Mijatovic: "Ich glaube, dass wir was mitnehmen werden"

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Im dritten Anlauf in dieser Saison will Hertha BSC gegen den 1. FC Köln bestehen - und setzt auf die gleiche defensive Stabilität wie zuletzt.

 Herthas Co-Trainer Andre Mijatovic setzt auch beim Spitzenreiter auf die zuletzt gezeigte Stabilität.

Bereit für Köln: Herthas Co-Trainer Andre Mijatovic setzt auch beim Spitzenreiter auf die zuletzt gezeigte Stabilität. IMAGO/Nordphoto

In seiner Spieler-Zeit galt Andre Mijatovic als Inbegriff eines verlässlichen, konsequenten Arbeiters im Abwehrzentrum. Insofern dürften ihm die Fortschritte, die Hertha BSC in den vergangenen Wochen gemacht hat, gut gefallen. Die Berliner haben - spät in dieser Saison - ihrem Spiel mit mehr Kompromisslosigkeit, mehr Körperlichkeit und mehr Energie ein paar entscheidende Elemente beigemischt.

Der Wechsel vom 4-3-3 zum 3-5-2 hat auf dem Weg zu mehr Kompaktheit zusätzlich geholfen. "Aus dem Spiel heraus haben wir bis auf das Spiel in Elversberg zuletzt ganz, ganz wenig zugelassen", sagte Co-Trainer Mijatovic in der Spieltagspressekonferenz am Donnerstag, auf der er seinen Chef Stefan Leitl vertrat. "Die Stabilität ist gut, die Jungs fühlen sich gut. Ich hoffe, das wird so weitergehen."

Klemens ist fest eingeplant: in der Dreierkette

Leitl, dem in dieser Woche ein Infekt zusetzt, leitete am Donnerstag wieder das Training, nachdem er tags zuvor gefehlt hatte. Die Pressekonferenz ließ er aber vorsorglich aus. "Er hat eine Infusion bekommen. Heute stand er auf dem Trainingsplatz", berichtete Mijatovic. "Deswegen geh' ich davon aus, dass er morgen in den Flieger steigt." Neben dem Coach soll auch der als Ersatz für Marton Dardai (Gelbsperre) in der Dreierkette eingeplante Defensiv-Allrounder Pascal Klemens in Köln zur Verfügung stehen.

Klemens hatte sich vor zehn Tagen im U-20-Länderspiel gegen Portugal (1:1) an der Hüfte verletzt und gegen den Karlsruher SC (3:1) gefehlt, am Donnerstag kehrte er wie geplant ins Teamtraining zurück. "Wir müssen aufpassen, er hat zehn Tage nicht mit der Mannschaft trainiert", sagte Mijatovic. "Wir werden morgen nochmal testen - mit voller Hoffnung, dass er in Köln dabei ist."

Zweimal gegen Köln - zweimal knapp verloren

Es wird das dritte Duell mit dem FC in dieser Saison - und die Berliner sinnen nach den unter Leitl-Vorgänger Cristian Fiel kassierten Niederlagen Anfang November in der Liga (0:1/H) und Anfang Dezember im DFB-Pokal-Achtelfinale (1:2 n.V./A) auf Revanche. Den Pokal-K.o., den die Berliner nach einer frühen Roten Karte für Deyovaisio Zeefuik und einem aufopferungsvollen Fight in Unterzahl erst in der Nachspielzeit der Verlängerung kassierten, will das Trainer-Team indes nicht als Heißmacher heranziehen.

"Ich glaube, dass wir nicht mehr Motivation brauchen, als am Samstag um 20.30 Uhr beim Tabellenführer in Köln zu spielen. Das ist Motivation genug", sagte Mijatovic, der aus dem Berliner Leistungsanstieg viel Hoffnung schöpft: "Wir sind gut in Form, die sind gut in Form. Ich erwarte ein offenes Spiel, und dann schauen wir mal, wer besser ist." Er warnte vor dem Tabellenführer und unterstrich zugleich die eigene Stärke: "Köln ist eine sehr dynamische Mannschaft, die sehr viel und sehr intensiv läuft. Die Prioritäten in der 2. Liga sind Zweikampfhärte, Laufleistung und Sprintleistung. Da sind die gut dabei. Aber wir befinden uns auf dem gleichen Level."

Hertha fährt offenkundig angstfrei nach Köln. "Klar ist es eine große Herausforderung für uns. Aber wir haben auch was zu bieten, das ist Fakt", betonte Mijatovic. "Wir spielen gegen den Tabellenführer. Aber wir sind sehr, sehr gut vorbereitet." Seine Prognose: "Ich glaube, dass wir was mitnehmen werden."

Steffen Rohr

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