Marco Rubio, US-Außenminister:
»Die Vereinigten Staaten und Europa gehören zusammen.«
Trumps Außenminister Marco Rubio schwärmt bei der Münchner Sicherheitskonferenz von einem Europa, das Kultur, Errungenschaften und Werte mit den USA teile. Es sind unerwartet freundliche Töne aus Washington. Die Erleichterung im Saal ist zunächst groß.
Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz:
»Herr Minister. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie den Seufzer der Erleichterung in diesem Saal gehört haben.«
Die Erleichterung weicht dann aber doch recht bald einer gewissen Ernüchterung.
Marina Kormbaki, DER SPIEGEL:
»So zumindest mein Eindruck nach Gesprächen mit Menschen, die im Saal waren. Die haben sich nämlich hinterher gefragt: Moment mal, was hat der Rubio da eigentlich gesagt? Und da fiel dem ein oder anderen auf, dass der Außenminister die Trumpschen Grundüberzeugungen vorgetragen hat, wenn auch in recht freundlichem Ton. Also Kritik am Freihandel, Kritik an Klimaschutzpolitik und die Warnung vor einem angeblichen Untergang der europäischen Zivilisation aufgrund von Massenmigration. «
Marco Rubio, US-Außenminister:
»Wir sind Teil einer Zivilisation. Westlicher Zivilisation.«
Eine Kehrtwende in dem jüngst beschädigten transatlantischen Verhältnis dürfte diese Sicherheitskonferenz jedenfalls nicht bedeuten. Bundeskanzler Merz hatte noch am Vortag selbstbewusst und in scharfen Worten von einem tiefen Graben zwischen Europa und den USA gesprochen.
Marina Kormbaki, DER SPIEGEL:
»Es war der Versuch des Kanzlers, sich ein wenig unabhängig zu machen von den Unberechenbarkeiten, die da aus dem Weißen Haus kommen, von der erratischen US-Außenpolitik. Es geht Merz darum, nicht immer auf den neuesten Tweet von Donald Trump reagieren zu müssen oder auf die jüngste Rede eines seiner Kabinettsmitglieder.«
Auch deswegen betonte Merz in seiner Rede, dass er mit Emmanuel Macron über nukleare Abschreckung spreche, also über Möglichkeiten einer engeren Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich, wenn es darum geht, die französischen Atomwaffen zum Schutz der Europäer einzusetzen.
Marina Kormbaki, DER SPIEGEL:
»Kleiner Schönheitsfehler: Dafür bräuchte es ein solides, ein festes deutsch-französisches Verhältnis. Denn europäische Geschlossenheit dürfte die Grundvoraussetzung dafür sein, dass Deutschland, dass Europa den Amerikanern selbstbewusst und auch eigenständig gegenübertreten kann.«

vor 4 Stunden
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