Lage in der Ukraine: Landbrücke unter Beschuss

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Die Ukraine greift die russische Logistik zur Krim an. Das soll die Versorgung der Südfront stören – und die Krim-Brücke wieder zum Faktor machen. Der Wochenrückblick

22. Mai 2026, 20:32 Uhr

 Vom ukrainischen Militär am 14. April veröffentlichte Aufnahme eines ukrainischen Luftangriffs auf ein mutmaßliches Drohnenlager am Flughafen der besetzten Großstadt Donezk
Vom ukrainischen Militär am 14. April veröffentlichte Aufnahme eines ukrainischen Luftangriffs auf ein mutmaßliches Drohnenlager am Flughafen der besetzten Großstadt Donezk © Ukrainisches Militär/​Handout/​Reuters

»Asow kehrt nach Mariupol zurück.« Das schrieb das Asow-Korps des ukrainischen Militärs am 8. Mai auf X. Ein symbolträchtiger Propagandasatz: Die südukrainische Großstadt Mariupol war zu Kriegsbeginn Schauplatz einer Schlacht, bei der Zuge fast die gesamte Stadt zerstört oder beschädigt wurde. Der Asow-Verband, damals noch ein Regiment, hatte sich monatelang in einem Fabrikgelände verschanzt und Russlands Vormarsch stark verzögert. Was das Asow-Korps mit seiner »Rückkehr« in die mehr als 100 Kilometer von der Front entfernte Stadt meint, erschließt sich in einem darunter veröffentlichten Video: Aufnahmen von Drohnenflügen über Mariupol – und von Drohnenangriffen auf zahlreiche russische Militärfahrzeuge in der Nähe der Stadt, größtenteils Lastwagen.

In der sogenannten Kill Zone, einem Raum von bis zu 30 Kilometern Tiefe in beide Richtungen entlang der Frontlinie, überwachen russische und ukrainische Soldaten schon seit mehr als einem Jahr nahezu jede gegnerische Bewegung und greifen Stellungen, Militärfahrzeuge und auch einzelne Soldaten mit kleinen First-Person-View-Drohnen an. Wegen deren beschränkter Reichweite galt der Bereich hinter dieser Zone vor allem auf russisch kontrolliertem Gebiet als vergleichsweise sicher. Bis jetzt: Denn die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihren Rückstand bei sogenannten Middle Strikes, Drohnenangriffen in etwa 50 bis 250 Kilometern Tiefe, aufgeholt – eine Maßnahme, von der zahlreiche Militärexperten schon 2025 überzeugt waren, dass sie das Schlachtfeld prägen könnte.

Wie das in den kommenden Monaten aussehen könnte, zeigt eine Reihe ukrainischer Drohnenangriffe im besetzten Süden des Landes, dem sogenannten Landkorridor zur Krim, der die 2014 annektierte Halbinsel mit Russland verbindet. Von ukrainischen und russischen Militärbloggern veröffentlichte Videos zeigen Drohnenangriffe auf russische Laster, die häufig augenscheinlich Treibstoff transportieren. Auch tauchen seit Anfang Mai immer mehr Videos auf, die bei der Fahrt auf der Straße M-14 entlang der Südküste des Asowschen Meeres aufgenommen wurden, am Straßenrand: ausgebrannte Lkw. Präzise Angriffe auf bewegliche Ziele, wie sie aus 100 Kilometern Distanz bislang kaum möglich waren, scheinen sich seit wenigen Wochen nahezu täglich zu ereignen.

Umkämpft Russische BefestigungsanlagenRussische Kontrolle Vortag seit Kriegsbeginn vor KriegsbeginnZurückerobert Vortag seit Kriegsbeginn Zusätzl. erobertQuelle: Institute for the Study of War (Karte wird immer montags aktualisiert)

Das vom Asow-Korps veröffentlichte Video hat bei russischen Militärbloggern offensichtlich einen Nerv getroffen. »Die ukrainischen Einheiten arbeiten sich strukturell an der Logistik der russischen Streitkräfte ab«, schrieb Rybar, einer der größten russischen Militärblogs, kurz darauf. Die Landverbindung zur Krim werde »immer gefährlicher«. Es sei ein »deutliches Beispiel« dafür, wie der russische Vormarsch der vergangenen zwei Jahre, der die Ukrainer stellenweise mehrere Dutzend Kilometer Richtung Norden verdrängte, die besetzte Südküste des Landes nicht mehr vor deren Gegenwehr schützen könne, schreibt ein weiterer reichweitenstarker Militärblogger.

