Nahost: Israel startet Angriff auf Iran

vor 1 Tag 1

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Israelische Armee greift auch in Libanon an

Geheimdienstzentrale der Revolutionsgarden mögliches Ziel

Auswärtiges Amt rät „dringend“ von Reisen nach Israel ab

IAEA-Bericht: Iran lagert hochangereichertes Uran unterirdisch in Isfahan

Nadja Lissok

Israel greift Iran an

Israel hat eigenen Angaben ​zufolge einen Präventivschlag ⁠gegen Iran gestartet. ​Das ​teilte der israelische ‌Verteidigungsminister Israel Katz mit. ​Iranischen Medien zufolge ​waren in ​Teheran Explosionen zu ‌hören. Dicker Rauch sei aufgestiegen.

In Israel wurde Luftalarm ‌ausgelöst, um die Bevölkerung vor einem möglichen ‌Gegenschlag ‌Irans zu warnen, ​wie das israelische Militär mitteilte. Der ​israelische Luftraum wurde für den ‌zivilen Luftverkehr geschlossen. 

Die Spannung in der Region wächst seit Wochen. Während die USA und Iran über das iranische Atomprogramm verhandeln, haben die US-Streitkräfte ein massives Aufgebot in Richtung Iran verlegt. Israel wiederum ist ein enger Verbündeter der USA – und erklärter Erzfeind Irans. Aus Sicht Israels bedroht Iran mit seinen möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz des jüdischen Staates. Teheran bestreitet, solche Ziele zu verfolgen. 

Newsdesk

Israelische Armee greift auch in Libanon an

Die Angriffe der israelischen Streitkräfte (IDF) begrenzen sich offenbar nicht auf Iran. Medienberichten zufolge gab die IDF bekannt, auch Ziele im Südlibanon anzugreifen. Begründet wurden die Angriffe „gegen die Hisbollah-Infrastruktur“ mit „wiederholten Verletzungen“ der im Sommer 2025 getroffenen Waffenstillstandsvereinbarungen. Damit war gerechnet worden: Die schiitische Hisbollah als der wichtigste Partner der Islamischen Republik in der sogenannten „Achse des Widerstands“ hatte es sich vorbehalten, im Falle eines iranischen oder US-amerikanischen Schlages gegen Iran einzugreifen. 

Newsdesk

Geheimdienstzentrale der Revolutionsgarden mögliches Ziel

Über das Ausmaß der israelischen Angriffe ist bislang noch nichts bekannt. Iranische Medien sollen aber berichten, dass die Geheimdienstzentrale der Revolutionsgarden neben anderen Orten in der iranischen Hauptstadt Teheran Ziel gewesen sein soll. 

Newsdesk

Israelische Bevölkerung soll in der Nähe der Bunker bleiben

Um 8.15 Uhr gab es den ersten Alarm: Die israelische Armee (IDF) rief die Menschen in einem landesweiten Post auf, sich in der Nähe von Bunkern und Schutzräumen aufzuhalten. „Dies ist eine Vorabwarnung, um die Bevölkerung darauf vorzubereiten, dass Raketen auf den Staat Israel abgefeuert werden“, hieß es. Die IDF habe „einen Überraschungsangriff“ auf Iran begonnen. 

Carina Seeburg

Auswärtiges Amt rät „dringend“ von Reisen nach Israel ab

Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen den USA und Iran verschärft auch Deutschland seine Reisewarnungen für die Region: „Von Reisen nach Israel sowie nach Ostjerusalem wird dringend abgeraten“, heißt es in einem Reise- und Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts.

Auch andere westliche Staaten haben bereits Reisehinweise für den Nahen Osten herausgegeben. Polen hat seine Staatsbürger aufgefordert, Iran, Israel und Libanon umgehend zu verlassen. Es ​bestehe ein hohes Eskalationsrisiko, zudem könne der zivile Luftraum geschlossen werden, was eine Rückkehr unmöglich machen könnte, teilt das Außenministerium in Warschau mit. ⁠Frankreich rät seinen Bürgern von allen nicht notwendigen Reisen nach Israel und in die Palästinensergebiete ab, einschließlich Tourismus- und Familienbesuchen. Das britische Außenministerium empfiehlt ebenfalls von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen in die Region ​abzusehen. 

Hintergrund ​der Reisewarnungen insbesondere für Israel sind Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der einen Angriff auf Iran nicht ‌ausschließt, um das Land am Bau einer Atombombe zu hindern. Ein ‌solcher Angriff könnte einen Gegenschlag auf Israel auslösen.

