Der europäische Brillenkonzern und weltgrößte Brillenhersteller EssilorLuxottica hat eine langfristige Partnerschaft mit dem US-Technologiekonzern Applied Materials bekannt gegeben. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Partner gemeinsam optische Systeme für Smart Glasses und AR-Brillen entwickeln.
EssilorLuxottica solle seine Erfahrung mit Brillengläsern, Fassungen und Smart Glasses einbringen, während Applied Materials seine Expertise in Materialtechnik und Waveguide-Technologien beisteuern werde, heißt es in der Ankündigung.
Waveguides gelten als Schlüsselkomponente transparenter Brillendisplays: Sie leiten das Licht einer Bildquelle in das Brillenglas und lenken es so ins Auge, dass im Sichtfeld ein Bild erscheint. Die gemeinsame Forschung soll in einem eigens eingerichteten Gemeinschaftslabor auf dem Silicon-Valley-Campus von Applied Materials stattfinden. Dort soll neben Waveguides auch an neuen Materialien und adaptiven Linsen geforscht werden.
EssilorLuxottica baut eigene Techkompetenz auf
Applied Materials zählt zu den weltweit größten Ausrüstern der Halbleiterindustrie und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 28 Milliarden US-Dollar. Der Konzern ist auf hochpräzise Fertigungsprozesse spezialisiert, wie sie für moderne Chips und Displays benötigt werden.
Diese Expertise lässt sich auf die Herstellung von Waveguides übertragen: Auch sie benötigen extrem feine Strukturen, die mit hoher Präzision auf optische Substrate aufgebracht werden. Mit solchen Waveguides ist Applied Materials bereits in Produkten wie der RayNeo X3 Pro vertreten.
EssilorLuxotticas Partnerschaft mit Applied Materials lässt sich als Investition in technologische Eigenständigkeit einordnen. Bislang kommt ein Großteil der Technologie in den gemeinsam mit Meta entwickelten Smart Glasses von Meta und Metas Fertigungspartnern. Die Waveguides der Meta Ray-Ban Display etwa werden vom deutschen Spezialglashersteller Schott in Malaysia gefertigt.
Der Aufbau eigener Partnerschaften und Waveguide-Kompetenzen könnte EssilorLuxottica eines Tages in die Lage versetzen, eigene Smart Glasses mit Display und vollwertige AR-Brillen unabhängiger von Meta zu entwickeln. Und dafür sorgen, dass der italienisch-französische Brillenkonzern langfristig nicht nur Metas Brillenpartner bleibt, sondern zum Mitgestalter zentraler Smart-Glasses-Technologien wird.
(tobe)











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