Die Logistikrouten entlang der Asow-Küste könnten auf Dauer ebenso gefährlich werden wie die wegen intensiven Drohneneinsatzes der Ukrainer inzwischen nahezu unbenutzbare Autobahn beim besetzten Donezk, stellt ein dritter Militärblogger fest. Die russischen Militärblogger mögen zur Übertreibung neigen, doch in diesem Fall sind offensichtlich nicht nur sie alarmiert: Wladimir Saldo, Besatzungschef der annektierten Region Cherson, ließ die Route am Freitagvormittag bis auf Weiteres für zivile Fahrzeuge sperren.

Im Frühjahr hatte die Ukraine ihre Kampagne der Middle Strikes größtenteils mit selbst entwickelten Drohnen vor allem gegen russische Flugabwehrsysteme geführt. Bewegliche Ziele wie Militärlaster werden hingegen nach übereinstimmenden ukrainischen und russischen Darstellungen mit dem Drohnentyp Hornet attackiert. Hersteller ist ein Unternehmen, das vom ehemaligen Google-Chef Eric Schmidt gegründet wurde. Die Hornet-Drohnen tragen eine vergleichsweise kleine Sprengladung von fünf Kilogramm, können dafür aber mehr als 100 Kilometer weit fliegen. Bei ihren Angriffen setzen sie KI-Technologie ein, was die Zielerfassung deutlich verbessert. Wie viele solche Angriffe derzeit geflogen werden, ist nicht genau bekannt; der französische Militärblogger Clément Molin kartierte beispielsweise 64 Attacken auf russische Militärtransporte in der Süd- und Südostukraine seit Jahresbeginn. Die meisten ereigneten sich demnach seit Anfang April.

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Die Ukraine will jedoch nicht nur die Zahl der eingesetzten Drohnen steigern, sondern auch ihre Einsatzmöglichkeiten erweitern. Kürzlich zeigte ein Video, wie ein Wetterballon eine Hornet-Drohne auf acht Kilometer Höhe beförderte, ehe sie gelöst wurde – die Methode soll die Reichweite der Waffe vergrößern. Ein anderes von der Ukraine veröffentlichtes Video zeigt, wie ein anderes Drohnenmodell Luft-Boden-Raketen auf ein russisches Ziel auf der Krim abfeuert, in fast 150 Kilometern Entfernung zur Front. Und vor wenigen Tagen teilte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow mit, eine von der Ukraine entwickelte Gleitbombe habe Einsatzreife erreicht. Auf russischer Seite hat der Einsatz Tausender solcher Bomben pro Monat die Eroberungen der vergangenen zwei Jahre erleichtert. Zwar hat die Ukraine nicht ansatzweise solche Produktionskapazitäten, doch auch in geringerer Zahl dürfte die mit 250 Kilogramm angegebene Sprengkraft der Bomben die russischen Truppen in besetzten Gebieten bedrohen. 

Dass die russischen Nachschubwege nun systematisch unter Beschuss stehen, bedeute das nicht, sagte der US-Militärexperte Michael Kofman. Die Tendenz sei aber deutlich: »Russland wird große Probleme im Süden Chersons und Saporischschjas haben.« Sowohl die russischen Besatzungstruppen in Cherson als auch an der Front in Saporischschja werden über den Landkorridor zur Krim versorgt. In Cherson verhindert der Dnipro-Fluss, der zwischen den russischen und ukrainischen Truppen liegt, eine Verschiebung der Frontlinie; in Saporischschja ordnete Russlands Staatschef Wladimir Putin um den Jahreswechsel herum neue Offensiven an. Seitdem hat sich die Front dort jedoch eher zugunsten der Ukrainer verschoben, wenngleich nur geringfügig. 

Mit der neuen Möglichkeit, Russlands Logistik auch im Hinterland zu bedrohen, wolle die Ukraine die Kampfzonen in Cherson und Saporischschja »abriegeln«, schreibt das Institute for the Study of War (ISW). Dadurch würden die russischen Fähigkeiten für Angriffe eingeschränkt, die Verwundbarkeit gegenüber lokalen ukrainischen Gegenangriffen gesenkt. Seit März sei ein deutlicher Anstieg ukrainischer Middle Strikes zu beobachten; vermutlich werde deren Zahl weiter wachsen.  

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Das Portal Re:Russia vergleicht die systematischen Angriffe auf Russlands Logistik mit einer ukrainischen Operation, die vor nahezu drei Jahren begann und in hohen Verlusten endete, ohne ihre Ziele erreicht zu haben: Der Gegenoffensive im Sommer 2023, mit der die Ukraine bis an die Asow-Küste vorstoßen und schlussendlich die russische Kontrolle über die Krim bedrohen wollte. »Der Versuch, die Landbrücke zu unterbrechen, war das Hauptziel der erfolglosen ukrainischen Offensive 2023. Heute stehen die ukrainischen Streitkräfte an der Schwelle eines weiteren Versuchs (…), dieses Mal aus der Luft«, heißt es in einer Analyse des Portals. 

