Mentale Gesundheit: Nostalgische Menschen sind dankbarer

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Psychologie Nostalgie macht Menschen dankbarer

Wer sich alte Fotos anschaut und in schönen Erinnerungen schwelgt, besinnt sich auf seine Liebsten – und ist dadurch dankbarer, zeigen Psychologen aus den USA. Diesen Effekt kann man demnach ganz gezielt lenken.

27.02.2026, 16.58 Uhr

 »Qualitativ hochwertige Beziehungen zu anderen Menschen«
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Familienfoto einer Mutter mit Kindern: »Qualitativ hochwertige Beziehungen zu anderen Menschen«

Foto: Frank Muckenheim / plainpicture

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Schon mal ein Klassentreffen geschwänzt? Vielleicht sollten Sie bei der nächsten Einladung lieber hingehen. Mit der Erinnerung an vergangene Zeiten könnte sich das wohlige Gefühl der Dankbarkeit einstellen, legt eine aktuelle Studie nahe.

Der Studienautor Jeffrey Green, Psychologe an der Virginia Commonwealth University, hat selbst bereits Klassentreffen organisiert. »Ich schwelgte oft in Erinnerungen und habe mich in nostalgischen Träumereien  verloren. Daraus entwickelte sich dann ganz natürlich Dankbarkeit«, sagt der Forscher in einer Mitteilung  zu seiner Studie. Mit seiner Forschungsarbeit habe er herausfinden wollen, ob nur ihm das so gehe – oder ob es sich um ein typisches Merkmal von Nostalgie handelt. Die Studie  erschien nun im Fachblatt »Personality and Individual Differences«.

Nostalgische Momente – wenn man eben alte Bekannte trifft, Musik von früher hört oder Familienfotos anschaut – steigern demnach deshalb die Dankbarkeit, weil sie das Gefühl stärken, sozial eingebunden zu sein.

Forscher fanden signifikanten Zusammenhang in mehreren Erhebungen

Im Rahmen der Arbeit testeten Green und seine Kollegen die Hypothese mit drei Erhebungen. In der ersten führte das Team eine Umfrage unter rund 300 US-amerikanischen Studierenden durch, mit der sie erfassten, wie nostalgisch, dankbar und sozial eingebunden die Befragten sind. Die Ergebnisse zeigten, dass alle drei Merkmale signifikant miteinander zusammenhängen und dass der Zusammenhang zwischen Nostalgie und Dankbarkeit über die soziale Eingebundenheit vermittelt wird.

Weiterhin wertete das Team Daten aus den Niederlanden aus, die aus einem fortlaufenden sozialwissenschaftlichen Umfragepanel stammen. Rund 600 Befragte aus der breiteren Bevölkerung gingen in diese Stichprobe ein. Mithilfe dieser Daten war es den Forschenden möglich, einen zeitlichen Bezug herzustellen – es zeigte sich also, dass nostalgische Personen in späteren Befragungen eine höhere soziale Eingebundenheit beschrieben und wiederum später eine höhere Dankbarkeit.

Zuletzt testeten die Forschenden die These, indem sie niederländischen Teilnehmern einer Onlinebefragung zufällig eines von zwei Liedern vorspielten: ein eher nostalgischeres und ein fröhlicheres Lied des niederländischen Künstlers Wim Sonneveld. Diejenigen, die die nostalgische Ballade gehört hatten, äußerten in der Befragung daraufhin ein stärkeres Gefühl, dankbar zu sein und sich »mit nahestehenden Personen verbunden« und »geliebt« zu fühlen.

Am Ende kommt es auf gute Beziehungen zu anderen Menschen an

Die Forschenden schlussfolgern: Wenn Menschen nostalgische Momente erleben, regt sie das dazu an, ihre sozialen Bindungen zu reflektieren, was wiederum die Dankbarkeit für ihr Leben und ihre Erfahrungen fördere. Dieser Effekt lasse sich gezielt verstärken, sagt Green, indem man sich mit nostalgischen Auslösern beschäftige – beispielsweise, wenn man sich Musik von früher anhört.

»Wenn man es auf einen einzigen Punkt reduzieren müsste – Glück, Lebenszufriedenheit, Sinn, all diese verwandten Konzepte – dann landet man meist bei qualitativ hochwertigen Beziehungen zu anderen Menschen«, sagt Green. »Dankbarkeit ist einer der übergeordneten Ansätze, bei dem man sich auf das konzentriert, was man hat, anstatt auf das, was man nicht hat.«

Derzeit lassen auf sozialen Medien viele das Jahr 2016 wieder aufleben. Was hinter der Nostalgiewelle steckt, lesen Sie hier .

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