Meerenge vor Taiwan: China setzt Übung "Meerengendonner-2025A" vor Taiwan fort

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China setzt ein am Vortag begonnenes großes Manöver um Taiwan fort. Der Name der Übung legt nahe, dass dieses Jahr noch weitere folgen werden.

2. April 2025, 5:10 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

 Ein vom taiwanischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestelltes Foto zeigt einen Flugzeugträger der Marine der chinesischen Volksbefreiungsarmee.
Ein vom taiwanischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestelltes Foto zeigt einen Flugzeugträger der Marine der chinesischen Volksbefreiungsarmee. © Ministry Of National Defense Taiwan | Uncredited/​dpa

Rund um die ostasiatische Inselrepublik Taiwan setzt China eine am Dienstag begonnene Militärübung fort. Wie die chinesische Volksbefreiungsarmee mitteilte, übten Soldaten im zentralen und südlichen Teil der Meerenge zwischen China und Taiwan (Taiwanstraße). Anlass sei unter anderem, präzise Angriffe auf wichtige Ziele und gemeinsame Blockaden zu trainieren, sagte der Oberst des Ostkommandos Shi Yi laut der Mitteilung.

Am zweiten Tag der Übung veröffentlichte die Armee den Namen des Manövers. In Anlehnung an die Taiwanstraße heißt der Einsatz "Meerengendonner -2025A". Dies dürfte ein Zeichen dafür sein, dass in diesem Jahr eine weitere Übung folgen soll. Im vergangenen Jahr nannte das chinesische Militär eine Übung um Taiwan im Mai "Gemeinsames Schwert-2024A". Im Oktober folgte die Übung "Gemeinsames Schwert-2024B".

In den vergangenen 24 Stunden seien 76 chinesische Militärflugzeuge und 15 Kriegsschiffe gezählt worden, teilte das taiwanische Verteidigungsministerium mit. Am Dienstag hatte die Regierung in Peking bereits mitgeteilt, dass Luftwaffe, Marine und die Raketeneinheit rund um Taiwan zu üben begonnen hätten. China hatte Taiwans Präsident Lai Ching-te am Dienstag als "Parasit" bezeichnet. Taiwans Außenamt sowie Präsident Lai verurteilten das Manöver.

Auch die USA zeigten sich empört. "Chinas aggressive militärische Aktivitäten und Rhetorik gegenüber Taiwan verschärfen einmal mehr die Spannungen und gefährden die Sicherheit in der Region", teilte das US-Außenministerium mit. Die USA gelten als Taiwans wichtigster Unterstützer und Waffenlieferant. Japan und die Europäische Union äußerten sich ebenfalls besorgt.

China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz an und dringt auf eine Vereinigung. Die Volksrepublik trainiert ihre Truppen regelmäßig für den Einsatz gegen Taiwan. So hat China in den vergangenen Jahren den Druck auf das Land verstärkt, das seit Jahrzehnten eine von China unabhängige und demokratisch gewählte Regierung hat.

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