Die 1952 in Heppenheim geborene Schriftstellerin Esther Dischereit wird mit dem Großen Preis des Deutschen Literaturfonds 2026 für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Sie wurde von den Jurymitgliedern Maryam Aras, Matthias Kniep und Miriam Zeh aus dem Kreis der bisher durch den Literaturfonds geförderten Stipendiaten gewählt.
In der Begründung der Jury heißt es, Dischereit setze sich als Tochter und Schwester von Überlebenden der Schoa literarisch wegweisend mit verschwiegenen Kapiteln deutscher Geschichte und weiblicher jüdischer Identität auseinander. In ihrem umfangreichen Werk aus Prosa, Lyrik, Hörstücken, Gesängen und Essays verschiebe sie immer wieder formale und diskursive Grenzen und gebe der deutschen Literatur eine Sprache für das lange Verschwiegene.
Eine Zuflucht für Frauen
Der „Kranichsteiner Literaturförderpreis“ geht in diesem Jahr an die 1998 in der Oberpfalz geborene Sophia Merwald. Deren Debütroman „Sperrgut“ ist laut Jury ein „den Einsamen zugeeignetes Buch“. Erzählt werde darin, wie aus „unzivilisiertem Nichts“ ein Schwarzbau entstehe und eine Zuflucht vor allem für Frauen biete. Merwald habe damit ein sprachmächtiges Lehrstück aus unerhörten Formulierungen geschaffen.
Der „Große Preis des Deutschen Literaturfonds“ ist aus dem „Kranichsteiner Literaturpreis“ hervorgegangen und mit 50.000 Euro dotiert. Er gehört neben dem Breitbach- und dem Büchner-Preis zu den hochdotierten Literaturpreisen für ein herausragendes literarisches Gesamtwerk. Der „Kranichsteiner Literaturförderpreis“ ist seit 2024 mit 10.000 Euro dotiert. Die Auszeichnungen werden am 26. November 2026 im Literarischen Colloquium in Berlin verliehen.

vor 2 Tage
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