Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Russischer Außenminister Lawrow verspottet EU- und UN-Führung
Bericht: Russland erwägt nach Angriffen Import von Benzin
Streit mit Polen: Selenskij fährt nicht zur Wiederaufbaukonferenz nach Danzig
Medien: Erneut Ölterminal auf der Krim attackiert
Treibstoffkrise in Russland weitet sich bis nach Sibirien aus
Russlands wirft Trump vor, Absprachen nicht eingehalten zu haben
Russland hat den USA vorgeworfen, Absprachen nicht eingehalten zu haben, die die Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump bei einem Gipfel in Alaska im August 2025 getroffen hätten. Die Agentur Interfax zitierte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow mit den Worten, die USA seien von "grundlegenden Vereinbarungen" abgewichen. Zudem beobachte Russland, dass sich "die Linie Washingtons immer mehr der fanatischsten antirussischen Politik annähert, die von den engsten europäischen Verbündeten der USA – nämlich Großbritannien und Frankreich – verfolgt wird".
Außenminister Sergej Lawrow deutete an, der Gipfel sei möglicherweise ein "Trick der USA gewesen, um Zeit für die Wiederbewaffnung des Kiewer Regimes zu gewinnen". Die Kritik deutet auf eine wachsende Frustration Russlands über die USA hin, nachdem es lange Zeit so ausgesehen hatte, als stünde Trump Russland in dem Krieg näher als der Ukraine.
Binnen drei Tagen haben damit nun drei hochrangige russische Vertreter erklärt, die USA hätten Zusagen nicht eingehalten. Was genau dabei versprochen, aber nicht eingehalten worden sein soll, blieb jedoch offen.
Seit dem Gipfeltreffen in Alaska ist von russischer Seite oft vom "Geist von Anchorage" die Rede – laut Beobachtern eine Kurzform für Russlands Behauptung, Trump stehe seiner zentralen Forderung wohlwollend gegenüber, wonach die Ukraine die gesamte Donbass-Region im Gegenzug für ein Einfrieren der Frontlinien an anderen Stellen aufgeben solle. Die USA hatten indes nie konkret dargelegt, was – wenn überhaupt – in Alaska vereinbart wurde.
Tusk hält trotz Streit an Zusammenarbeit mit Ukraine fest
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat den Wert der kommenden Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine auch nach der Absage von Co-Gastgeber Wolodimir Selenskij betont. „Der Aufbau guter Beziehungen ist nicht nur ein Ausdruck von Anstand in schwierigen Zeiten, in Kriegszeiten, sondern er lohnt sich auch“, sagte Tusk der Nachrichtenagentur PAP zufolge in Warschau. In diesem Sinne sei die Konferenz mit der Ukraine vorbereitet worden, und so werde sie am Donnerstag und Freitag in Danzig (Gdansk) stattfinden. Es gehe um etwa 200 Verträge und Hunderte Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg.
Tusks Stellvertreter Władysław Kosiniak-Kamysz kritisierte die Absage Selenskijs. „Er sollte bei dieser Konferenz anwesend sein, da er Mitorganisator und Mitveranstalter ist“, sagte der polnische Verteidigungsminister. Aber auch er bekräftigte, alles zu tun, um Schaden vom polnisch-ukrainischen Verhältnis abzuwenden und die Konferenz für Polen zu einem Erfolg zu machen.
Ukraine: Haben wichtige Eisenbahnbrücke auf der Krim zerstört
Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben eine Eisenbahnbrücke auf der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim zerstört. Die Brücke über den Nord-Krim-Kanal sei ein strategisch wichtiger Übergang gewesen, der für die Logistik der russischen Truppen große Bedeutung gehabt habe, teilte das Militär mit. Die ukrainischen Spezialkräfte erklärten auf Telegram, sie hätten in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Untergrund-Widerstandsbewegung zwei Angriffe auf die Brücke in der Nähe des Dorfes Rosdolne ausgeführt.
