Krieg in Iran: Trump spricht davon, Ultimatum an Iran zu verschieben

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Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Israel schickt weitere Soldaten nach Libanon

Israel: Iranischer Marine-Kommandeur getötet

Pistorius: bereit zur Absicherung einer Waffenruhe

Iraks arabische Nachbarstaaten fordern Stopp von Angriffen 

Iranisches Militär droht mit neuer Front an Meerenge Bab al-Mandab 

Juri Auel

Trump spricht davon, Ultimatum an Iran zu verschieben

US-Präsident Donald Trump setzt nach eigenen Angaben die angekündigte Zerstörung von Energieanlagen in Iran für zehn Tage aus. Die Frist ​laufe nun bis zum 6. April, erklärt Trump. Die Gespräche mit Iran liefen "sehr gut". Ursprünglich lief die Frist bis zum Ende dieser Woche.

Trump hatte Iran damit gedroht, Kraftwerke zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht vollständig und „ohne Drohungen“ für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen „sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten“ für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten.

Unterdessen hieß es aus Iran, man werde sich von Trump nicht einschüchtern lassen. „Niemand kann Iran und den Iranern ein Ultimatum stellen“, schrieb Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Die Kinder Irans würden den Kampf bis zum endgültigen Sieg fortsetzen und diesen Teufelskreis von Krieg, Waffenruhe und wieder Krieg durchbrechen. 

Julia Daniel

 Krieg im Nahen Osten: Wo wird angegriffen?

Christoph Heinlein

Freie Fahrt für zehn Tanker: Trump lüftet Geheimnis um „riesiges Geschenk“ Irans

Iran hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zehn Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährt. Die iranische Seite habe das angeboten, um in den Verhandlungen mit den USA ihre Zuverlässigkeit zu untermauern, sagte Trump bei einer Kabinettssitzung in Washington. „Wir haben es wohl mit den richtigen Leuten zu tun“, sagte Trump.

Am Dienstag hatte er in kryptischen Worten von einem „riesigen Geschenk“ der Iraner gesprochen, ohne Details zu nennen. Dieses Geschenk sei „unglaublich viel Geld“ wert gewesen. 

Bevor er die Nachricht von den Tankern verkündete, fragte Trump seinen Sondergesandten Steve Witkoff am Kabinettstisch, ob er die Informationen teilen dürfe - offenbar weil es sich um vertrauliche Angaben handelt. „Ich hoffe, ich habe deine Verhandlungen nicht vermasselt“, sagte Trump in Richtung Witkoff.

Christoph Heinlein

Israel schickt weitere Soldaten nach Libanon

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge weitere Soldaten in den Süden des Nachbarlandes Libanon geschickt. Soldaten einer weiteren Division hätten sich in den vergangenen Tagen den „gezielten Bodenoperationen im Südlibanon“ angeschlossen, um dort die sogenannte Sicherheitszone auszuweiten, teilte das israelische Militär mit. Sie seien zuvor im Gaza-Krieg im Einsatz gewesen. Um wie viele Soldaten es sich konkret handelte, wollte die Armee auf Anfrage nicht sagen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte kürzlich gesagt, Israel wolle bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze. Außenminister Gideon Saar warf der libanesischen Regierung und Armee vor, nicht ausreichend gegen die Hisbollah-Miliz vorzugehen. „Daher muss Israel in Libanon handeln, um seine Bürger und Gemeinden zu schützen.“ 

Aus libanesische Sicherheitskreisen hieß es, Israels Soldaten drängen immer tiefer nach Libanon ein. Insgesamt sei das Militär aus dem südlichen Nachbarland bereits acht bis neun Kilometer tief in Libanon vorgerückt. Israel teilt die Positionen seinen Truppen grundsätzlich nicht mit.

