Krieg in Iran: Iran übermittelt Forderungen für mögliche Verhandlungen mit den USA

vor 2 Stunden 1

Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Pistorius will Minensucher ins Mittelmeer verlegen

Trump: Iran plant Vorlage eines Angebots 

Irans Außenminister sowie US-Vertreter reisen nach Pakistan 

Straße von Hormus: Merz will Iran Sanktionslockerungen anbieten 

Hisbollah: Verlängerung von Waffenruhe in Libanon bedeutungslos 

Tobias Matern

Irans Außenminister übermittelt Forderungen - zunächst kein Treffen mit US-Unterhändlern

Ein Schritt auf dem Weg zum Frieden? Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat in Islamabad Vertreter der pakistanischen Regierung und den Armeechef getroffen. Araghtschi soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters der pakistanischen Seite die Forderungen der Teheraner Führung für mögliche Verhandlungen mit den USA übermittelt haben. Dabei habe er auch Vorbehalte gegen Forderungen der USA angesprochen. 

Pakistan vermittelt zwischen den USA und Iran. Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte am 28. Februar gemeinsam mit Israel Iran angegriffen. Eine erste Runde von Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran war vor zwei Wochen ohne Ergebnis in Islamabad beendet worden. 

Wie die SZ am Samstagnachmittag in Islamabad erfuhr, bleibt es zunächst bei der iranischen Position, dass sich  Aragtschi nicht mit US-Unterhändlern an einen Tisch setzten wird. Er soll offiziellen Angaben zufolge nach seinen Treffen in Islamabad nach Maskat und danach nach Moskau weiterfliegen. 

Am Freitag hatte die US-Regierung bekanntgegeben, dass Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und sein Nahost-Sondergesandter Steve Witkoff am Samstag auch nach Islamabad fliegen werden.  

Tobias Matern

Start der Friedensgespräche in Islamabad

Das Regierungsviertel ist weiträumig abgesperrt, Tausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz: Am Samstag haben in Islamabad die Gespräche zwischen Iran und der pakistanischen Führung begonnen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi traf nach offiziellen Angaben auf Pakistans mächtigen Armeechef Syed Asim Munir. Pakistan nimmt in dem Krieg der USA gegen Iran eine Vermittlerrolle ein. Erste direkte Friedensgespräche zwischen Iran und den USA waren vor zwei Wochen ergebnislos zu Ende gegangen. 

Nach Angaben der US-Administration sollen sich am Samstag auch Jared Kushner, der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, und Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter für die Region, auf den Weg nach Islamabad machen. Allerdings ist noch unklar, ob sie sich direkt mit Vertretern der iranischen Delegation an einen Tisch setzen werden. 

Beobachter in Islamabad sind vorsichtig optimistisch, dass die immer wieder verschobene diplomatische Annäherung zwischen den USA und Iran nun wieder in Gang kommt. Der Besuch des iranischen Außenministers sei „ein großer Schritt, um den Stau aufzulösen“, sagte der pakistanische Ex-Diplomat Masood Khan der SZ. Die nächsten beiden Tage seien „entscheidend“ für den weiteren Verlauf. 

Auch die Menschen in Islamabad schauen gespannt auf die Gespräche. Sie leiden massiv unter den Auswirkungen des Kriegs. Am Samstag kostete ein Liter Benzin an Tankstellen in Islamabad 395 Rupien (1,21 Euro), vor dem Krieg lag der Preis bei etwa 250 Rupien (77 Cent).

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Christoph Heinlein

Israelische Luftangriffe trotz verlängerter Waffenruhe in Libanon

Die Lage in Libanon bleibt trotz einer Verlängerung der Waffenruhe angespannt. Israels Armee teilte am Morgen mit, sie habe in der Nacht im Südlibanon mehrere einsatzbereite Raketenabschussrampen der Hisbollah-Miliz angegriffen. Diese hätten eine Bedrohung für israelische Zivilisten und Soldaten dargestellt.

