Unbekannte Kämpfer haben laut dem malischen Militär Kasernen und andere Ziele in Mali angegriffen. Von den Kämpfen ist der Flughafen der Hauptstadt Bamako betroffen.
Aktualisiert am 25. April 2026, 13:20 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, AP, cf
In Malis Hauptstadt Bamako haben »unbekannte bewaffneter Terroristen« nach Angaben des Militärs Kasernen und andere Ziele angegriffen. Auch im Landesinneren sei es zu Angriffen gekommen, hieß es in einer kurzen Stellungnahme des Generalstabs. Die Kämpfe dauerten demnach an. Nähere Angaben zu den Angreifern machte das Militär nicht. Zunächst hat sich auch keine bewaffnete Gruppe in der Region zu den Attacken bekannt.
In einer Mitteilung der deutschen Botschaft an die in Mali lebenden Deutschen war von einer unübersichtlichen Lage die Rede. Demnach ist der Flughafen von Bamako geschlossen. Es werde empfohlen, an einem sicheren Ort zu bleiben und Bewegungen im Stadtgebiet zu vermeiden. In der Nähe des internationalen Flughafens der malischen Hauptstadt sind am Samstagmorgen Schüsse gefallen.
Schüsse in der Nähe von Luftwaffenstützpunkt
Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sowie Anwohner berichteten, sie hätten anhaltendes Feuer aus schweren Waffen und automatischen Gewehren gehört, das vom Flughafen Modibo Keïta aus hallte. Wer die Schüsse abgefeuert hatte, war unklar.
Ein AP-Journalist beobachtete zudem einen Hubschrauber über Wohnvierteln in der Umgebung des Flughafens. Der rund 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernte Flughafen grenzt unmittelbar an einen Luftwaffenstützpunkt, der vom malischen Militär genutzt wird.
In sozialen Medien verbreiteten sich auch Angaben über Angriffe in den Städten Gao im Osten des Landes, Mopti im Niger-Delta und Kati, einer Ortschaft nordwestlich von Bamako.
Islamistische Extremisten im Kampf gegen Junta-Truppen
In Mali herrscht seit Jahren massive Gewalt. Die seit den Militärputschen 2020 und 2021 herrschende Junta sieht sich mit einer Rebellion islamistischer Extremisten konfrontiert, die immer wieder Anschläge und Angriffe auf Regierungstruppen verüben. Dazu gehört die seit 2017 bestehenden Terrorgruppe JNIM, die den westafrikanischen Zweig der Al Kaida bildet. Außerdem sind kriminelle Banden in dem Land aktiv.
Nach den Militärputschen hatte die Junta französische Truppen ausgewiesen und wandte sich an Russland, um islamistische Milizen zu bekämpfen. So war die inzwischen ins sogenannte Afrikakorps des russischen Militärs integrierte ehemalige Söldnergruppe Wagner in Mali aktiv. Beobachtern zufolge verschlechterte sich dadurch die Sicherheitslage allerdings weiter.
Seit 2013 hatte die UN-Friedenstruppe Minusma in Mali den Auftrag, die Zivilbevölkerung zu schützen und das Land zu stabilisieren. Wegen der prekären Sicherheitslage beendete der UN-Sicherheitsrat die Friedensmission jedoch im Jahr 2023. Auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr waren in Mali im Einsatz gewesen, die letzten von ihnen verließen das Land im Dezember 2023.

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