Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Trump befiehlt Beschuss von Minenlegern in der Straße von Hormus
Iran veröffentlicht Video von Erstürmung der „MSC Francesca“
Iran: Erste Mautzahlungen für Straße von Hormus eingegangen
Berichte: US-Seeblockade iranischer Schiffe ist durchlässig
USA setzen Iran keine Frist – Waffenruhe auf unbestimmte Zeit verlängert
US-Militär entert Tanker mit iranischem Öl
Kurz nach dem iranischen Angriff auf drei Frachtschiffe hat das US-Militär nach eigenen Angaben einen Öltanker aufgebracht. In der Nacht zum Donnerstag sei im Indischen Ozean das sanktionierte und staatenlose Schiff Majestic X gestoppt worden, wie das US-Verteidigungsministerium auf X bekannt gab. US-Einsatzkräfte seien an Bord des Frachters gegangen, der Öl aus Iran transportiert habe. Die Maßnahme sei im Zuständigkeitsbereich des Indopazifischen Kommandos der US-Streitkräfte (Indopacom) erfolgt.
Nach Angaben des Trackingdienstes Vesselfinder befand sich der Frachter zuletzt vor der südlichen Küste Sri Lankas, rund 32 nautische Meilen von der Stadt Hambantota entfernt. Den Angaben von vor zwei Tagen nach war das Schiff auf Kurs in Richtung Zhoushan in China. Das US-Militär gibt an, Schiffe zu blockieren, die aus iranischen Häfen kommen oder diese als Ziel haben. US-Präsident Donald Trump will Teheran damit von wichtigen Einnahmequellen abschneiden.
Trump befiehlt Beschuss von Minenlegern in der Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump hat die US-Marine nach eigenen Angaben angewiesen, jedes Boot zu beschießen und zu zerstören, das in der Straße von Hormus Minen verlegt. US-Minensuchboote seien zudem mit dreifacher Kapazität im Einsatz, um die Gewässer von Minen zu räumen, erklärte er.
Iran veröffentlicht Video von Erstürmung der „MSC Francesca“
Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte am Donnerstag ein Video, das die Erstürmung eines riesigen Frachtschiffs durch iranische Spezialkräfte zeigt. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie maskierte Soldaten in einem grauen Schnellboot an die MSC Francesca heranfahren, über eine Strickleiter zu einer Luke im Rumpf klettern und mit gezückten Gewehren an Bord springen. Das mit dramatischer Musik unterlegte und unkommentierte Video zeigt zudem ein weiteres Schiff, die Epaminondas. Iran erklärte, beide Schiffe am Mittwoch gekapert zu haben, und warf ihnen vor, die Meerenge ohne Genehmigung durchqueren zu wollen.
Es gibt allerdings Zweifel daran, wann die Aufnahmen entstanden sind. Die BBC, die die Aufnahmen versucht hat zu verifizieren, ist zu dem Schluss gekommen, dass die Luftaufnahmen gegen 17.30 Uhr iranischer Zeit entstanden sein müssen, also mehrere Stunden nach dem Angriff. Zudem gebe es weitere Hinweise dafür, dass die Aufnahmen nach dem Angriff entstanden seien. So sei beispielsweise die Luke, durch die die Männer die MSC Francesca betreten, bereits geöffnet, als das iranische Boot eintrifft. Ein weiterer Clip, der an Bord der MSC Francesca aufgenommen wurde, zeigt ebenfalls ihre Ankunft, was darauf hindeutet, dass sich bereits jemand an Bord befand, um die Szene zu filmen.
Iran: Erste Mautzahlungen für Straße von Hormus eingegangen
Der stellvertretende Parlamentspräsident Hamidresa Hadschibabaei teilte mit, die ersten Einnahmen aus einer Maut, die Iran nun von Schiffen in der Meerenge erhebt, seien auf das Konto der Zentralbank überwiesen worden. Details zu den Zahlern, dem Zeitpunkt oder der Höhe nannte er nicht.