Christoph Heinlein

Mann stirbt bei Hisbollah-Raketenangriff in Nordisrael

Bei einem Raketenangriff der Hisbollah ist in der israelischen Küstenstadt Naharijah ein Mann getötet worden. Zudem habe es 14 Verletzte gegeben, darunter einen Schwerverletzten, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Ein Sanitäter berichtete von beschädigten Gebäuden und massiver Zerstörung nach einem Raketeneinschlag. Israelischen Medien zufolge wurde der Parkplatz eines Wohnhauses getroffen. 

Julia Daniel

Zwei Tote in Abu Dhabi durch herabfallende Raketenteile 

In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi sind zwei Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer Rakete getötet worden. Die Toten seien pakistanischer und indischer Nationalität.  Wie das Medienbüro der Stadt mitteilte, wurde eine ballistische Rakete durch das Luftabwehrsystem abgefangen. Dabei seien die Trümmerteile abgefallen. Drei weitere Menschen seien bei dem Vorfall verletzt worden. Außerdem wurden den Angaben zufolge mehrere Autos beschädigt.

Auch andere Golfstaaten meldeten erneuten Beschuss auf ihr Territorium. In Kuwait seien feindliche Drohnen abgefangen worden, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Kuna mit. Das saudische Verteidigungsministerium berichtete, Geschosse in der östlichen Region zerstört und abgefangen zu haben. Auch in Jordanien wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Petra innerhalb der vergangenen 24 Stunden drei Raketen abgefangen. 

Israel: Iranischer Marine-Kommandeur getötet

Israel hat nach Angaben des Verteidigungsministers den Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde gezielt getötet. Verteidigungsminister Israel Katz teilte nach Angaben seines Büros mit, die Armee habe Admiral Aliresa Tangsiri „ausgeschaltet, zusammen mit hochrangigen Offizieren des Marinekommandos“. Aus Iran gab es dazu zunächst keine Bestätigung.

Einem israelischen Militärsprecher zufolge wurde Tangsiri bei einem Luftangriff am Mittwochabend getötet. In der Mitteilung von Katz hieß es, Tangsiri sei „der unmittelbar Verantwortliche für die Terroroperation der Verminung und Blockade der Straße von Hormus für die Schifffahrt“. Seine Tötung sei eine klare Botschaft an alle führenden Mitglieder der Revolutionsgarde, die derzeit Iran kontrollierten: „Die israelische Armee wird euch einen nach dem anderen jagen und ausschalten.“

Zudem sei die Tötung auch Ausdruck der Unterstützung für die Bemühungen der USA um eine Öffnung der Straße von Hormus. Man setze die Operationen in Iran „mit voller Kraft fort, um die Kriegsziele zu erreichen“.

Tangsiri stand seit 2018 an der Spitze der Marine der iranischen Revolutionsgarde. Er war verantwortlich für Irans Marineoperationen im Persischen Golf und der strategisch wichtigen Straße von Hormus.

Israel weitet seine Operationen in Iran aus - ein schnelles Kriegsende ist nicht im Interesse des Premiers Netanjahu, schreibt Sonja Zekri:

Nadja Lissok

„Produktive Gespräche“ und neue Drohungen aus den USA

Die US-Regierung hat Iran mit noch härteren Angriffen gedroht, sollte die Führung des Landes nicht nachgeben. „Wenn sie nicht begreifen, dass sie militärisch besiegt wurden und dies auch weiterhin sein werden, wird Präsident (Donald) Trump dafür sorgen, dass sie härter getroffen werden als je zuvor“, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Zwar gebe es weiterhin „produktive“ Gespräche auf diplomatischer Ebene. Aber trotz der Verhandlungen sei Trump bereit, die Hölle in Iran losbrechen zu lassen. 

Offiziell dementiert die politische und militärische Führung der Islamischen Republik weiter jegliche Art von Verhandlungen mit den USA. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen im Nachbarland Pakistan, das neben Ägypten und der Türkei als Vermittler auftritt, stehen die USA und Iran aber hinsichtlich eines möglichen Kriegsendes in Kontakt. Ägypten bestätigte am Mittwoch zudem, dass ein Entwurf der USA für einen Plan zur Beendigung des Krieges der iranischen Seite übermittelt worden sei.

