Nahost: Iran feuert Raketen auf Israel und US-Stützpunkte

vor 22 Stunden 2

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Netanjahu äußert sich zur Operation „Brüllen des Löwen“ 

Iran startet Gegenangriff

Trump rechtfertigt US-Intervention in Iran gegenüber den Amerikanern

Israel greift Iran an – USA beteiligt

Nadja Lissok

Iran soll US-Einrichtungen in Nachbarländern angreifen

Aus mehreren Nachbarländern Irans werden Angriffe gemeldet. Ein Reuters-Mitarbeiter berichtet von mehreren Explosionen in der katarischen Hauptstadt Doha, auch aus Abu Dhabi werden laute Geräusche gemeldet. Bei einem Luftangriff auf einen Stützpunkt des irakischen Militärs ist ein Mensch ums Leben gekommen, wie ein Stützpunktsprecher sagt. In Kuwait sind Sirenen zu hören. Bahrain bestätigt der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge, dass es Ziel von Angriffen war. 

Die iranischen Streitkräfte bekennen sich zu den Attacken. Nach eigenen Angaben haben sie vier US-Militärstützpunkte in der Region angegriffen. Unter den Zielen waren demnach der Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar, der Stützpunkt Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtet. 

Bislang hat sich das US-amerikanische Militär noch nicht offiziell zu den Angriffen geäußert. CNN zufolge soll aber mindestens der Angriff in Bahrain bestätigt sein.

Irene Helmes

Trump ruft Iraner auf, sich in Sicherheit zu bringen und dann die Macht zu übernehmen

Die USA und Israel attackieren Ziele in Iran. US-Präsident Trump spricht von einem „großen Kampfeinsatz“. In einer acht Minuten langen Videoansprache, die auf Truth Social gepostet wurde, wendet sich der US-Präsident auch direkt an das „großartige, stolze“ iranische Volk. Sinngemäß heißt es unter anderem, die Menschen sollten sich zunächst in Sicherheit bringen, da „überall“ Bomben fallen könnten, und dann die Gelegenheit zum Umsturz nutzen. 

Das wird vermutlich eure einzige Chance auf Generationen hinaus sein.

Donald Trump

Die USA würden dafür nun ungekannte Rückendeckung geben, diese Gelegenheit gelte es zu nutzen. An die Revolutionsgarden und die anderen bewaffneten Teile des Regimes gewandt, formuliert Trump eine Drohung: „Ihr müsst eure Waffen niederlegen, dann bekommt ihr totale Immunität, (...) ansonsten seht ihr dem sicheren Tod entgegen“. 

Newsdesk

Auswirkungen auf Reisen in der gesamten Region

Wer sich derzeit im Nahen Osten aufhält oder vorhatte, dorthin zu reisen, sollte sich unbedingt beim Auswärtigen Amt informieren. Deutsche Staatsangehörige in Iran, in Israel und der weiteren Region sind aufgerufen, sich in der Krisenvorsorgeliste „Elefand“ zu registrieren. Dort kann man Kontaktdaten angeben, um Informationen und Unterstützung zu erhalten. 

Die Lufthansa etwa streicht alle Flüge zu mehreren Zielen im Nahen Osten. Die Städte Tel Aviv (Israel), Beirut (Libanon), Amman (Jordanien), Erbil (Irak) und Teheran (Iran) würden bis einschließlich 7. März nicht angeflogen.
Ebenfalls bis einschließlich 7. März würden folgenden Lufträume nicht genutzt: Israel, Libanon, Jordanien, Irak und Iran. Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi fänden heute und morgen nicht statt, sagte der Sprecher. 

Irene Helmes

Aufnahmen aus Israel

Iran hat einen Gegenangriff gestartet. In der Küstenmetropole Tel Aviv und weiteren Teilen Israels heulen die Sirenen, Menschen eilen in Schutzräume. Aktuelle Bilder aus Israel:

Newsdesk

Netanjahu äußert sich zur Operation „Brüllen des Löwen“ 

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gibt eine Erklärung ab: „Vor kurzer Zeit haben Israel und die USA eine Operation begonnen, die existenzielle Bedrohung durch das Terrorregime in Iran zu beseitigen.“ Netanjahu dankt Trump „für seine historische Führungsrolle“. Das „mörderische Regime“ in Teheran dürfe nicht in die Lage kommen, sich mit Atomwaffen zu bewaffnen.