Berichte: US-Seeblockade iranischer Schiffe ist durchlässig
Trotz der US-Seeblockade vor der Straße von Hormus durchfahren offenbar einige Schiffe mit Verbindung zu Iran die Meerenge. 34 sanktionierte Tanker oder Tanker mit Verbindungen zu Iran hätten das Gebiet der US-Seeblockade vom 13. bis 21. April durchfahren, schreibt der Datenanbieter Vortexa in einem Bericht.
Die Seeblockade des US-Militärs hatte am 13. April begonnen. Sie richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Nach Bewertung des maritimen Datenanbieters Lloyd's List Intelligence haben bis Montag mindestens 26 Schiffe der sogenannten Schattenflotte die Blockade durchquert. Der maritime Softwareanbieter AXSMarine schrieb, der meiste Verkehr durch die Straße von Hormus entfalle weiter auf Schiffsbetreiber, die sanktioniert seien oder undurchsichtige Eigentumsverhältnisse aufwiesen. Iranische Medien hatten immer wieder angegeben, Schiffe des Landes hätten die US-Seeblockade durchfahren. Die Berichte ließen sich unabhängig nicht bestätigen.
Die US-Militärführung Centcom hatte Berichten über Durchlässigkeit der eigenen Seeblockade widersprochen. „Im Rahmen der US-Blockade gegen Iran haben die US-Streitkräfte 29 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren“, hieß es in einer Stellungnahme auf X. Berichte über konkrete Schiffe, die die Blockade durchfahren hätten, seien falsch.
US-Präsident Donald Trump sagte derweil, die USA hätten die „vollständige Kontrolle“ über die Straße von Hormus, legte aber keine Beweise vor. Iran hat mehrfach betont, die US-Seeblockade sei ein Hindernis für weitere Verhandlungen. Trump hatte an der Blockade trotz einseitiger Verlängerung der Waffenruhe am Dienstag festgehalten.
UN: Iran-Krieg stürzt mehr als 30 Millionen Menschen in Armut
Der Iran-Krieg wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) weltweit über 30 Millionen Menschen in die Armut treiben. Grund dafür seien vor allem Engpässe bei Kraftstoff und Düngemitteln, sagte der Chef des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Alexander De Croo, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Blockade von Frachtschiffen in der Straße von Hormus im Zuge des Kriegs habe die landwirtschaftliche Produktivität bereits verringert, erklärte der ehemalige belgische Ministerpräsident. Dies dürfte die Ernteerträge belasten. "Die Ernährungsunsicherheit wird in einigen Monaten ihren Höhepunkt erreichen - und man kann nicht viel dagegen tun", sagte De Croo. Selbst bei einem sofortigen Ende der Kämpfe seien die Auswirkungen spürbar und würden die Menschen in die Armut zurückdrängen.
Ein Großteil der weltweit eingesetzten Düngemittel wird im Nahen Osten produziert. Ein Drittel des globalen Angebots wird durch die Straße von Hormus verschifft, über deren Kontrolle Iran und die USA streiten. Bereits Anfang des Monats hatten die Weltbank, der Internationale Währungsfonds (IWF) und das Welternährungsprogramm (WFP) der UN davor gewarnt, dass der Krieg die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben werde. Die Krise habe zudem etwa 0,5 bis 0,8 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung vernichtet, sagte De Croo.
Humanitäre Hilfen müssten wegen dieser Entwicklung eingeschränkt werden, dabei nehme zeitgleich im Sudan, im Gazastreifen und in der Ukraine die Not zu. "Wir werden bestimmten Menschen sagen müssen, dass es uns wirklich leidtut, wir ihnen jedoch nicht helfen können", erklärte der UNDP-Chef.