Das Weiße Haus hielt sich zu Einzelheiten des Plans bedeckt. Regierungssprecherin Leavitt sagte, sie habe Berichte über einen 15-Punkte-Plan gesehen, fügte aber hinzu: „Das Weiße Haus hat diesen vollständigen Plan nie bestätigt.“ Manche der berichteten Aspekte stimmten jedoch, räumte sie ein. Bislang hat kein führender iranischer Politiker den US‑Vorschlag öffentlich zurückgewiesen.

Pistorius: bereit zur Absicherung einer Waffenruhe

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung einer Waffenruhe im Iran-Krieg in Aussicht gestellt. "Dieser Krieg ist eine Katastrophe für die Volkswirtschaften der Welt. Die Auswirkungen sind schon jetzt nach wenig mehr als zwei Wochen klar", warnte er bei einem Treffen mit seinem australischen Kollegen Richard Marles in der Hauptstadt Canberra.

Nötig sei eine diplomatische Lösung "so schnell wie möglich", sagte Pistorius. Er richtete diese Forderung vor allem an Iran, aber auch die USA. "Wir sind vorher nicht konsultiert worden. Es ist nicht unser Krieg. Und darum wollen wir in diesen Krieg auch nicht reingezogen werden, um das glasklar zu machen", sagte Pistorius.

Instabilität in der Nahost-Region hätten Auswirkungen auf die gesamte Welt. "Und deswegen sind wir bereit, jeden Frieden abzusichern", sagte Pistorius. Und: "Wenn wir zu einer Waffenruhe kommen, werden wir jeden Einsatz für eine Absicherung des Friedens diskutieren, insbesondere um den freien Seeverkehr in der Straße von Hormus abzusichern."

Katja Guttmann

Iraks arabische Nachbarstaaten fordern Stopp von Angriffen 

Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar und Jordanien fordern den Irak auf, umgehend Maßnahmen gegen ​Angriffe von seinem Staatsgebiet auf Nachbarländer zu ergreifen. Der Aufruf diene dem Erhalt der "brüderlichen Beziehungen" und solle eine weitere Eskalation vermeiden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der sechs arabischen Staaten. Seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran bekennen sich vom Iran unterstützte irakische Milizen zu Angriffen auf mehrere US-Stützpunkte in der Region. 

Katja Guttmann

Israel fordert von UN: Hisbollah zu Terrororganisation erklären

Israels Außenminister Gideon Saar hat in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat gefordert, die Angriffe der Hisbollah gegen sein Land zu verurteilen und die proiranische Miliz als Terrororganisation einzustufen. Seit dem 2. März habe die Hisbollah mehr als 3 500 Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert, schrieb Saar auf der Plattform X. Die Hisbollah-Angriffe richteten sich gegen dieselben Einwohner, die die Regierung nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 aus Nord-Israel in Sicherheit gebracht habe, so Saar. Bereits damals hatte die Hisbollah Gemeinden und zivile Einrichtungen beschossen.

Der UN-Sicherheitsrat solle von der libanesischen Regierung die Entwaffnung der Hisbollah und anderer bewaffneter Gruppen verlangen, schrieb Saar weiter. Außerdem solle er die Rolle Irans als Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Region thematisieren. In Libanon wurden bisher nach Angaben der Katastrophenschutzeinheit der Regierung 3 646 israelische Angriffe gemeldet. Mehr als 1 000 Menschen wurden nach Behördenangaben seit Ausbruch der jüngsten Eskalation im Land bereits getötet. 

Katja Guttmann

Iranisches Militär droht mit neuer Front an Meerenge Bab al-Mandab 

Iran könnte eine neue Front an der Meerenge Bab al-Mandab eröffnen, sollten ​Angriffe auf iranisches Staatsgebiet oder seine Inseln erfolgen. Dies meldet die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Militärvertreter. Die strategisch wichtige Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Seehandel. Das östliche Ufer der Meerenge gehört zum Jemen. Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz in Jemen hat bereits mehrfach Frachter und Tanker in den Gewässern angegriffen.

