Israel und andere Nachbarn nicht weiter bedrohen, das Land müsse sein Nuklearprogramm und sein ballistisches Raketenprogramm beenden, forderte Merz. Zudem müsse Iran aufhören, im eigenen Land und über die Region hinaus Terror zu unterstützen.
Hegseth: Hochrangiger Militär untersucht Angriff auf Schule
Die USA haben nach Angaben ihres Verteidigungsministers Pete Hegseth einen hochrangigen Militär außerhalb des für Iran zuständigen US-Kommandos (Centcom) mit der Untersuchung des Angriffs auf eine Mädchenschule in Iran beauftragt. Diese werde so lange dauern, wie nötig, betonte Hegseth bei einer Pressekonferenz.
Medienberichten zufolge sind US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich. Das geht aus vorläufigen Ergebnissen einer eingeleiteten Untersuchung hervor, wie die New York Times und der Sender CNN unter Berufung auf vertrauliche Quellen berichten. Die USA hätten einen Stützpunkt der Revolutionsgarde im Visier gehabt, zu dem das Schulgebäude früher gehört hatte. Veraltete Ortungsdaten führten demnach zu dem folgenschweren Fehler der US-Streitkräfte.
Der New York Times zufolge erstellten Beamte von Centcom die Zielkoordinaten für den Angriff und verwendeten veraltete Angaben von Geheimdiensten. Allerdings hätten die Quellen betont, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handele und wichtige Fragen offen blieben. Dazu zähle auch, warum die veralteten Informationen nicht noch einmal überprüft worden seien.
Bei dem Angriff am ersten Kriegstag Ende Februar waren in Minab im Süden des Landes nach iranischen Angaben rund 170 Schülerinnen getötet worden. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst behauptet, Iran stehe hinter der Attacke.
Flugblätter über Beirut: Israel ruft Libanons Bürger zu Hisbollah-Entwaffnung auf
Israelische Flugzeuge haben über Teilen der libanesischen Hauptstadt Beirut Flugblätter abgeworfen, in denen die Bevölkerung aufgefordert wird, sich für eine Entwaffnung der proiranischen Hisbollah einzusetzen. Reporterinnen der Deutschen Presse-Agentur und Anwohnern zufolge flogen israelische Kampfflugzeuge zuvor in niedriger Höhe über der Stadt. Dabei durchbrachen sie die Schallmauer und lösten zwei laute Knallgeräusche aus. Aus mehreren Stadtvierteln wurde berichtet, dass Flugblätter abgeworfen wurden.
In dem an „Liebe libanesische Bürger“ gerichteten Schreiben wird dazu aufgerufen, die Hisbollah zu entwaffnen. Sie sei der „Schild Irans“. Die Zukunft Libanons solle von seinen eigenen Bürgern bestimmt werden und nicht von externen Akteuren. „Libanon ist eure Entscheidung, nicht die von jemand anderem“, heißt es in dem Text. Stabilität sei „nicht nur ein Wort, sondern ein Recht für jeden Libanesen“. Das israelische Militär hatte bereits zuvor mehrfach ähnliche Flugblätter in Libanon abgeworfen.
Hegseth: Irans neuer oberster Führer „verwundet und wahrscheinlich entstellt“
Irans neuer oberster Führer, Modschtaba Chamenei, ist nach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verletzt. Die USA wüssten, dass er „verwundet und wahrscheinlich entstellt“ sei, sagte Hegseth bei einer Pressekonferenz. Um was für Verletzungen es sich handele, und wie es dazu gekommen sei, führte er nicht aus.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag gesagt, der 56-jährige Religionsführer könne „sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen.“ Netanjahu deutete mögliche weitere Tötungsversuche an, indem er sagte, er würde „keine Lebensversicherungen“ für die Feinde Israels abschließen. Chamenei wurde bei einem israelischen Angriff verletzt. Das wurde auch von iranischer Seite am Donnerstag bestätigt.
Seit seiner Ernennung zum obersten Führer in Iran am Sonntag hat sich Modschtaba Chamenei bisher nicht öffentlich gezeigt. Die New York Times hatte jüngst unter Berufung auf drei iranische Funktionäre berichtet, dass er Verletzungen an seinen Beinen erlitten habe. Dem US-Sender CNN zufolge handelt es sich um eine Verletzung am Fuß. Modschtaba Chamenei habe diese gleich zu Beginn des Krieges erlitten - genau wie einen Bluterguss um das linke Auge und andere kleinere Verletzungen im Gesicht, berichtet der Sender unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle. Überprüfen ließen sich die Berichte zunächst nicht.