Israel und Libanon setzen Gespräche fort
Vertreter Libanons und des verfeindeten Nachbarlandes Israel wollen heute in Washington erneut zu Gesprächen zusammenkommen. Das Treffen auf Botschafterebene soll erneut im US-Außenministerium stattfinden. Teilnehmen sollen die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, sowie der israelische Vertreter in Washington, Jechiel Leiter. Beide hatten sich bereits in der vergangenen Woche miteinander in Washington getroffen. Es waren die ersten direkten Gespräch von Repräsentanten beider Länder seit Jahrzehnten. US-Angaben zufolge gab es „konstruktive Gespräche über Schritte zur Aufnahme direkter Verhandlungen“.
Israel strebt nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes Friedensabkommen mit Libanon sowie eine Entwaffnung der proiranischen Hisbollah-Miliz an. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden Libanons erreichen.
USA setzen Iran keine Frist – Waffenruhe auf unbestimmte Zeit verlängert
Die am 7. April vereinbarte Waffenruhe von US-Präsident Donald Trump gilt vorerst auf unbestimmte Zeit weiter. Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, bestätigt: Der Präsident habe „keine feste Frist für den Eingang eines iranischen Vorschlags gesetzt.“ Trump rudert damit von früheren Drohungen zurück, die Bombardements wiederaufzunehmen, falls bis Mittwoch kein Deal zustande käme.
Die Blockaden beider Seiten dauern unterdessen an: Die USA halten ihre Seeblockade iranischer Häfen aufrecht, um Druck auf Teheran auszuüben. Irans Außenminister Abbas Araghchi bezeichnet das als Verstoß gegen den Waffenstillstand. Iran hält seinerseits die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr geschlossen – iranische Schnellboote beschossen am Mittwoch Handelsschiffe in der Meerenge. Donald Trump interpretiert diesen Vorgang laut Medienberichten nicht als Verstoß gegen die Waffenruhe, es seien schließlich keine US-amerikanischen oder israelischen Schiffe gewesen.
Libanon: Israelischer Luftangriff tötet Journalistin
Bei einem israelischen Luftangriff im südlibanesischen Ort al-Tiri sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums drei Menschen getötet worden, darunter eine Journalistin der Zeitung Al Achbar, die der Hisbollah-Miliz nahesteht. Eine weitere Journalistin wurde verletzt. Die Zeitung bestätigte den Tod ihrer Mitarbeiterin – sie sei unter Trümmern eingeschlossen gewesen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen wirft Israel vor, anhaltende Luftangriffe hätten Rettungskräfte daran gehindert, die Verschüttete rechtzeitig zu erreichen.
Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam verurteilte die Angriffe als Kriegsverbrechen: Die „gezielten Angriffe“ auf Journalisten sowie auf Rettungsteams seien keine Einzelfälle. Die israelische Armee erklärte, die Luftwaffe habe zwei Fahrzeuge mit „Terroristen“ angegriffen, die aus einem von der Hisbollah genutzten Gebäude gekommen und israelischen Bodentruppen bedrohlich nahegekommen seien. Daher habe man erst das Fahrzeug und das Gebäude beschossen. Man ziele nicht auf Journalisten ab, prüfe den Vorfall jedoch. Israelische Soldaten sind trotz der vereinbarten Waffenruhe weiterhin im Südlibanon stationiert – Israel spricht von einer „Sicherheitszone“, Libanon von Besatzung.
US-Botschaft rät zur Ausreise aus Libanon
Die US-Botschaft in Beirut legt Amerikanerinnen und Amerikanern dringend nahe, Libanon zu verlassen. „Die Sicherheitslage ist weiterhin komplex und kann sich schnell ändern“, teilte die Botschaft in einer Sicherheitswarnung mit. US-Bürgerinnen und Bürgern sollten ausreisen, solange es noch kommerzielle Flugverbindungen gebe. Wer in Libanon bleibe, sollte Pläne für Notfallsituationen erstellen und die aktuellen Entwicklungen verfolgen, hieß es.