Die Gegenoffensive vor drei Jahren war aus vielen Gründen gescheitert; eine mangelnde Luftüberlegenheit in der Kampfzone gehörte dazu. Ein weiterer Grund: Weil sie die von den USA erhofften Waffen wie ATACMS-Raketen nicht erhalten hatte, fehlten der Ukraine die Kapazitäten, Ziele wie Kommandostellungen und Waffendepots in 100 Kilometern Abstand zur Front zu treffen. Beides hat sich seitdem verändert. 

Bereits in Vorbereitung auf die Gegenoffensive hatte die Ukraine damals weniger die Landwege an der Asow-Küste ins Visier genommen als die 2018 errichtete Krim-Brücke. Im Herbst 2022 und Sommer 2023 wurde sie durch ukrainische Angriffe schwerbeschädigt. In späteren Jahren sagten sowohl ukrainische Experten als auch der für solche Angriffe verantwortliche Geheimdienst SBU, dass weitere Attacken auf die Brücke zwecklos seien: Russland setzte sie nach den beiden Angriffen kaum noch für Militärtransporte ein

Stattdessen baute Russland neue Straßen und Schienenwege entlang der Asow-Küste, und Putin erklärte den Ausbau der dortigen Logistik zu einem Schlüsselziel bei der »Integration« der annektierten Gebiete. Systematisch wurde die Transportinfrastruktur im Süden Chersons, Saporischschjas und Donezks ausgebaut. Ebenjene Straßen, auf denen der russische Nachschub sich nicht mehr sicher fühlen kann. Denkbar – zurzeit aber noch spekulativ – erscheint ein Szenario, in dem die Ukraine versuchen könnte, diese Routen so unsicher zu machen, dass Russland auf die exponierte Krim-Brücke zurückgreifen muss, um seine Soldaten an der ukrainischen Südfront zu versorgen. 

Krim-Brücke in Brand nach einem ukrainischen Angriff am 8. Oktober 2022 © Stringer/​Reuters

Der Angriff auf den russischen Nachschub hat aber auch eine politische Ebene. Mit dem Scheitern der Einnahme Kyjiws und Charkiws zu Kriegsbeginn, dem Verlust von Cherson – der einzigen Regionalhauptstadt, die Russland erobern, allerdings kaum neun Monate lang halten konnte – und dem schleichenden Vormarsch in Donezk, der eine komplette Eroberung des Gebiets zunehmend unrealistisch erscheinen lässt, sei die Herstellung einer Landverbindung zur Krim »eine der wichtigsten strategischen und symbolischen Errungenschaften« der russischen Invasion, heißt es in der Analyse von Re:Russia – und in territorialer Hinsicht der einzige wirkliche Erfolg, den Russland nach mehr als vier Jahren Krieg für sich beanspruchen könne. 

Der Wert dieses Erfolgs scheint nun unter einem großen Fragezeichen zu stehen. Oder, wie ein ukrainischer Soldat es auf X formuliert: Gelingt es der Ukraine, die russische Logistik in dem Gebiet nicht nur immer häufiger, sondern systematisch zu attackieren, »dann wird die strategische Bedeutung der (dortigen russischen) Besatzung schrittweise sinken. Mehr noch: Sie könnte sich in einen Koffer ohne Griff verwandeln.« 


© Valentyn Ogirenko/​Reuters

1549 Tage seit Beginn der russischen Invasion


Die Zitate: Fehlgeleitete Drohnen und gezielte Drohungen

In Ust-Luga nahe St. Petersburg befindet sich eines der wichtigsten russischen Ziele für ukrainische Drohnenangriffe: ein Seehafen mit Terminals für den Ölexport, über den ein bedeutender Teil der russischen Exporte läuft. Die Ukraine hatte die Anlage immer wieder angegriffen. 

In den vergangenen Wochen sind, mutmaßlich beim Anflug auf Ust-Luga oder weitere Ziele in der Region Leningrad, mehrmals ukrainische Drohnen vom Kurs abgekommen und drangen in den Luftraum Estlands, Lettlands und Litauens ein. Allein in dieser Woche kam es in allen drei baltischen Staaten zu mindestens drei solchen Vorfällen. In Estland wurde eine Drohne abgeschossen, in Litauen stürzte eine Drohne auf ein Feld, in Lettland wurde eine Drohne im Luftraum gesichtet. 