Das libanesische Gesundheitsministerium meldete unterdessen sechs Tote und zwei Verletzte bei israelischen Luftangriffen am Freitag. Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA kamen die sechs Menschen bei Bombardements in den Orten Wadi al-Hudschar, Srifa, Jatir und Tulin im Süden des Landes ums Leben.

Israels Militär hatte am Abend auch mitgeteilt, dass Soldaten am Freitag bei einem Schusswechsel zunächst zwei bewaffnete Hisbollah-Mitglieder in Bint Dschubail getötet hätten. Bei einem Angriff auf ein von ihr genutztes Gebäude in der Stadt, die als Hochburg der vom Iran unterstützten Miliz gilt, seien zudem vier weitere bewaffnete Kämpfer ums Leben gekommen.

Pistorius will Minensucher ins Mittelmeer verlegen

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat angekündigt, einen deutschen Minensucher sowie ein Führungs- und Versorgungsschiff vorsorglich ins Mittelmeer zu verlegen. Damit bereitet die Bundeswehr einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor, ohne Zeit zu verlieren, falls der Bundestag ein entsprechendes Mandat erteilt. Pistorius betont, Voraussetzung sei zunächst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit Iran. Als Rechtsgrundlage nennt er eine Erweiterung des EU-Mandats für die Marinemission „Aspides“ im Roten Meer als „angemessene und denkbare Option“ – ein UN-Mandat sei „im Augenblick nicht wahrscheinlich“.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits vor gut einer Woche angeboten, dass Deutschland Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Luftaufklärung bereitstellen könnte. „Unsere Marine ist richtig gut darin, Minen aufzuspüren und zu räumen“, sagt Pistorius. Unter Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales Bündnis einen Marineeinsatz für den Fall eines Waffenstillstands vor.

Juri Auel

Neue US-Sanktionen gegen Ölwirtschaft Irans 

Die US-Regierung will den wirtschaftlichen Druck auf Iran mit weiteren Sanktionen erhöhen. Das US-Finanzministerium belegte die chinesische Ölraffinerie Hengli wegen ihrer umfassenden Geschäfte mit Teheran mit Sanktionen, wie es in einer Mitteilung des Ministeriums hieß. „Unabhängige Raffinerien mit Sitz in China spielen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der iranischen Ölwirtschaft, und Hengli ist einer der größten Abnehmer von Rohöl und anderen Erdölprodukten aus Iran“, teilte das Ministerium mit. Hengli habe iranisches Erdöl im Wert von mehreren Milliarden Dollar gekauft. Es handele sich um die zweitgrößte derartige Raffinerie in ganz China.

Zusätzlich verhängte das Ministerium Sanktionen gegen etwa 40 Reedereien und Schiffe, die laut Mitteilung als Teil der iranischen Schattenflotte operieren. Sie stellen demnach eine „finanzielle Lebensader“ für die Führung in Teheran dar. Die Sanktionen sehen vor, dass Vermögenswerte eingefroren werden und es US-Bürgern untersagt ist, mit den betroffenen Firmen Geschäfte zu machen.

Gerade die Firma Hengli habe ihre Ölgeschäfte mit Iran über die Schattenflotte abgewickelt und der Führung in Teheran seit 2023 hunderte Millionen Dollar an Einnahmen beschert, hieß es in der Mitteilung.

Die Maßnahme ist Teil eines breiteren Vorstoßes der USA, Iran mit wirtschaftlichem Druck im laufenden Krieg zu einer Verhandlungslösung zu bringen. In den vergangenen Wochen hatte die US-Regierung immer wieder Sanktionen gegen iranische Handelspartner belegt, etwa in den Bereichen Energie und Waffen. Auch die Seeblockade der Straße von Hormus zielt darauf ab, Teheran seiner wichtigen Einnahmen aus dem Ölexport zu berauben. 