Es gibt derzeit Hinweise darauf, dass die Waffenruhe zwischen Israel und Libanon wackelt. Ein Abgeordneter der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hussein Hadsch Hassan, sagte einem libanesischen TV-Sender, die Organisation sei der Waffenruhe nicht mehr verpflichtet. Zuvor hatten Israel und die proiranische Hisbollah sich mehrfach Verstöße gegen die zehntägige Waffenruhe vorgeworfen, die in der Nacht auf Freitag in Kraft getreten war.
An diesem Donnerstag sind in Washington weitere Gespräche auf Botschafterebene zwischen beiden Ländern geplant.
Medienberichte: Trump will Iran nur wenige Tage Zeit zum Antworten geben
US-Präsident Donald Trump will der iranischen Führung Medienberichten zufolge nur wenige Tage geben, um sich auf einen Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, berichten das Nachrichtenportal Axios und der Sender Fox News unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten aus dem Weißen Haus. Trumps am Dienstag angekündigte Verlängerung der Waffenruhe ist demnach nur für einen kurzen Zeitraum angedacht.
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte am Nachmittag (Ortszeit) vor Journalistinnen und Journalisten, dass der Präsident keine feste Frist für die Übermittlung eines iranischen Vorschlags gesetzt habe. Gleichzeitig betonte sie, dass es letztlich Trump sei, der den Zeitplan vorgeben werde.
Kurz vor dem Ablaufen einer Waffenruhe mit Iran hatte Trump Teheran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung gegeben und die Feuerpause einseitig verlängert. Die Waffen sollen schweigen, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag an den Tisch kommt, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Eine neue Frist setzte er nicht. Iran äußerte sich bisher nicht dazu.
Libanesische Behörden melden zwei Waffenruhen-Verstöße
Libanesische Behörden melden mindestens zwei Verstöße gegen die von den USA vermittelte Feuerpause zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Bei einem israelischen Drohnenangriff in der Bekaa-Ebene im Westen des Landes soll in der vergangenen Nacht Staatsmedien zufolge ein Mensch getötet, zwei weitere verletzt worden sein. Bei einem späteren Angriff auf ein Auto in Südlibanon sollen zwei weitere Menschen getötet worden sein.
Das israelische Militär erklärt, von dem ersten Angriff nichts zu wissen. Zu dem zweiten Vorfall äußert es sich zunächst nicht. Die Hisbollah teilt mit, sie habe gestern Raketen und Drohnen auf den Norden Israels abgefeuert, da das israelische Militär die Waffenruhe gebrochen habe.
Französischer Blauhelm-Soldat nach Angriff in Libanon gestorben
Ein weiterer französischer Soldat der UN-Mission Unifil ist nach einem Angriff in Libanon gestorben. Der Mann sei am Morgen seinen schweren Verletzungen erlegen, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf X. Erst am Vortag sei er nach Frankreich zurückgeholt worden. Verantwortlich für den Angriff machte Macron Kämpfer der Hisbollah.
Am Samstag waren nach Angaben von Unifil Soldaten unter Beschuss geraten, als sie Sprengsätze an einer Straße im Süden beseitigten. Ein französischer Soldat wurde getötet. Drei weitere Soldaten wurden verletzt, zwei von ihnen schwer, wie es aus Frankreich hieß. Einer ersten Einschätzung von Unifil zufolge waren Hisbollah-Kämpfer für den Angriff verantwortlich. Die Hisbollah wies am Wochenende hingegen jegliche Verantwortung für den Vorfall von sich. Das libanesische Außenministerium versprach eine gründliche Untersuchung des Vorfalls durch die libanesischen Behörden.
Israels Armee teilte mit, nach israelischen Geheimdienst-Informationen hätten Hisbollah-Kämpfer das Feuer eröffnet. Damit sollte offenbar auch ein möglicher Verdacht gegen Israel bei dem tödlichen Angriffe ausgeräumt werden. Im südlichen Libanon gab es in den vergangenen zwei Jahren aber auch mehrfach israelische Angriffe, bei denen Unifil-Soldaten verletzt wurden.













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