Türkei: Erneut iranisches Geschoss von Nato abgefangen
Erneut ist ein aus Iran abgefeuertes ballistisches Geschoss nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums im Luftraum des Landes von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. Alle notwendigen Maßnahmen würden entschlossen und ohne zu zögern gegen jede Bedrohung des Staatsgebiets und des Luftraums des Landes ergriffen, teilte das türkische Verteidigungsministerium auf X mit. Das ist damit der dritte Vorfall in der Türkei dieser Art seit der vergangenen Woche. Wo genau die Rakete abgefangen wurde, sagte das Ministerium nicht.
Türkischen Medienberichten zufolge waren am Morgen Sirenen nahe dem Nato-Luftwaffenstützpunkt im Südosten des Landes in Incirlik in der türkischen Provinz Adana zu hören. Das Verteidigungsministerium bestätigte das zunächst nicht. Nach US-Angaben sind dort rund 1500 Militärangehörige stationiert. Der Stützpunkt gilt als wichtiges Militär-Drehkreuz in der Region. Iran greift seit Kriegsbeginn wiederholt Militärstützpunkte in der Region an - etwa in den Golfstaaten.
Zuletzt war am Montag eine ballistische Rakete im türkischen Luftraum zerstört worden. Einige Trümmer der Munition seien auf freies Gelände in Gaziantep im Süden des Landes gefallen, hieß es. Am Mittwoch in der vergangenen Woche wurde zudem eine Rakete im Grenzgebiet zu Iran vom Nato-Abwehrsystem abgefangen. Nach türkischen Angaben kamen die Raketen aus Iran.
Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman
Im Oman sind einem Bericht zufolge zwei Menschen durch eine herabstürzende Drohne ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden demnach verletzt. Eine zweite Drohne sei in offenes Gelände gestürzt, meldete die staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Sicherheitskreise.
Die Vorfälle ereigneten sich demnach in der Region Sohar im Norden des Landes. Bei den Toten, die sich bei dem Einschlag in einem Industriegebiet aufhielten, soll es sich um ausländische Staatsbürger handeln, hieß es weiter.
Zur Herkunft der Drohnen war bisher nichts bekannt. Die zuständigen Behörden ermittelten, so die Meldung. Der Oman wurde trotz seiner Vermittlungsbemühungen seit Beginn des Iran-Kriegs mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe.
Iran mobilisiert zu Al-Kuds-Protesten
Trotz anhaltender Luftangriffe sind in Teheran erneut Tausende Regierungsanhänger zu israelfeindlichen Demonstrationen auf die Straßen gegangen. Die Kundgebungen finden aus Anlass des sogenannten Al‑Kuds‑Tages statt, den der frühere Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Chomeini 1979 eingeführt hat. Die staatlich organisierten Proteste richten sich gegen Israel und fordern die „Befreiung Jerusalems“. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ostjerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.
Irans Präsident Massud Peseschkian rief die Bevölkerung trotz des Krieges zur Teilnahme auf. Auf X schrieb er am Donnerstag, das iranische Volk solle „die Feinde Irans enttäuschen, indem es in größerer Zahl als je zuvor auf die Straße geht“.
Augenzeugen berichteten, dass die Menschenmenge in diesem Jahr kleiner sei als im Vorjahr. Dafür führten sie vor allem zwei Gründe an: Viele Menschen hätten Teheran nach Beginn des Krieges verlassen, und viele andere hätten Angst vor Drohnenangriffen während der Zeremonie.
Dutzende Verletzte nach iranischem Raketenangriff in Israel
Bei einem iranischen Raketenangriff sind in der Nacht 58 Menschen in einem arabischen Ort in Nordisrael verletzt worden. Eine Frau sei durch Granatsplitter mittelschwer, alle weiteren durch Glassplitter leicht verletzt worden, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Alle seien in Krankenhäuser gebracht worden. Darüber hinaus behandelten Sanitäter den Angaben nach vor Ort 15 weitere Menschen wegen Angstzuständen.
Die israelische Polizei teilte mit, es habe einen Einschlag in der Nähe eines Wohnhauses im Ort Sarsir in der Nähe der Stadt Nazareth gegeben. Aufnahmen der Sicherheitskräfte zeigten unter anderem ein schwerbeschädigtes Haus und ein zerstörtes Auto. Laut Israels Feuerwehr wurden weitere Häuser teils schwer beschädigt. Zudem sei nach dem Einschlag auch ein Feuer in dem Ort ausgebrochen. Israels Armee teilte mit, sie untersuche die Umstände des Vorfalls.
Israel bombardiert Brücke in Libanon
Das israelische Militär hat die Srarieh-Brücke über den Litani-Fluss in Libanon bombardiert. Die Brücke sei ein wichtiger Übergang für die Hisbollah, teilte die Armee mit. Die Miliz habe in der Nähe Abschussrampen stationiert und von dort aus Israel beschossen. Dies ist offenbar das erste Mal in der laufenden Offensive, dass Israel den gezielten Beschuss ziviler Infrastruktur einräumt. Der Litani fließt im Süden Libanons.












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