Juri Auel

Trump: Iran plant Vorlage eines Angebots 

US-Präsident Donald Trump zufolge plant Iran, ein Angebot zu unterbreiten, das darauf abzielt, die Forderungen der USA zu erfüllen. "Sie unterbreiten ein Angebot, und wir werden sehen," sagte Trump in einem Telefoninterview mit Reuters. Wie das Angebot aussehen werde, wisse er noch nicht. Auf die Frage, mit wem die USA verhandelten, sagte Trump: "Das möchte ich nicht sagen, aber wir verhandeln mit den Leuten, die derzeit das Sagen haben." 

Ob Iran tatsächlich ein Angebot vorlegen will, das die US-Forderungen erfüllt, ließ ​sich nicht unabhängig prüfen. Trump hat im Iran-Krieg wiederholt Dinge so dargestellt, dass sie ihn in einer starken Position erscheinen ließen. Anschließende Entwicklungen hatten dies dann aber zum Teil nicht widergespiegelt. 

Unterdessen ist der iranische Außenminister Abbas Araghtschi nach pakistanischen Angaben in der dortigen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Den Angaben zufolge will er dort Vorschläge zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den USA erörtern. Ob er direkt mit US-Verhandlungsführern zusammentreffen wird oder nicht, war unklar. Pakistanische Insider sagten, Araghtschi habe kein solches Treffen geplant. 

Irans Außenminister sowie US-Vertreter reisen nach Pakistan 

Irans Außenminister Abbas Araghtschi wird am Abend zu Gesprächen in Pakistan erwartet. Dort soll er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit Vertretern Pakistans sprechen, die im Konflikt zwischen den USA und Iran vermitteln. Treffen mit US-Vertretern seien nicht geplant, erfuhr die dpa aus pakistanischen Sicherheitskreisen. 

Araghtschi soll demnach mit den Vermittlern einen Gegenvorschlag in den Verhandlungen mit den USA besprechen. Dazu treffe er den pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, Premierminister Shehbaz Sharif und seinen pakistanischen Amtskollegen, Ishaq Dar. Im Anschluss daran reise der iranische Chefdiplomat weiter in die omanische Hauptstadt Maskat und danach nach Moskau, hieß es im Irna-Bericht weiter. Im Mittelpunkt der Reise stehen demnach Konsultationen zur aktuellen Lage im Konflikt mit den USA und Israel. 

Unterdessen hat das Weiße Haus bestätigt, dass US-Präsident Donald Trump am Samstag den Sonderbeauftragten Steve Witkoff und seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu direkten Gesprächen mit Araghtschi nach Pakistan schickt. CNN zufolge reist US-Vizepräsident J. D. Vance nicht nach Pakistan, da der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf nicht an den Gesprächen teilnehme. Ghalibaf werde im Weißen Haus als Spitze der iranischen Delegation und damit als Pendant von Vance angesehen, hieß es. 

Ob ein Treffen zwischen Kushner, Witkoff und Araghtschi stattfinden wird, ist noch unklar. Kurz vor US-Präsident Donald Trumps einseitiger Verlängerung der Waffenruhe am Dienstag hatte Iran einer weiteren Verhandlungsrunde in dieser Woche eine Absage erteilt. Verhandler der Kriegsparteien waren vor knapp zwei Wochen in Pakistans Hauptstadt Islamabad zu ersten Gesprächen zusammengekommen. Diese endeten ohne Ergebnis. 

Pauline Claßen

Israelischer Angriff in Gaza-Stadt gemeldet

Bei einem israelischen Angriff in Gaza-Stadt werden nach Angaben palästinensischer Sanitäter mindestens drei Menschen getötet. Der Beschuss traf demnach ein belebtes Viertel in der Nähe einer Bank, die von örtlichen Polizisten bewacht wird. Das Innenministerium im Gazastreifen teilte mit, bei dem Vorfall seien zwei Polizisten getötet und zwei weitere verletzt worden. Das israelische Militär äußerte sich bislang nicht. 