Russischer Außenminister Lawrow verspottet EU- und UN-Führung
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die EU-Spitze und das UN-Generalsekretariat verspottet. EU-Forderungen etwa nach einem sofortigen Stopp der Kämpfe noch vor der russischen Einnahme des gesamten Donbassgebietes ließen an den geistigen Fähigkeiten der europäischen Führungsriege zweifeln, sagte Lawrow laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass bei einem Auftritt vor ausländischen Botschaftern. Die Führung des UN-Generalsekretariats bezeichnete er als „traurige Gestalten“.
Bei der Veranstaltung warf er der Ukraine vor, die Gespräche über ein Ende des von Kremlchef Wladimir Putin begonnenen Kriegs zu blockieren. „Wir sind bereit, sie jederzeit an dem Punkt weiterzuführen, wo sie beendet wurden“, behauptete Lawrow. Zugleich erneuerte er die Forderung nach territorialen Zugeständnissen der Ukraine für einen Frieden. Die von ukrainischen Truppen kontrollierten Landstriche innerhalb der Region Donezk bezeichnete er als „illegal zurückbehaltene Territorien“.
Westliche Vermittlungsversuche lehnte er ab. Der Westen habe sich vor langer Zeit schon diskreditiert. Die Ukraine werde mit gestohlenem russischem Geld aufgerüstet, die Europäer forderten von Russland Reparationen und planten, Besatzungstruppen in der Ukraine zu stationieren, behauptete er.
Auch zu den Vereinten Nationen äußerte er sich negativ, obwohl Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats großen Einfluss dort hat. Alle Schlüsselposten im Generalsekretariat seien „von Nato- und EU-Mitgliedern privatisiert“ worden. Die Lage werde sich erst mit der Wahl eines neuen UN-Generalsekretärs ändern, meinte Lawrow. Moskau will bei dieser Wahl seinen Einfluss geltend machen. So hat Lawrow erst am Montag die aus Ecuador stammende Diplomatin Maria Espinosa empfangen, die als neue Generalsekretärin kandidieren will und sich dazu Berichten zufolge Rückendeckung aus Moskau holte.
Bericht: Russland erwägt nach Angriffen Import von Benzin
Russland erwägt einem Medienbericht zufolge angesichts von Versorgungsengpässen nach ukrainischen Angriffen auf seine Raffinerien den Import von Treibstoff. Zudem würden Subventionen für die Einfuhren diskutiert, um die Preise im Land zu deckeln, berichtete die Zeitung Wedomosti am Dienstag unter Berufung auf zwei Insider. Die Optionen seien am Montag bei einem von Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak geleiteten Treffen besprochen worden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, lag ihr eine Stellungnahme von Nowaks Büro bislang nicht vor. Die Deckelung der Treibstoffpreise ist für die russische Regierung ein heikles Thema, da steigende Kosten die Inflation anheizen könnten, schrieb Reuters.
Hintergrund sind die wiederholten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Öl-Infrastruktur. In zahlreichen Regionen des Landes wurde bereits über Engpässe, Verkaufsbeschränkungen und lange Schlangen an den Tankstellen berichtet.
Die Angriffe der Ukraine zeigen deutliche Wirkung. Branchen-Insidern zufolge lag die tägliche Benzinproduktion in der vergangenen Woche bei etwa 90 000 Tonnen und damit 25 Prozent unter dem Durchschnitt im Juni 2025. Den Daten des Anbieters LSEG und von Marktteilnehmern zufolge fielen die russischen Ölexporte auf dem Seeweg in der ersten Junihälfte um 15 Prozent im Vergleich zur ersten Maihälfte.
Streit mit Polen: Selenskij fährt nicht zur Wiederaufbaukonferenz nach Danzig
Wegen eines eskalierenden Geschichtsstreits mit Polen reist der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij nicht zu einer Wiederaufbaukonferenz nach Danzig (Gdansk). Ministerpräsidentin Julia Syrydenko teilte auf Telegram mit, dass sie die ukrainische Delegation bei der gemeinsam mit Polen ausgerichteten Konferenz am Donnerstag und Freitag leiten werde. Zu dem Treffen über den Wiederaufbau der Ukraine wird mit anderen Staats- und Regierungschefs am Donnerstag auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet.
