Luftkampfsystem FCAS: Macron verspricht neue Verhandlungen zu deutsch-französischem Kampfjet

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Der monatelange Streit um das Rüstungsprojekt FCAS geht in die nächste Runde. Vergangene Woche war eine Vermittlung noch gescheitert, jetzt sprachen Macron und Merz.

24. April 2026, 11:38 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP,

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 Das Future Combat Air System (FCAS) ist ein gemeinsames Rüstungsprojekt von Frankreich, Deutschland und Spanien.
Das Future Combat Air System (FCAS) ist ein gemeinsames Rüstungsprojekt von Frankreich, Deutschland und Spanien. © Benoit Tessier/​AFP/​Getty Images

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz neue Verhandlungen über das deutsch-französische Luftkampfsystem FCAS angekündigt. Die Verteidigungsministerien der beiden Länder seien für die kommenden Wochen mit Verhandlungen beauftragt worden, sagte Macron am Rande des EU-Gipfeltreffens auf Zypern.

Vergangene Woche war eine Vermittlung im monatelangen Streit um das Projekt gescheitert.

Die Verteidigungsministerien sollten an unterschiedlichen Themen arbeiten, »nicht nur am Kampfjet der Zukunft, sondern an verschiedenen Hebeln der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern«, sagte Macron. Sein Treffen mit Merz bezeichnete er als »gutes Gespräch«.

Der Kanzler äußerte sich zunächst nicht selbst. Eine Regierungssprecherin teilte mit, das Luftkampfsystem sei bei dem Treffen der beiden »im Detail diskutiert« worden. Sie bestätigte, die Verteidigungsministerien sollten »an verschiedenen Strängen der Kooperation« arbeiten.

Streit zwischen Dassault und Airbus verzögert das Projekt

Das Luftkampfsystem FCAS (Future Combat Air System) soll neben einem Kampfjet auch Drohnen und neue Kommunikationssysteme beinhalten. Planmäßig wäre es ab den 2040er Jahren einsatzfähig. Ein Führungsstreit zwischen den beteiligten Konzernen Dassault und Airbus verzögert das Projekt seit Monaten.

Nach dem gescheiterten Vermittlungsversuch der Vorwoche forderten die Verhandler nach französischen Angaben mehr Zeit. 

Merz hatte das Projekt im Februar erstmals offen infrage gestellt. Er verwies auf die unterschiedlichen Anforderungen an einen Kampfjet der neuen Generation. Zuletzt mehrten sich in Deutschland und Frankreich die Stimmen, die die Entwicklung zweier verschiedener Kampfjets fordern und die Zusammenarbeit auf Drohnen und weitere Komponenten beschränken wollen.

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