Der von Bürgerkrieg zerrüttete westafrikanische Staat Mali wird von heftigen Angriffen erschüttert. Am Wochenende attackierte die islamistische JNIM-Miliz zusammen mit Teilen der Tuareg-Gruppe FLA zahlreiche Städte und Orte, vor allem in Goldfördergebieten. Laut Experten- und Medienberichten sind es die heftigsten koordinierten Attacken auf die militärgeführte Regierung des Landes seit Langem. In den vergangenen Jahren kam es in dem Sahel-Staat immer wieder zu Attacken der seit 2017 bestehenden Terrorgruppe JNIM, die der westafrikanische Zweig der islamistischen Terrororganisation al-Qaida ist.
Noch am Samstagabend hatte das malische Militär von umfangreichen Durchsuchungen in der Hauptstadt Bamako und anderen angegriffenen Städten berichtet und betont, die Lage sei unter Kontrolle. Der Flughafen von Bamako, der am Samstag den Betrieb wegen ausgebrochener Kämpfe in der Umgebung eingestellt hatte, war am Sonntag wieder geöffnet.
Doch bei den Auseinandersetzungen am Samstag ist offenbar der malische Verteidigungsminister Sadio Camara getötet worden, berichtete am Sonntag der französische Radiosender RFI laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Camara wurde demzufolge am Samstag bei einem JNIM-Angriff auf seine Residenz in der Militärbasis Kati getötet.
Angriff in Bamakos Vorort Kati
Bei dem Angriff in dem Vorort von Bamako »wurden Minister Camara und seine zweite Frau getötet (…)«, berichtete ein Familienmitglied laut Nachrichtenagentur AFP. »Wir haben einen sehr geliebten Menschen verloren, den Verteidigungsminister. Er ist auf dem Feld der Ehre gefallen«, hieß es aus Regierungs- und Armeekreisen.
Die JNIM-Miliz erklärte am Samstag, ihre Kämpfer hätten die Wohnhäuser von Militärjunta-Kommandeur Assimi Goita und Verteidigungsminister Camara angegriffen. Auch der internationale Flughafen von Bamako und weitere Ziele seien attackiert worden.
Die Angriffe setzten sich am Sonntag fort, als in einer Garnisonstadt nahe der malischen Hauptstadt Schüsse fielen, berichtete ein Augenzeuge laut Reuters.
Die Vereinten Nationen forderten angesichts der Attacken eine internationale Reaktion auf Gewalt und Terrorismus in der westafrikanischen Sahelzone. »Der Generalsekretär ist zutiefst besorgt über Berichte über Angriffe an mehreren Orten in Mali. Er verurteilt diese Gewalttaten aufs Schärfste«, schrieb ein Sprecher des Uno-Generalsekretärs António Guterres auf X.
Die endgültige Zahl der Toten und Verletzten war am Sonntag noch unklar, ebenso wie das Schicksal der umkämpften Stadt Kidal, die die Aufständischen nach eigenen Angaben bei dem Angriff von den Regierungstruppen zurückerobert hatten.
In der Hauptstadt Bamako ist am Samstag eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. Sie gelte in der Zeit von 21.00 Uhr bis 6.00 Uhr und könne bei Bedarf verlängert werden, hieß es in einer Anordnung des Bezirksgouverneurs.

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