Die Ukraine und Polen sind angesichts des russischen Angriffskrieges enge Verbündete, haben sich aber in einem Streit über ihre schwierige Geschichte entzweit. Selenskij hatte eine Armee-Einheit nach den Kämpfern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) im Zweiten Weltkrieg benannt. Die UPA ermordete unter deutscher Besatzung Zehntausende Polen im heutigen Westen der Ukraine, weshalb die Ehrung in Warschau große Empörung hervorrief. Der polnische Staatschef Karol Nawrocki entzog Selenskij einen polnischen Orden. Selenskij und andere ukrainische Politiker gaben daraufhin polnische Auszeichnungen zurück. Der Konflikt droht, alle Bereiche der strategisch wichtigen Kooperation zu erfassen.
Große Medien beider Länder riefen zu Besonnenheit auf. „Unsere Politiker sollten Weisheit und Vernunft beweisen, nach Einigung und einem Ausweg aus der Krise suchen“, hieß es in einem Aufruf. Er wurde in Warschau unter anderem von der Gazeta Wyborcza und dem Portal Onet.pl veröffentlicht, in Kiew vom Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda. Der Streit nütze nur dem gemeinsamen Feind Russland, hieß es.
Die Konferenzen zum Wiederaufbau der Ukraine (Ukraine Recovery Conference/URC) mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft haben seit dem ersten Kriegsjahr jährlich an wechselnden Standorten stattgefunden. Selenskij war 2022 in Lugano und 2023 in London zugeschaltet. Für die Konferenzen 2024 in Berlin und 2025 in Rom reiste er persönlich an.
Ukraine: Tote und Verletzte nach Beschuss der Großstadt Krywyj Rih
In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. Weitere 19 seien verletzt worden, fünf davon schwer, teilte Militärverwaltungschef Oleksandr Wilkul auf Telegram mit. Demnach schlug eine Rakete in ein Objekt der zivilen Infrastruktur ein. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor einer ballistischen Rakete mit Kurs auf die Geburtsstadt von Präsident Wolodimir Selenskij gewarnt.
Russland: Schule bei ukrainischem Angriff auf Saporischschja getroffen
Bei einem ukrainischen Angriff ist nach russischen Angaben ein Schulgebäude in dem von Russland kontrollierten Teil der ukrainischen Region Saporischschja beschädigt worden. Verletzte habe es nicht gegeben, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die örtlichen Behörden. Die Region Saporischschja liegt im Südosten der Ukraine und ist seit geraumer Zeit zum Teil von russischen Truppen besetzt. Von ukrainischer Seite gab es zu dem Vorfall bislang keine Stellungnahme.
Medien: Erneut Ölterminal auf der Krim attackiert
Die Ukraine hat Medienberichten zufolge erneut strategisch wichtige Objekte in der russischen Schwarzmeerregion Krasnodar und auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Getroffen worden seien dabei auch ein Ölterminal und ein Öldepot nahe der Großstadt Kertsch im Osten der Krim, berichtete das Internetportal Ukrajinska Prawda. Auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge wurde demnach mit dem Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar ebenfalls eine schon früher attackierte Anlage erneut unter Beschuss genommen.
Offiziell gibt es bislang keine Bestätigung für die Angriffe. Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich den Abschuss von insgesamt 143 ukrainischen Drohnen, ohne Angaben zu den Folgen zu machen. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen Explosionen und Feuer in der Nacht und dunkle Rauchwolken am Morgen.
Die Flughäfen von Krasnodar und Sotschi waren stundenlang für den Flugverkehr gesperrt. Auf der Krim landen seit Beginn des vor mehr als vier Jahren von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine ohnehin keine Passagierflugzeuge mehr.
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten zur Abwehr der russischen Invasion vermehrt Objekte der Ölindustrie attackiert. Damit soll den angreifenden russischen Truppen die Treibstoffversorgung und Moskau die Kriegsfinanzierung erschwert werden. Vor allem die Bewohner der bereits 2014 von Russland annektierten Krim spüren die Folgen deutlich. Seit Tagen können Privatpersonen auf der Halbinsel wegen Benzinmangels nicht mehr tanken.