Pauline Claßen

Straße von Hormus: Merz will Iran Sanktionslockerungen anbieten 

Die EU erwägt wegen der Blockade der Straße von Hormus und dem Druck der massiv gestiegenen Energiepreise jetzt auch mögliche Zugeständnisse an Iran. Bundeskanzler Merz reiste zum informellen zweitägigen EU-Gipfel in Zypern mit einem entsprechenden Vorstoß der Bundesregierung an. Er sieht vor, Iran eine schrittweise Lockerung von Sanktionen anzubieten, wenn eine umfassende Übereinkunft zur Freigabe der Straße von Hormus erzielt werden kann, wie aus einer Erklärung der Bundesregierung hervorging.

Eine Lockerung von Sanktionen wäre ein großes Zugeständnis, vor allem, da die EU ihre Strafmaßnahmen gegen Iran nach der brutalen Niederschlagung von Protesten Anfang des Jahres noch einmal verschärft hatte. Dabei waren Schätzungen zufolge mehr als 17.000 Menschen getötet worden. Damals hatte Iran allerdings die Straße von Hormus noch nicht blockiert. Dieser Schritt erfolgte erst nach dem Ausbruch des Iran-Krieges, den die USA und Israel Ende Februar mit Angriffen gegen die Islamische Republik begonnen hatten.

Wie es mit dem Vorstoß der Bundesregierung weitergeht, blieb am Freitag zunächst unklar. Denkbar ist, dass er nun von den USA genutzt wird, um Iran zu weiteren Verhandlungen zu bewegen, denn auch US-Präsident Trump hatte zuletzt Iran Sanktionslockerungen in Aussicht gestellt, sollte die Straße von Hormus freigegeben werden und Friedensverhandlungen stattfinden. Er will allerdings auch erreichen, dass Iran langfristig auf Nuklearaktivitäten verzichtet, die zum Bau einer Atombombe genutzt werden können. 

Zum Abschluss des informellen Gipfels trafen sich Merz und die anderen EU-Spitzen auch noch mit den Präsidenten von Ägypten, Libanon und Syrien sowie Jordaniens Kronprinz. Mit ihnen sollen Deeskalationsbemühungen eng abgestimmt werden. 

Was neben möglicher Sanktionslockerungen für Iran auf dem EU-Gipfel in Zypern besprochen wurde, lesen Sie hier: 

Pauline Claßen

Israel ruft zu Evakuierung eines südlibanesischen Dorfs auf 

Das israelische Militär hat zur sofortigen Evakuierung des südlibanesischen Dorfs Deir Aames aufgerufen. Einwohner sollen sich mindestens einen Kilometer von dem Ort entfernen. Deir Aaames liegt nördlich der von Israel ​selbst ​deklarierten „Sicherheitszone“. Die israelischen Streitkräfte planten dort dennoch Angriffe, da die Hisbollah-Miliz von der Ortschaft aus operiere, hieß es ​zur Begründung. Das Militär legte keine Beweise vor. ⁠Erst am Donnerstag hatten sich Israel und Libanon darauf verständigt, ihre Feuerpause um drei Wochen zu verlängern. 

Pauline Claßen

Hisbollah: Verlängerung von Waffenruhe in Libanon bedeutungslos 

Laut dem Hisbollah-Abgeordneten Ali Fajjad ist die Waffenruhe in Libanon angesichts anhaltender Angriffe ​Israels bedeutungslos. ⁠Die von Iran unterstützte Miliz habe das Recht, auf israelische Angriffe zu reagieren, sagte Fajjad.

​Es ​ist die erste Stellungnahme der ‌Hisbollah auf die von US-Präsident Donald ‌Trump angekündigte Verlängerung der Feuerpause um drei Wochen. 

Pauline Claßen

Nadja Lissok

Libanon: „Können nicht mit Pufferzone leben"

Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam drängte die US-Regierung, den Druck auf Israel mit Blick auf dessen Bodentruppen in Südlibanon zu erhöhen. Libanon könne keinerlei Abkommen unterzeichnen, das keinen „vollständigen Abzug“ der israelischen Truppen beinhalte, sagte Salam der Washington Post. Man könne „nicht mit einer sogenannten Pufferzone leben“, bei der Anwohner nicht in ihre Häuser im Süden zurückkehren könnten.

