Paolo Zampolli bringt Italien als WM-Ersatz für den Iran ins Spiel. Hintergrund ist offenbar das Bemühen, das angeschlagene Verhältnis von Trump zu Italien zu reparieren.
23. April 2026, 3:29 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, ut
Ein Sonderbeauftragter von US-Präsident Donald Trump hat den viermaligen Weltmeister Italien als Ersatzkandidaten für den Iran bei der Fußball-WM ins Gespräch gebracht. »Ich kann bestätigen, dass ich Trump und (Fifa-Präsident Gianni) Infantino vorgeschlagen habe, dass Italien den Iran bei der WM ersetzt«, sagte Paolo Zampolli, der ein Sonderbeauftragter Trumps ist, der Financial Times. Italien war in der WM-Qualifikation im März im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina gescheitert.
Zampolli sagte der Zeitung, er sei italienischer Abstammung. Für ihn sei es »ein Traum«, wenn Italien bei einem Turnier vertreten sei, das in den USA stattfinde. »Mit vier Titeln haben sie die Reputation, die eine Aufnahme rechtfertigt.« Die diesjährige Weltmeisterschaft wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen.
Weder die US-Regierung noch die Fifa äußerten sich bislang zu dem Vorschlag. Auch aus dem italienischen und dem iranischen Fußballverband gab es keine Stellungnahme.
Infantino bestand zuletzt auf Teilnahme des Iran
Hintergrund des Vorstoßes soll dem Bericht zufolge das Bemühen sein, das angeschlagene Verhältnis von Trump zu Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu reparieren. Die beiden Staats- und Regierungschefs hatten sich im Anschluss an die Attacken von Trump auf Papst Leo XIV zuletzt gegenseitig mit Kritik überzogen.
Irans Teilnahme an der WM war wegen des Krieges mit Israel und den USA in den vergangenen Wochen infrage gestellt worden. Fifa-Präsident Infantino hatte zuletzt aber bekräftigt, dass der Iran »auf jeden Fall« an der Fußballweltmeisterschaft im Sommer teilnehmen werde. »Die iranische Mannschaft kommt ganz sicher«, sagte Infantino auf dem »Invest in America Forum« des Fernsehsenders CNBC. Er betonte, wie wichtig die Teilnahme des Landes an der WM sei.
Auch der iranische Verbandschef Mehdi Tadsch zeigte sich zuletzt zuversichtlich. »Stand jetzt nehmen wir teil«, sagte er laut Nachrichtenagentur Isna. Sein Team startet derzeit mit einem ersten Trainingslager mit vorläufig 30 Spielern in der Hauptstadt Teheran. Anfang Mail will die Mannschaft in die Türkei reisen, um dort vier Vorbereitungsspiele zu absolvieren – unter anderem gegen die spanische Nationalmannschaft.
Die drei Vorrundenspiele des Irans gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten sind in Seattle und nahe Los Angeles geplant. Den Wunsch des Irans, die Spiele nach Mexiko zu verlegen, hatte die Fifa abgelehnt. Die WM in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni und dauert bis zum 19. Juli.

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