»Das ist zunächst einmal eine Entscheidung der Politik in Litauen. Es zeigt aber auch zugleich, wie in diesem Land die Bedrohung aus Russland ernst genommen wird und wie das Land bereit ist, sich auch in dieser Hinsicht zu verteidigen«, führte Merz aus. Insofern habe er »das hier nicht nur nicht zu kritisieren, sondern mit Respekt zur Kenntnis zu nehmen, dass Litauen auch in dieser Hinsicht bereit ist, das Land und damit auch das Nato-Territorium zu verteidigen.«
Konkrete Pläne gibt es noch nicht
Nausėda unterstrich das: Es gehe »hier um das Ziel meines Landes, alle Möglichkeiten der nuklearen Abschreckung zu nutzen«, sagte der Präsident in Berlin. »Und wir (…) möchten ein integraler Bestandteil dieser nuklearen Abschreckung sein.« Dafür wolle er alle rechtlichen Hürden aus dem Weg räumen. Die Bemühungen Litauens hätten jedoch »nichts mit aggressivem Vorgehen oder der Provokation einer Eskalation zu tun«, betonte Nausėda.
Konkrete Pläne zur Stationierung von Atomwaffen in Litauen gibt es bisher aber nicht. Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus, dessen Territorium als Aufmarschgebiet für russische Streitkräfte gilt. In Kaliningrad hat Moskau nach eigenen Angaben unter anderem atomwaffenfähige Iskander-Raketen stationiert.
Wo in der Nato US-Atomwaffen stationiert sind
Im Rahmen der nuklearen Abschreckung der Nato sind nach inoffiziellen Angaben derzeit in fünf Mitgliedstaaten US-Atomwaffen stationiert: Deutschland, Belgien, Niederlande, Italien und Türkei. Außerdem besitzen Großbritannien und Frankreich eigene Atomwaffen. Anders als Litauen grenzt keines dieser insgesamt sieben Länder an Russland.

vor 2 Tage
1











English (US) ·