Treibstoffkrise in Russland weitet sich bis nach Sibirien aus
Die durch ukrainische Angriffe auf Öl-Anlagen ausgelöste Treibstoffkrise in Russland weitet sich auf immer mehr Gebiete bis nach Sibirien aus. Mehrere russische Regionen rationieren inzwischen den Verkauf von Benzin und Diesel. In der sibirischen Region Omsk werde die Abgabe von Benzin auf 40 Liter pro Auto begrenzt, teilte Gouverneur Witali Chozenko am Montagabend auf Telegram mit. Diesel werde je nach Standort auf 80 bis 200 Liter limitiert, das Abfüllen in Kanister sei verboten. Damit sollten Panikkäufe an den Tankstellen verhindert werden.
Auch die benachbarte Region Nowosibirsk bereitet nach Angaben ihres Gouverneurs Andrej Trawnikow ähnliche Einschränkungen vor. Von diesem Dienstag an rationiert zudem der zweitgrößte russische Ölkonzern Lukoil den Verkauf von Benzin und Diesel in der Region Woronesch im südlichen Zentralrussland, wie die Behörden dort mitteilten.
Die Engpässe in dem Land, das der drittgrößte Ölproduzent der Welt ist, sind eine Folge der verstärkten ukrainischen Luftangriffe auf die russische Energieinfrastruktur sowie auf Logistik- und Versorgungswege. Diese trafen auch Ziele, die mehr als 2000 Kilometer von der Frontlinie in der Ukraine entfernt liegen. Die Kraftstoffkrise betrifft neben den sibirischen Gebieten auch die von Russland annektierte Halbinsel Krim sowie Regionen im Zentrum und Osten des Landes.
Die Ukraine versucht mit den Angriffen auf Öl- und Gasanlagen auch tiefer im Landesinneren, eine wichtige Einnahmequelle für Russlands Kriegswirtschaft zu treffen. Die Führung in Moskau hatte zuletzt die Ausfuhr von Flugtreibstoff bis zum 30. November verboten und die Ausfuhr von Benzin eingeschränkt.
Ukraine: Sechs Verletzte nach russischen Luftangriffen – fünf Tote nach Angriff auf russische Fabrik
Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine wurden nach Angaben lokaler Behörden in der Nacht sechs Menschen verletzt. Am Montag waren bei einem ukrainischen Angriff auf ein Werk für Raketenelektronik in der russischen Grenzregion Woronesch laut des dortigen Gouverneurs fünf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.
Fabrik in Russland brennt nach Raketenangriff
In der westrussischen Millionenstadt Woronesch ist offiziellen Angaben nach eine Rüstungsfabrik bei einem Angriff mit Marschflugkörpern beschädigt worden. Dabei wurden fünf Menschen getötet und Dutzende leicht verletzt, wie der Gouverneur der Region Woronesch, Alexander Gussew, auf Telegram schrieb. Seiner Darstellung nach vernichtete die Flugabwehr mehrere „fliegende Hochgeschwindigkeitsziele“ über der Stadt, zugleich räumte er Schäden in den Produktionshallen eines Unternehmens ein. Ein Brand in dem Werk sei gelöscht worden. Zudem seien die Fassaden mehrerer Wohnblocks und einige Autos beschädigt worden, schrieb er.
Der ukrainische Generalstab bestätigte später in einer Mitteilung den Angriff. Demzufolge wurde eine Fabrik getroffen, die elektronische Bauteile für Raketen produziert. Dadurch sei die Fähigkeit Russlands erheblich verschlechtert worden, neue Raketen zu produzieren, hieß es. Zum Einsatz seien luftbasierte Marschflugkörper gekommen. Diese werden von Flugzeugen abgeschossen. Kiew verfügt über Marschflugkörper des britischen Typs Storm Shadow aus britischer Produktion.
Die in sozialen Netzwerken kursierenden Bilder und Videos deuten auf schwere Schäden am Werk hin. Woronesch ist nur etwas mehr als 180 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Lage auf Krim spitzt sich nach ukrainischen Drohnenangriffen zu: Reisen von Kindern werden verboten
Die von Moskau eingesetzten Behörden auf der seit 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim haben die Unterbringung von Kindern zu Erholungs- und Tourismuszwecken verboten. Das gelte bis zum 1. September, hieß es in einem entsprechenden Dekret. „In der aktuellen Situation sind diese Maßnahmen nötig zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit“, schrieb der von Russland eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow dazu auf Telegram und bat um Verständnis. Die Krim ist bei russischen Touristen ein beliebtes Reiseziel. Auch Kinderferienlager sind üblich.