Carina Seeburg

USA raten eigenen Staatsbürgern zur Ausreise aus Israel

Die USA fordern ihre Bürger auf, Israel angesichts der drohenden Militärschläge gegen Iran unverzüglich zu verlassen. Das melden der britische Guardian sowie weitere englischsprachige Medien. Nachdem die USA die Ausreise nicht unbedingt benötigter Regierungsmitarbeiter und ihrer Familien aus Israel genehmigt haben, erweitert das Außenministerium die Aufforderung und rät, US-Bürger sollten „erwägen, Israel zu verlassen, solange noch kommerzielle Flüge verfügbar sind“. Es riet außerdem dringend von Reisen nach Israel ab. Wer das Land verlassen wolle, solle das nach Möglichkeit noch heute tun. 

Carina Seeburg

Großbritannien zieht Botschaftsmitarbeiter aus Iran ab

Wegen Sicherheitsbedenken hat Großbritannien das diplomatische Personal vorübergehend aus Iran abgezogen. Das teilt das britische Außenministerium auf seiner Website mit Reisehinweisen für Iran mit:  „Aufgrund der anhaltenden Sicherheitslage haben wir vorsorglich beschlossen, unsere Mitarbeiter aus Großbritannien vorübergehend aus Iran abzuziehen. Unsere Botschaft arbeitet weiterhin aus der Ferne.“ Mitte Januar hatte Großbritannien seine Botschaft in Teheran bereits vorübergehend geschlossen.

Christoph Heinlein

USA erlauben US-Botschaftsmitarbeitern in Israel die Ausreise 

Angesichts der wachsenden Spannungen mit Iran mit möglichen Folgen auch für Israel haben die USA einem Teil ihres Botschaftspersonals die Ausreise genehmigt. Nicht für den Notfall benötigtes Personal sowie alle Angehörigen von Botschaftsmitarbeitern könnten das Land verlassen, teilte die US-Botschaft in Israel mit. Das US-Außenministerium genehmige dies „aufgrund von Sicherheitsrisiken“, hieß es. Weitere Einschränkungen für Regierungsmitarbeiter und Angehörige seien möglich – so könnten Reisen in bestimmte Gebiete Israels etwa untersagt werden. Personen sollten erwägen, Israel zu verlassen, solange noch kommerzielle Flüge verfügbar sind. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, empfahl laut der New York Times all seinen Mitarbeitern, die Israel verlassen wollen, dies noch heute zu tun. Er habe am Vormittag eine entsprechende E-Mail verschickt. 

Auch andere Staaten reagieren auf die Lage. China, Australien, Polen, Finnland, Schweden, Indien und Singapur gehören zu den Ländern, die ihren Bürgern raten, bestimmte Orte im Nahen Osten zu verlassen. Die USA haben in diesem Monat zudem angekündigt, Personal aus ihrer Botschaft in Libanon abzuziehen.

Christoph Heinlein

IAEA-Bericht: Iran lagert hochangereichertes Uran unterirdisch in Isfahan

Iran lagert einem vertraulichen Bericht ​der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge einen Teil seines hochangereicherten Urans in einer unterirdischen Anlage in ⁠Isfahan. Das von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehene Dokument hält erstmals fest, wo das bis zu 60 Prozent ​reine Material ​aufbewahrt wird. Für Atomwaffen sind rund ‌90 Prozent nötig. Diplomaten zufolge wurde der ‌Eingang des Tunnelsystems im Juni bei US-amerikanischen und israelischen Angriffen getroffen, die Anlage selbst sei aber weitgehend ​unversehrt. 

Nadja Lissok

Iran kündigt weitere Gespräche mit den USA an

Iran hat nach einer indirekten Verhandlungsrunde mit den USA weitere Gespräche für kommende Woche angekündigt. Ab Montag seien in Wien, wo die Zentrale der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sitzt, „technische Gespräche“ geplant, sagte Außenminister Abbas Araghtschi. Sollten sie stattfinden, dürften Details eines möglichen Abkommens ausgehandelt werden.

„Es war die beste und ernsthafteste Runde“, sagte der Minister über die Verhandlungsrunde am Donnerstag. Ein US-Beamter bezeichnete sie gegenüber dem US-Portal Axios lediglich als „positiv“. Beide Seiten lägen in wichtigen Fragen „noch weit auseinander“, berichtete das Wall Street Journal nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde in Genf. Bei den Treffen geht es vor allem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Die iranische Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.

Ob es aber tatsächlich zu einer weiteren Verhandlungsrunde beider Seiten kommen wird, ist noch unklar. US-Präsident Donald Trump hatte der iranischen Staatsführung vor einer Woche noch ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. „Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich“. Trump hat mit militärischen Maßnahmen gedroht, sollte keine Einigung erzielt werden.

Das US-Militär hat eine massive Streitmacht mit zwei Flugzeugträgern, weiteren Kriegsschiffen, Dutzenden Kampfjets sowie Flugabwehr und Militärflugzeugen in den Nahen Osten verlegt. Darunter sind auch Maschinen zur Luftbetankung, die bei intensiven Bombardierungen über große Distanzen benötigt werden. US-Medien zufolge ist es der größte Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003.

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