Israel spricht von einer „Sicherheitszone“, die Nordisrael vor Hisbollah-Angriffen schützen soll. Dieses etwa zehn Kilometer breite Gebiet soll nach Worten Netanjahus vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze reichen. Kritiker sprechen von einer illegalen Besatzung und möglichen Kriegsverbrechen. So hat Israels Armee im Süden Brücken und Straßen, nach israelischen Berichten aber auch Häuser systematisch mit Bulldozern zerstört.

Katja Guttmann

Trump verkündet Verlängerung der Waffenruhe in Libanon um drei Wochen

Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz in Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump um drei Wochen verlängert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen. Die Hisbollah-Miliz äußerte sich zunächst nicht dazu. 

„Die Vereinigten Staaten werden mit Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen“, sagte Trump. Ins Auge nehme er dabei auch die Finanzierung der Miliz durch Iran, sagte er auf eine Reporterfrage. Solange Iran die Hisbollah finanziere, werde es keine Vereinbarung im Iran-Krieg geben. „Das ist ein Muss“, sagte Trump.

Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen. Er plane, das Treffen noch während der verlängerten Waffenruhe stattfinden zu lassen. Das vorangegangene Treffen im Weißen Haus nannte Trump historisch.

Auf die Frage eines Reporters, wie lang er bereit sei, auf ein langfristiges Friedensabkommen mit Iran zu warten, sagte Trump, er könne zwar „sofort“ ein Abkommen schließen. „Aber das möchte ich nicht. Ich möchte, dass es von Dauer ist.“ Trump sagt zudem, Iran habe während des zweiwöchigen Waffenstillstands vielleicht „ein wenig“ seine Waffenvorräte aufgefüllt. Die USA ​könnten dies in etwa einem Tag aber wieder ausschalten. Auch werde er in dem Krieg keine Atomwaffe einsetzen. „Nein, ich würde sie nicht einsetzen. Eine Atomwaffe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen“, sagt er auf eine entsprechende Frage. 

Die USA und Israel hatten mit ⁠Angriffen auf Iran Ende Februar den Krieg begonnen. Ursprünglich hatte Trump gesagt, der Konflikt werde vier Wochen „oder weniger“ dauern. 

Katja Guttmann

Agentur: Luftabwehrsysteme in Teheran aktiviert

Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtet, in Teilen der Hauptstadt Teheran seien Luftabwehrsysteme zu hören. Diese gingen gegen "feindliche Ziele" vor. Zuvor hatte die Agentur Nour News berichtet, in Teheran seien Luftabwehrsysteme aktiviert worden. Die iranische Agentur Fars zitiert einen ihrer Reporter mit den Worten, die Aktivierung der Luftabwehr sei darauf zurückzuführen, dass an verschiedenen Orten in Iran kleine Drohnen am Himmel entdeckt worden seien.

Israel ist laut Aussage von Verteidigungsminister Israel Katz „bereit, den Krieg gegen Iran wieder aufzunehmen“. Israel warte auf grünes Licht aus den USA, sagte er nach Angaben seines Büros vom Abend bei einer Lagebeurteilung. Die Ziele seien bereits festgelegt. Es gehe vor allem darum, „die Chamenei-Dynastie“ endgültig zu zerschlagen, wichtige Energie- und Stromanlagen sowie die nationale wirtschaftliche Infrastruktur zu zerstören. Katz sprach davon, Iran „in die Steinzeit“ zurückzuversetzen.

Am Ölmarkt zogen die Preise an. Zuletzt hatten manche Beobachter spekuliert, die USA könnten ungeachtet der Feuerpause einen Überraschungsangriff ​auf Iran starten.

Das US-Militär gibt bekannt, dass ein dritter Flugzeugträger, die USS George H.W. Bush, im Nahen Osten eingetroffen ist. Die Flugzeugträger USS Gerald R. Ford und USS Abraham Lincoln sind bereits vor Ort.

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