Er erklärte weiter, es sei an der Zeit, dass „das iranische Volk – die Perser, die Kurden, die Azeris, die Belutschen und die Ahwazis – sich vom Joch der Tyrannei befreiten“. Iran müsse ein freies, den Frieden suchendes Land werden. Mit seiner direkten Ansprache der Minderheiten im multiethnischen und multireligiösen Land Iran greift der israelische Premier ein sehr heikles Thema auf. Internationale Experten warnen seit Langem davor, dass der Sturz der Islamischen Republik durch eine US-Militäroperation schnell zum Zerfall des Landes führen könne. Einige der Minderheiten wie etwa die Kurden und die Belutschen kämpfen für Eigenständigkeit und verfügen über bewaffnete Gruppen. 

Die Bürger Israels rief Netanjahu dazu auf, sich an die Anweisungen des Zivilschutzes zu halten. „In den kommenden Tagen der Operation ‚Brüllen des Löwen‘ werden wir alle Geduld und seelische Stärke benötigen.“ Bereits den Krieg gegen Iran im vergangenen Jahr hatte Israel nach dem Raubtier benannt. Damals lautete der Name der Operation „Rising Lion“ – auf Deutsch: Operation sich erhebender Löwe. Die Bezeichnung bezieht sich auf eine Stelle in der Bibel, in der es unter anderem heißt: „Siehe, ein Volk erhebt sich wie ein junger Löwe.“ 

Iran startet Gegenangriff

Iran hat Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Zunächst berichteten die israelischen Streitkräfte von den begonnenen Gegenangriffen, mittlerweile haben die Revolutionsgarden der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge die Angriffe bestätigt. Eine erste Welle an Raketen und Drohnen sei als Reaktion auf den morgendlichen Angriff auf Iran gestartet.

Die Luftabwehr sei aktiviert, um die Geschosse abzufangen, teilte wiederum das israelische Militär mit. In einer auf X veröffentlichten Erklärung hieß es, in mehreren Gebieten des Landes würden Sirenen ertönen. „Die israelische Luftwaffe ist derzeit im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen und gegebenenfalls zu bekämpfen.“ Betroffen ist besonders der Norden des Landes, angegriffen wird auch Tel Aviv. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich in Bunker und Schutzräume zu begeben. 

Irene Helmes

Erste Bilder aus Teheran

Explosionen in Teheran am Samstag: Rauch steigt über der iranischen Hauptstadt auf, auf den Straßen bilden sich lange Staus. Das sind aktuelle Aufnahmen:

Berichten zufolge herrscht in Teheran Panik. Wie auf Fotos zu sehen ist, versuchen viele Menschen, die Metropole zu verlassen. An den Tankstellen bilden sich lange Schlangen, auf Straßen Staus, Läden sind vielerorts geschlossen. 

Sina Kampe

Iran meldet massive Cyberangriffe, Internet offenbar fast komplett weg

Iran ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars Ziel von massiven Cyberangriffen geworden. Betroffen sind demnach mehrere inländische Nachrichtenagenturen und zentrale Plattformen, die mit erheblichen Störungen zu kämpfen hätten. Dazu zählten auch die Websites der Nachrichtenagenturen Irna und Isna. Die Agentur Fars steht den Revolutionsgarden nahe.

Wie der Beobachtungsdienst Netblocks auf X postet, fällt das Internet im Land inzwischen fast komplett aus. Die Aktivität sei auf nur noch vier Prozent des sonst üblichen Niveaus gefallen. Während der brutalen Niederschlagung der Bürgerproteste vor einigen Wochen hatte das Regime das Netz phasenweise fast komplett blockiert.

Irene Helmes

Trump rechtfertigt US-Intervention in Iran gegenüber den Amerikanern

In seiner Videobotschaft wendet sich der US-Präsident an die Iraner, aber auch ausführlich an seine eigene Bevölkerung – er war einst mit dem Wahlversprechen angetreten, die USA aus internationalen Konflikten herauszuhalten. Der Militäreinsatz gegen das Regime in Teheran sei eine Maßnahme zum Schutz der USA. Seit der Machtübernahme vor 47 Jahren habe die Führung der Islamischen Republik den USA den Tod gewünscht, Terror ausgeübt und unterstützt und Massenmorde zu verantworten. Dieses Regime sei eine „direkte Bedrohung“ auch für die USA selbst und dürfe „niemals die Atombombe haben“. Man habe ewig über einen Deal verhandelt, „aber sie wollen nur das Böse“. Das sei nicht mehr zu akzeptieren. Der US-Militäreinsatz läuft unter dem Titel „Operation Epic Fury", also epischer Zorn.

Nadja Lissok

Irak schließt seinen Luftraum 

Der Irak schließt ebenfalls seinen Luftraum, wie das Transportministerium mitteilte. Der Irak ist ein Nachbarland Irans. 