Brand an Öldepots im Hafen von Ust-Luga am 27. März © Planet Labs PBC/​Handout/​Reuters

Russland hat den baltischen Staaten in den vergangenen Wochen mehrfach vorgeworfen, ihren Luftraum für ukrainische Drohnenangriffe zur Verfügung zu stellen. Alle drei Länder und die Ukraine weisen das von sich. Deutlich wahrscheinlicher ist, dass die Drohnen durch Signale russischer Störsender vom Kurs abkamen. 

Die Ukraine entschuldigte sich für die Zwischenfälle, die in Lettland sogar wegen Unmuts über mangelhafte Drohnenabwehr zum Rücktritt der Regierung geführt haben. Zugleich wirft die Ukraine Russland vor, die Drohnen absichtlich in die baltischen Länder geleitet zu haben:

Wir haben Geheimdienstdaten, die belegen, dass es sich in all diesen Fällen um absichtliche und gezielte Aktionen Russlands gehandelt hat. Ukrainischer Außenminister Andrij Sybiha

Russland behauptet seinerseits, die ukrainischen Drohnen würden nicht nur den Luftraum der baltischen Länder durchqueren, sondern sollten sogar von dort aus starten – was den Vorwurf einer direkten Kriegsbeteiligung an die drei EU- und Nato-Länder darstellt. Der russische Auslandsgeheimdienst SWR sprach im Zuge dessen Drohungen gegenüber Lettland aus: Die »rückständige Russophobie« der lettischen Regierung sei »stärker als ihre Fähigkeit zum kritischen Denken und ihr Selbsterhaltungsinstinkt«, teilte der Dienst mit. Weiter heißt es in der Mitteilung:

Es ist dabei nicht überflüssig, zu erwähnen, dass die Koordinaten der Entscheidungszentren auf lettischem Gebiet gut bekannt sind und dass die Nato-Mitgliedschaft des Landes die Unterstützer von Terroristen nicht vor der gerechten Vergeltung schützen wird. Russischer Auslandsgeheimdienst SWR

Deutlich skeptischer gegenüber den Angriffen der Ukraine auf Ziele in Nordrussland, als es von Moskau aus dargestellt wird, gab sich hingegen der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz. Er verstehe das ukrainische Vorgehen, sagte er in einer Pressekonferenz – warnte das Land aber davor, Russland einen Vorwand für »Provokationen« zu geben:

Die Ukraine muss (…) ihre Ziele präziser auswählen, damit die Sicherheit der Nato-Länder nicht gefährdet wird. Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz

Der Ostcast - : Russlands Kindesraub


Die wichtigsten Meldungen: Moskau, Peking, EU

Moskau: Beim bisher größten ukrainischen Drohnenangriff auf Russland sind nach russischen Angaben fast 600 Drohnen eingesetzt worden. 120 von ihnen wurden demnach in oder nahe Moskau abgeschossen – ebenfalls ein Höchstwert bei den bisher seltenen Angriffen auf die russische Hauptstadt. Das Verteidigungsministerium in Kyjiw bezeichnete als Ziele des Angriffs eine Ölraffinerie, ein Öldepot und einen Technologiepark. Bei dem Angriff wurden drei Menschen getötet.

China: Kurz nach US-Präsident Donald Trump hat auch Wladimir Putin den chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking getroffen. Bei dem zweitägigen Gipfel dürften vor allem russische Energieexporte nach China im Fokus gestanden haben. Russland versucht seit Jahren, sich mit China auf die Fertigstellung der Gaspipeline Kraft Sibiriens 2 zu verständigen. Dafür will sich Putin chinesische Investitionen sichern. Wie sein Sprecher Dmitri Peskow nach dem Treffen mitteilte, ist auch dieses Mal keine endgültige Einigung darüber zustande gekommen.

Wladimir Putin und Xi Jinping am 20. Mai in Peking © Maxim Shemetov/​Pool/​Reuters

EU: Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach übereinstimmenden Medienberichten eine sogenannte »assoziierte (EU-)Mitgliedschaft« für die Ukraine vorgeschlagen. Angesichts der mutmaßlichen Dauer eines vollständigen EU-Beitritts schlug Merz demnach vor, die Ukraine zunächst ohne Stimmrechte an EU-Sitzungen teilnehmen zu lassen. Die EU-Beistandsklausel, die dem Artikel 5 des Nato-Vertrags ähnelt, solle dann auch für die Ukraine gelten. Die Regierung in Kyjiw hatte frühere ähnliche Vorschläge abgewiesen und strebt weiterhin einen zeitnahen vollständigen EU-Beitritt an.

Die vergangene Folge des Wochenrückblicks finden Sie hier.

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