Katja Guttmann

Wadephul appelliert an Teheran: Auf Verhandlungen mit USA eingehen 

Außenminister Johann Wadephul hat Teheran aufgefordert, sich auf Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Iran-Kriegs einzulassen. Es sei begrüßenswert, dass US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum gegenüber der iranischen Führung zunächst um einige Tage aufgeschoben habe und nun Verhandlungen anstrebe, sagte der CDU-Politiker in Berlin bei einem Treffen mit seinem tunesischen Kollegen Mohamed Ali Nafti. „Irans Regime ist gut beraten, jetzt darauf einzugehen.“

Wenn es also ein Fenster für Diplomatie gibt, sollten wir Gesprächen unbedingt eine Chance geben.

Außenminister Wadephul

Deutschland stehe bereit, einen Beitrag zu leisten, so der Außenminister. Wie genau dieser aussehen könnte, sagte der Minister nicht. Bei einer Krisenreise in die Golf-Region hatte er kürzlich Vermittlungshilfe angeboten. „Ich möchte das aber auf das Engste abstimmen mit unseren amerikanischen Partnern“, sagte er nun.

Dazu habe er sich vor einem G7-Außenminister-Treffen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio verabredet. Das zweitägige Meeting in Frankreich beginnt am Donnerstag, Rubio wird am Freitag erwartet. Zudem stehe er in ständigem Kontakt mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar, sagte Wadephul. Der Runde der wirtschaftsstarken Demokratien gehören neben Deutschland auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien an. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz.

Irans Militärführung hatte Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Kriegs indes zurückgewiesen und scharf gegen die US-Regierung ausgeteilt.

Juri Auel

Wadephul: Kein Kommentar zu Steinmeier-Äußerung zu Iran 

Außenminister Johann Wadephul will sich zur Bewertung des Iran-Kriegs als völkerrechtswidrig durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht äußern. „Es ist gute Tradition in Deutschland, dass wir Äußerungen anderer Verfassungsorgane nicht kommentieren“, sagte der CDU-Politiker in Berlin bei einem Treffen mit seinem tunesischen Kollegen Mohamed Ali Nafti. Dabei bleibe es insbesondere angesichts dessen, dass es ihm persönlich sehr wichtig gewesen sei, Steinmeier als Ex-Außenminister zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts einzuladen.

Steinmeier hatte den von Israel und den USA begonnenen Iran-Krieg bei seinem Auftritt im deutschen Außenministerium am Dienstag als politisch verhängnisvollen Fehler bezeichnet und als „nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig“ eingestuft. Nach seiner Darstellung trägt die Begründung eines angeblich unmittelbar bevorstehenden Angriffs auf die USA nicht.

Wadephul sagte nun, die US-Regierung habe angekündigt, dass deren rechtlicher Berater demnächst eine umfassende Stellungnahme abgeben werde. „Diese warten wir ab und werten sie aus und werden dann dazu Stellung nehmen“, sagte der Minister.

Iranische Raketenteile in Libanon abgestürzt

In Libanon sind nach Militärangaben Teile einer iranischen Rakete abgestürzt. Die libanesische Armee teilte mit, dass das eigentliche Ziel außerhalb des libanesischen Territoriums gelegen haben müsse. Die Rakete sei in großer Höhe explodiert. Als mögliche Ursachen würden eine technische Fehlfunktion oder der Abschuss durch eine Abfangrakete in Betracht gezogen.

Der Vorfall ereignete sich gestern Nachmittag. Unter Bewohnern der Umgegend war Panik ausgebrochen, als nach dem Absturz der Raketenteile Explosionen nahe der US-Botschaft unweit der Hauptstadt Beirut zu hören waren. Bei der Küstenstadt Dschunie schlugen Trümmer ein. Es gab die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Iran äußerte sich bisher nicht.

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