Kuba: Kuba wirft USA Untätigkeit gegenüber feindlich gesinnten Gruppen vor

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Nach tödlichen Schüssen auf mutmaßliche Terroristen in einem Schnellboot kritisiert Kuba die US-Regierung. Vertreter beider Länder wollen den Vorfall gemeinsam aufklären.

27. Februar 2026, 5:59 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters

 Die kubanische Küstenwache hatte vier mutmaßliche Terroristen auf einem in den USA registrierten Schnellboot erschossen.
Die kubanische Küstenwache hatte vier mutmaßliche Terroristen auf einem in den USA registrierten Schnellboot erschossen. © ADALBERTO ROQUE/​AFP via Getty Images

Nach den tödlichen Schüssen kubanischer Grenzschützer auf die Besatzung eines in den USA registrierten Schnellboots hat Kuba der US-Regierung Vorwürfe gemacht. Die US-Regierung habe es versäumt zu handeln, obwohl Kuba die USA auf "eine Zunahme gewalttätiger und terroristischer Pläne und Aktionen gegen Kuba" hingewiesen habe, sagte der stellvertretende Außenminister Kubas, Carlos Fernández de Cossio. 

Am Mittwoch hatte Kuba nach eigenen Angaben einen Terrorplan vereitelt. Grenzschützer erschossen vier von zehn Männern an Bord des Schnellboots, nachdem diese in kubanischen Hoheitsgewässern das Feuer auf die kubanischen Soldaten eröffnet hätten. Die Insassen des Bootes sollen sämtlich in den USA lebende Kubaner gewesen sein, teilte die kubanische Regierung mit.

Nach Informationen eines US-Regierungsvertreters seien mindestens zwei der Männer an Bord des Schnellboots US-Staatsbürger gewesen. Die anderen könnten den Angaben zufolge mit gültigen Aufenthaltsgenehmigungen in den USA gelebt haben.

"Antikubanische Gruppen, die in den USA tätig sind, verleihen ihrem Hass auf Kuba Ausdruck durch Terrorismus, auch wegen der Straffreiheit, die sie glauben zu genießen", sagte de Cossio.

Bootsinsassen sollen Aufstand geplant haben

Gerade in Südflorida lebt eine große Gemeinde von Exilkubanern, die auf den Sturz des kommunistischen Regimes in Kuba hoffen. Exilkubanische Paramilitärs haben in der Vergangenheit immer wieder Sabotageaktionen ausgeführt oder versucht. 

Einer der getöteten Insassen des Schnellboots wollte nach Angaben eines Bekannten einen Aufstand gegen die kubanische Regierung anzetteln. Der 54-jährige Michel O. habe "gegen die kriminelle und mörderische" Regierung in Havanna kämpfen wollen, um "das Volk zum Aufstand zu bewegen", sagte dessen Bekannter Wilfredo Beyra der Nachrichtenagentur AFP.

Trotz der Spannungen zwischen Kuba und den USA sei man jedoch mit der US-Regierung im Gespräch, um den Vorfall aufzuklären, sagte de Cossio. Das Verhältnis zwischen Kuba und den USA ist seit Langem schwierig. Seit der Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar und dem US-Ölembargo gegen den Inselstaat hat sich das Verhältnis noch einmal deutlich verschlechtert.

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