Newsdesk

Israel mobilisiert Reservisten

Betroffen sind auch Einheiten, die an den Grenzen zu Libanon und Syrien eingesetzt werden können. Im Zuge des Krieges nach dem Hamas-Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 hatten israelische Truppen Gebiete im Südlibanon und in Syrien am Fuß der Golan-Höhen besetzt. 

Nadja Lissok

Israel greift Iran an – USA beteiligt

Israel hat eigenen Angaben ​zufolge einen Präventivschlag ⁠gegen Iran gestartet. ​Das ​teilte der israelische ‌Verteidigungsminister Israel Katz mit. ​Iranischen Medien zufolge ​waren in ​Teheran Explosionen zu ‌hören. Dicker Rauch sei aufgestiegen.

Die USA beteiligen sich ⁠am Militärschlag. Laut US-Präsident Donald Trump haben umfangreiche Angriffe begonnen. In einem auf seiner Plattform Truth Social verbreiteten Video spricht er von einem „großen Kampfeinsatz“. Zuerst berichteten die ‌New York Times und CNN. 

In Israel wurde Luftalarm ‌ausgelöst, um die Bevölkerung vor einem möglichen ‌Gegenschlag ‌Irans zu warnen, ​wie das israelische Militär mitteilte. Der ​israelische Luftraum wurde für den ‌zivilen Luftverkehr geschlossen. 

Die Spannungen in der Region wachsen seit Wochen. Während die USA und Iran über das iranische Atomprogramm verhandeln, haben die US-Streitkräfte ein massives Aufgebot in Richtung Iran verlegt. Israel wiederum ist ein enger Verbündeter der USA – und erklärter Erzfeind Irans. Aus Sicht Israels bedroht Iran mit seinen möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz des jüdischen Staates. Teheran bestreitet, solche Ziele zu verfolgen. 

Irene Helmes

Israel bereitet sich auf Gegenschläge vor

Der Luftraum über Israel bleibt in Erwartung eines iranischen Gegenschlags bis auf Weiteres geschlossen. Verkehrsministerin Miri Regev habe die zivile Luftfahrtbehörde angewiesen, den Luftraum für zivile Flüge zu schließen, teilte die nationale Flughafenbehörde mit. Reisende seien angewiesen, vorerst nicht zum Flughafen zu kommen. Passagiere im Ausland sollten die Fluginformationen über Medien und die verschiedenen Fluggesellschaften verfolgen.

Der Zivilschutz veröffentlichte außerdem neue Anweisungen für die Bürger des Landes. Es sollten nur noch notwendige Aktivitäten im ganzen Land stattfinden. Schulen und andere Bildungseinrichtungen sollen vorerst geschlossen bleiben und große Versammlungen unterlassen werden. Ausgenommen sei der lebensnotwendige Versorgungssektor. Die neuen Regelungen sollten vorerst bis Montagabend gelten. 

Irene Helmes

Teheran: „Wir haben Euch gewarnt“

Iran hat nach Beginn der Angriffe mit drastischen Worten reagiert. „Wir haben Euch gewarnt. Nun habt Ihr einen Weg eingeschlagen, dessen Ausgang nicht mehr in Eurer Hand liegt“, wird der Leiter der Sicherheitskommission, Ebrahim Azizi, zitiert. 

Augenzeugenberichten aus der Hauptstadt Teheran zufolge wurde unter anderem die Residenz von Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei getroffen. Er selbst soll sich angeblich an einem sicheren Ort außerhalb der Hauptstadt befinden. Explosionen werden nicht nur aus Teheran gemeldet, sondern auch aus Ghom, Kermānschāh, Isfahan und Karaj.

Irans Präsident Massud Peseschkian hatte mit einem „umfassenden Krieg“ gedroht, sollte Chamenei attackiert werden. 

Irene Helmes

SZ-Hintergründe und Analysen zum eskalierenden Konflikt

  • Wie die USA in der Region ihre Truppen zusammengezogen haben: eine Analyse.
  • „Wer Krieg führt, muss wissen, was das Ziel ist“: ein Kommentar von Raphael Geiger über die möglichen Motivationen von Donald Trump, in Iran zu intervenieren.
  • Donald Trump ist der erste US-Präsident, der offen den Sturz der Mullahs in Iran propagiert: Reymer Klüver über das „riskante Spiel der USA am Golf“.
  •  Statt die Atomanlagen nach den US-Luftangriffen wieder aufzubauen, schien sich das Regime in Teheran zuletzt auf sein Raketenprogramm zu konzentrieren. Eine Analyse von Leonard Scharfenberg.
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