Die Lage auf der Schwarzmeer-Halbinsel hat sich zuletzt nach ukrainischen Drohnenangriffen weiter verschärft. Das wird auch in der Hafenstadt Sewastopol deutlich. Dort seien für Montag alle öffentlichen Open-Air-Veranstaltungen abgesagt worden, teilte der zuständige Stadtgouverneur auf Telegram mit. Es werde auch keine Straßenbeleuchtung geben.
Am Sonntag sollen auf der Krim laut russischen Angaben infolge massiver Attacken mindestens vier Menschen getötet worden sein, auch viele Verletzte wurden gemeldet. Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel. Es seien militärische Ziele getroffen worden, darunter mehrere Anlagen der russischen Flugabwehr, erklärte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij. Es handle sich um Strafmaßnahmen mit weitreichenden Drohnen als Antwort auf die brutalen russischen Angriffe gegen die Menschen in der Ukraine.
Bereits seit Wochen ist auf der Krim Benzin knapp. Nachdem es erst Abgabebeschränkungen gegeben hatte, wird inzwischen gar kein Kraftstoff mehr an Privatleute ausgegeben. Der örtliche Energieversorger Krimenergo teilte außerdem mit, dass Zeitpläne für Stromsperren eingeführt wurden. Das wiederum hat auch Einfluss auf die Wasserversorgung.
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte vor einer Woche in einem Interview eine Isolation der Halbinsel mittels Drohnenangriffen angekündigt. Für die Ukraine öffne sich mit den Angriffen auf die russischen Nachschublinien ein „Fenster der Möglichkeiten“. „Für die Russen beginnt eine Hölle, die sie nur schwerlich meistern werden“, sagte Fedorow.
Russland meldet Drohnenangriffe auf Moskau
Die russische Luftabwehr hat am frühen Morgen nach eigenen Angaben Dutzende Drohnen über Moskau abgeschossen. Insgesamt seien fast 60 auf die Hauptstadt zusteuernde Drohnen abgefangen worden, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin auf Telegram mit. Rettungskräfte seien zu den Absturzstellen entsandt worden.
Der Flugverkehr an den Hauptstadtflughäfen Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukowo sowie im nahegelegenen Schukowski sei vorübergehend eingestellt worden, erklärte die Luftfahrtbehörde.
Das ukrainische Militär selbst sprach von einem Angriff auf das russische Satellitenkommunikationszentrum in Dubna, etwa 100 Kilometer Luftlinie nördlich von Moskau. Bei dem Angriff auf die Anlage sei starke Rauchentwicklung beobachtet worden, teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mit. Das genaue Ausmaß der Schäden werde derzeit noch ermittelt.
Laut der Website der russischen Satellitenkommunikationsgesellschaft (RSCC) ist die Anlage in Dubna die größte Satelliten-Bodenstation in Russland und eine der größten in Europa.
Ukraine: Mehrere Tote nach russischen Angriffen
In der Ukraine sind nach Angaben der Behörden bei russischen Angriffen mehrere Menschen getötet worden. In der nordukrainischen Region Sumy starben ein 13-jähriger Junge, sein Vater und seine Großmutter, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. Den Angriff um kurz vor fünf Uhr morgens Ortszeit überlebten demnach die Mutter und zwei Geschwister.
In Saporischschja im Südosten des Landes starb eine Frau infolge eines russischen Drohnenangriffs, wie Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Der Flugkörper schlug demnach in ein Haus in einem Wohngebiet ein und löste einen Brand aus.
Russland attackierte nach ukrainischen Angaben in der Nacht auch mehrere zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen. Auf einem Schiff unter der Flagge Panamas brach laut Vizeregierungschef Oleksij Kuleba ein Feuer aus und ein Koch mit ägyptischer Staatsbürgerschaft kam ums Leben. Acht Besatzungsmitglieder mussten in Sicherheit gebracht werden. Das Schiff sei nicht mehr seetüchtig gewesen, schrieb er.











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