María Machado hat ihren Friedensnobelpreis an Donald Trump weitergegeben. Durch diesen grotesken Akt hat sie ihre eigene Würde aufs Spiel gesetzt.
16. Januar 2026, 16:04 Uhr
Manchmal stürzt vor den Augen der Welt durch eine einzige Geste alle Bedeutung zusammen und verkehrt sie ins Unerhörte. Damals zum Beispiel, als am Ende des Dramas eine Frau auftritt, in tiefer Trauer, ihr Mann wurde gerade enthauptet. Paris im Frühling 1794, die Revolution frisst bereits ihre eigenen Kinder, nun werden die Revolutionäre der ersten Stunde ermordet. Da setzt sich die trauernde Lucile Desmoulins, auch sie eine Revolutionärin, auf die Stufe der Guillotine und ruft im Angesicht der Henker jenen Satz, der alle Üblichkeit aus den Angeln hebt und stattdessen einen semantischen Umsturz markiert, der sich ins historische Gedächtnis eintragen wird: "Es lebe der König!" Die Frau wird im Namen der Republik aufs Schafott geführt, der Vorhang fällt, Georg Büchners Drama Dantons Tod ist zu Ende, das Publikum bleibt verstört zurück. Zuerst im Jahr 1835, doch seither rätselt es: Ist die denn verrückt geworden, diese Lucile?

vor 2 Tage
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